Erweiterter Arbeitsmarkt = ChancenMarkt

Ein erweiterter Arbeitsmarkt soll als „ChancenMarkt“ neue Perspektiven für Langzeitarbeitslose schaffen.

Nämlich dauerhafte, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für Menschen, die zwar eine grundsätzliche Beschäftigungsfähigkeit aufweisen, aufgrund bestimmter Einschränkungen am Arbeitsmarkt aber nicht Fuß fassen können. Notwendig wären im Ländle rund 1.000 solcher Arbeitsplätze. Finanzierung von Beschäftigung statt Finanzierung von Arbeitslosigkeit ist dabei die Devise. 

Beispiele für solche Maßnahmen gibt es bereits

Aktion 20.000

Die hohe Zufriedenheit der Beteiligten der „Aktion 20.000“ und das in der Evaluierung festgestellte Potential von geförderter Beschäftigung im gemeinnützigen und öffentlichen Bereich sind fundierte Grundlagen für eine Weiterentwicklung von längerfristigen Beschäftigungsangeboten.
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Chance 45

Als logische Folge entstand das AK-Modell zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit, die „Chance 45“, ein langfristiges Beschäftigungsmodell.
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DOCK-Modell Schweiz

Inspiration kann auch aus dem Schweizer „DOCK-Modell“ gezogen werden, bei dem passive Sozialleistungen (Sozialhilfe bzw. Mindestsicherung) in aktive Mittel zur Förderung von Beschäftigung umgewandelt werden.
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MAGMA - Arbeitsplatzgarantie

In Niederösterreich wird mit dem „Modellprojekt Arbeitsplatzgarantie Marienthal – MAGMA“ eine gesicherte und langfristige Beschäftigung für alle Menschen garantiert und evaluiert. 
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Diesen Projekten, Ideen und den daraus gezogenen Erkenntnissen muss unbedingt mehr Aufmerksamkeit gewidmet und die Dringlichkeit der großflächigen Umsetzung erkannt werden. 

Der neue Arbeitsminister Kocher steht in der Verantwortung, allen Arbeitslosen eine Perspektive auf ihr Recht auf Arbeit zu gewährleisten! 

 

"ChancenMarkt" für Vorarlberg

Die Eckpunkte eines möglichen Ländle-Pilotprojekts „ChancenMarkt“ sehen laut AK-Direktor Keckeis folgendermaßen aus:

  • Gründung eines Betriebes für den sogenannten dritten Arbeitsmarkt für vorerst 100 Dauerarbeitsplätze.
  • Zugang für jene Personen, die nach einem Jahr in einem sozialökonomischen Betrieb (SÖB) immer noch keinen Arbeitsplatz haben und älter als 40 Jahre sind.
  • Die Notstandshilfe oder die Mindestsicherung werden dem Betrieb als Grundsubvention zur Verfügung gestellt.
  • Die zugewiesenen Mitarbeiter werden nach Kollektivvertrag entlohnt und zahlen Sozialversicherungsbeiträge und Steuern.
  • Der Betrieb muss keine Vermittlungstätigkeit, Umschulung oder Sozialbetreuung anbieten – im Vordergrund steht die Chance zu einer sinnerfüllenden Arbeit.
  • Der Betrieb bietet Tätigkeitsfelder an, die am Markt vorhandene private Betriebe nicht abdecken, und/oder übernimmt Aufgaben, die von heimischen Firmen ins Ausland verlagert werden.
  • Die Dauer der Beschäftigung ist nicht limitiert, was vor allem für Menschen wenige Jahre vor dem möglichen Pensionsantritt besonders wichtig ist. 

Was darf es kosten?

Die höheren Kosten durch eine staatlich finanzierte Beschäftigung sind überschaubar. Das liegt vor allem an den möglichen Einsparungen bei der Notstandshilfe sowie durch Rückflüsse aus den höheren Einkommen durch erhöhte Konsumausgaben und Sozialversicherungsbeiträgen.

Prognosen gehen bei einem Potenzial von 150.000 Langzeitarbeitslosen von 0,68 bis 1,34 Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten pro Jahr aus.

 

Politische Forderungen der AK Vorarlberg

  • Masterplan des Bundes für den nachhaltigen Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit
    (Bundesweite Verantwortung – lokale Umsetzung)
  • Zielgruppenspezifische Beschäftigungsprojekte dienen gleichzeitig als nachfrageseitige Konjunkturspritze, fördern Gemeinwohlaspekte)
  • Ausdehnung der Ausbildungspflicht auf die Altersgruppe der 19- bis 24-Jährigen
  • Mehr Ressourcen für das AMS
  • Erhöhung des Arbeitslosengeldes – Nettoersatzrate von 70 Prozent