Neue Qualifizierungsmaßnahmen und Forderungen

„Die möglichst rasche Weiterbildung oder Umschulung von arbeitslos gewordenen Personen erhöht nicht nur die Chancen, schnell wieder einen Job zu bekommen, sondern es ist auch der effektivste Ansatz aktiver Arbeitsmarktpolitik“, ist der AK-Direktor überzeugt. „Die Arbeitnehmer zahlen ihre Beiträge in die Arbeitslosenversicherung selbst und haben daher auch das Recht auf die beste Beratung und Vermittlungsunterstützung.“ Das Motto „Koste es, was es wolle“ dürfe nicht nur die Parole für die Betriebe sein, auch die Arbeitnehmer hätten ein Recht darauf, möglichst stark aus der Krise heraus zu kommen. „Früher war die rasche Vermittlung oberste Prämisse in der Beratung von Arbeitssuchenden, jetzt ist die rasche Zusatzqualifizierung oder Ausbildung mindestens im gleichen Maße wichtig“, so Keckeis.

Wir befinden uns in einem Strukturwandel der Arbeitswelt, getrieben von langfristigen und tiefgehenden Entwicklungen wie der Klimakrise, der Digitalisierung und dem demografischen Wandel. Beschäftigungsstrukturen ändern sich, Berufsprofile und Anforderungen ebenfalls und das möglicherweise mehrmals in einem Arbeitsleben. Es gilt daher, ein Umfeld zu schaffen, in dem es möglich ist, sich weiterzubilden oder neu zu orientieren, ohne dabei seine Existenz bzw. die der Familie zu gefährden.

Daraus ergeben sich für AK-Präsident Hubert Hämmerle folgende Forderungen:

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Mehr AMS-Beratungspersonal für Qualifizierungsoffensive

Studien belegen, dass die intensivere Betreuung von Arbeitssuchenden durch ihre Berater einer der wichtigsten Schlüssel für die Verkürzung der Arbeitslosigkeit ist. Gerade jetzt wäre es höchste Zeit, die Beratungskapazitäten beim AMS zu erhöhen. Denn die Belastung ist in der Krise um ein Vielfaches gestiegen. Auf einen Berater kommen mittlerweile mehr als 400 Klienten. 

Unsere Forderung: Der Beratungsschlüssel ist möglichst rasch auf maximal 150 Klienten pro Berater zu reduzieren bzw. zu deckeln.

Weiterbildung als fixer Kurzarbeits-Bestandteil

Eine Aus-, Fort- und Weiterbildungspflicht wurde bereits im Rahmen der Kurzarbeit Phase 3 eingeführt. Sie ist jedoch so ausgestaltet, dass sie über den Arbeitgeber abgewickelt wird. Fakt ist: Sie wird zu wenig genutzt! Nur sieben Prozent der vom Institut Dr. Berndt Befragten haben davon berichtet und das AMS hat im letzten Jahr gerade einmal von 84 Unternehmen Weiterbildungsanträge für Mitarbeiter in Kurzarbeit erhalten. Dagegen zeigt fast jeder Zweite großes Interesse an Weiterbildungsmaßnahmen im Rahmen der Kurzarbeit. 

Unsere Forderung: Aufruf an die Arbeitgeber, die Möglichkeit zur Weiterbildung im Rahmen der Kurzarbeit 3 mehr zu nutzen (schließlich werden die Maßnahmen zu 60 Prozent vom AMS finanziert) sowie das Weiterbildungspaket auch in die künftige Kurzarbeitsphase 4 zu integrieren. Allerdings muss der Zugang deutlich unbürokratischer werden und es muss einen direkten Weiterbildungsanspruch für die Arbeitnehmer geben.

Umschulung oder Berufswechsel muss möglich sein

Viele Arbeitslose oder auch Kurzarbeitende wollen aus verschiedenen Gründen ihren Beruf wechseln – sei es wegen Verdienstmöglichkeiten, Arbeitszeiten, der wirtschaftlichen Situation oder schlechten Arbeitsbedingungen. Oft wird dieser Wunsch nach Umschulung allerdings verwehrt.

Unsere Forderung: Der Wunsch nach Berufswechsel bzw. Umschulung ist jedenfalls zu berücksichtigen, egal in welcher Branche der oder die Betreffende tätig war oder ist..

Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent

Die AK Vorarlberg hat bereits auf die Sorgen und Existenzängste verwiesen, die leider oft mit dem Verlust des Arbeitsplatzes einhergehen. Die arbeitenden Menschen zahlen sich über den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung alle aktiven und passiven Arbeitsmarktmaßnahmen (inklusive der Verwaltungskosten des AMS) bis auf einen geringen Bundeszuschuss von 600 Millionen Euro (Gesamtbudget: 7,9 Milliarden Euro) selbst.

Unsere Forderung: Erhöhung der Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld von derzeit 55 auf 70 Prozent um Existenzen zu sichern und Gedanken an eine Weiterbildung überhaupt zu ermöglichen. 

 

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