24.10.2013
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Gemeinsam gekämpft: Faire Löhne erreicht

Ein großer Erfolg für die Arbeitnehmervertreter: Der neue Kollektivvertrag für den privaten Bereich der Sozial-, Pflege- und Gesundheitsberufe wurde ausgehandelt. In dieser Form ist der Sozial-KV einer der modernsten und innovativsten in ganz Österreich.

Seit Jahren kämpften die Vertreter der Arbeitnehmerseite für faire Gehälter im privaten Sozial-, Pflege- und Gesundheitsbereich. Besonders nach der Einführung des neuen Gehaltssystems für die Landeskrankenhäuser, ist es notwendig geworden, die Lücke im Entlohnungssystem vom privaten Bereich zu schließen. „Die privat angestellten Pfleger und Sozialarbeiter verdienten mehrere tausend Euro pro Jahr weniger als ihre Kollegen in öffentlichen Einrichtungen“, erläuterte Bernhard Heinzle, Vizepräsident der AK Vorarlberg und Regionalgeschäftsführer der Gewerkschaft für Privatangestellte, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) im Frühjahr. Die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite blieben bisher jedoch ohne Ergebnisse.

Im April diesen Jahres haben die Betriebsräte mit der Gewerkschaft der Privatangestellten und der AK Vorarlberg dann zur ersten öffentlichen Betriebsversammlung geladen. Fast 1000 Beschäftigte aus dem privaten Sozial-, Pflege- und Gesundheitsbereich sind dieser Einladung gefolgt und setzten so die Arbeitgebervertreter unter Druck. Einmal mehr forderten sie einen fairen Lohn für die gleiche Ausbildung und die gleiche Leistung.

Solidarität zahlt sich aus

Die Bemühungen der Betriebsräte und der Gewerkschaft sowie ihre Hartnäckigkeit und die Solidarität unter den Beschäftigten zeigte schlussendlich Wirkung: Nach intensiven Verhandlungen konnten sich die Sozialpartner des Sozial- und Gesundheitsbereiches in Vorarlberg nun endlich einigen. Am 3. Oktober stellten Dr. Christoph Hackspiel, Obmann der Arbeitgebervereinigung und Bernhard Heinzle von der GPA, offiziell den modernen Kollektivvertrag vor. „Das ist sicher ein Meilenstein in der Soziallandschaft in Vorarlberg und wir freuen uns, dass wir den Kollektivvertrag gemeinsam mit den Arbeitgeberseite ausarbeiten konnten“, betont Heinzle.

Neue Gehaltstabellen

Hauptziel der Verhandlungen war beiderseits die Annäherung zwischen den beiden Gehaltssystemen und dabei trotzdem die spezifischen Bedürfnisse von privaten Einrichtungen zu erhalten. Durch die Schließung der Gehaltsunterschiede zum öffentlichen Bereich konnten faire Marktbedingungen geschaffen werden. Außerdem sollen die zu Beginn stärker ansteigenden Gehaltskurven junge Menschen motivieren, in Sozial- oder Pflegeberufe einzusteigen.

Karenz wird angerechnet

Auch die Gehaltsklassen im bestehenden Kollektivvertrag wurden neu gestaltet. Für die verschiedenen Berufs- und Tätigkeitsfelder wird es in Zukunft neue Gehaltstabellen geben. „Die Besonderheiten des bestehenden Kollektivvertrags – wie Sabbat, Pensionskasse, Fortbildungsgeld und -zeit sowie die Anrechnung von Kindererziehungszeiten bei der Einstufung – bleiben weiter erhalten“, erläutert Hackspiel. So wird die gesamte Karenzzeit nach dem Mutterschutzgesetz, Väter-Karenzgesetz und der Hospizkarenz für die Vorrückung in den Gehaltsgruppen angerechnet. „Damit soll speziell die Benachteiligung von Frauen im Anstieg innerhalb einer Gehaltstabelle entschärft werden“, sagt der Arbeitgebervertreter.

Ein weiterer Erfolg auf der Arbeitnehmerseite: Der Mindestlohn wurde auf 1500 Euro erhöht.  

Verhandlungen noch nicht beendet

Der neue Kollektivvertrag tritt am 1. Februar 2014 in Kraft. Weitere Details und die Kriterien für die Umstellungsphase werden in diesen Tagen ausgehandelt.

Wie viel der neue Kollektivvertrag kosten wird, kann derzeit noch nicht beziffert werden. Dafür muss erst der konkrete Finanzbedarf in über 150 Organisationen aus Feldern wie der Altenpflege, der Integrationshilfe, der Kinder- und Jugendhilfe und der Gesundheitsdienste ermittelt werden.


Kollektivvertrag

Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und Lohnerhöhungen sind nicht selbstverständlich, sondern müssen im Kollektivvertrag jährlich ausgehandelt werden.

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