23.03.2011
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Geringe Qualifikation führt nicht zwangsläufig in Sackgasse

Sutterlüty zeigt vor, dass auch Menschen ohne Berufsausbildung eine Chance verdienen

Am 20. Mai 2011 findet in der Arbeiterkammer Vorarlberg eine Fachtagung zum Thema „Niedrigqualifizierte“ statt. Dass auch Menschen ohne Berufsausbildung eine Chance verdienen und das Potenzial haben, großartige Leistungen zu vollbringen, zeigt das Beispiel von Angelika Höffernig.


Mit 23 Jahren wurde Angelika Höffernig als Handelsarbeiterin in Teilzeit bei Sutterlüty angestellt. Vorzuweisen hatte sie vor sechs Jahren recht wenig: Keine abgeschlossene Berufsausbildung und auch kein längeres Angestelltenverhältnis. Trotzdem bekam sie bei Sutterlüty ihre Chance. „Zu der Zeit, als ich nach der Polytechnischen Schule eigentlich eine Lehrstelle suchen sollte, hatte ich mit familiären Problemen zu kämpfen. Ich habe mich schließlich mit Jobs wie Zimmermädchen und Küchenhilfe über Wasser gehalten“, erzählt die heute 29-Jährige. Mit 19 Jahren hatte die junge Frau als Hilfsarbeiterin im Einzelhandel angefangen, bis sie schließlich vier Jahre später bei Sutterlüty eingetreten ist.

Konsequenz und Willenskraft

„Mein großes Ziel war es, die Lehrabschlussprüfung nachzuholen. Das habe ich bereits beim Einstellungsgespräch erwähnt und auch gefragt, ob ich finanzielle Unterstützung erhalte“, erinnert sich Höffernig. Mit dieser Einstellung stieß sie bei Mag.
Mario Hammerer, Leiter der Sutterlüty Akademie auf offene Ohren. „Wenn ich merke, dass jemand arbeiten und sich weiterentwickeln möchte, dann rennt er offene Türen bei uns ein“, so Hammerer. Mittlerweile hat Höffernig nicht nur dieses Ziel erreicht: Neben dem positiven Lehrabschluss leitet sie eine eigene Abteilung, ist diplomierte Käsesommeliere und hat zudem die Lehrlingsausbilderprüfung erfolgreich absolviert. Das alles ist in lediglich sechs Jahren möglich gewesen. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich das alles erreicht habe und bei Sutterlüty die Chance erhalten habe, einen Neustart zu machen“, sagt Höffernig.

Potenzial der Menschen nutzen

Die junge Frau hat mit ihrer Willenskraft und Konsequenz in kurzer Zeit alles das nachgeholt, was sie in ihren Jugendjahren verpasst hat. Wichtig ist jedoch, dass auch der Arbeitgeber mitspielt. „Wir wissen, dass der Arbeitsmarkt in Vorarlberg sehr begrenzt ist. Deshalb ist es uns wichtig, mit dem Potenzial, das wir im eigenen Land haben, sorgsam umzugehen. Wir versuchen, in jedem Menschen das ‚B‘sundrige‘ zu erkennen und das auch entsprechend zu fördern“, fasst Hammerer die Unternehmensphilosophie zusammen.

Bei der Fachtagung der AK Vorarlberg im Mai stehen neben positiven Beispielen auch die Herausforderungen im Mittelpunkt, die der Umgang mit Geringqualifizierten mit sich bringt.

„Qualifikationsland Vorarlberg – Die Zukunft der Niedrigqualifizierten“
Fachtagung der AK Vorarlberg am 20. Mai 2011 von 16 bis 21 Uhr im AK-Festsaal in Feldkirch, Anmeldungen ab 26. April 2011 möglich, Eintritt frei


Niedrigqualifizierte Arbeit wird auch in Zukunft benötigt. Sie ist durch Produktionsverlagerung und Rationalisierung keineswegs verschwunden, schon gar nicht in den persönlichen Dienstleistungen. Doch die Anforderungen an niedrigqualifizierte Arbeit haben sich grundlegend gewandelt – den klassischen „Hilfsarbeiter“ will niemand mehr. Wer also sind heute die „Niedrigqualifizierten“, was sollten sie können und welchen Platz haben sie künftig auf dem Arbeitsmarkt angesichts eines massiven demografischen Wandels?

Diese Fragen behandeln die geladenen Experten bei der AK-Fachtagung.  

Programm und Referenten:

  • Florian Neumann vom Forschungsinstitut Berufliche Bildung aus Nürnberg: Wer und was sind die Niedrigqualifizierten? Restgröße des Arbeitsmarkts oder eine zukünftige Ressource?
  • Julia Casutt, Leiterin von AMOSA – Arbeitsmarktbeobachtung Ostschweiz, Aargau und Zug: Geringqualifizierte Stellensuchende in der Ostschweiz – Herausforderungen und Chancen
  • Univ.-Prof. Dr. Gudrun Biffl, Department für Migration und Globalisierung, Donau-Universität Krems: Niedrigqualifizierte – Perspektiven für Österreich: Arbeitsmarkt, Demografie, Bildungspolitik
  • Diskussionsrunden mit Fachleuten und Kommunikationstreff

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