16.1.2014
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Hilfe für die Generation 50+: „Kein Grund zu warten“

Von der AK Vorarlberg gefordert, hat die Bundesregierung die Wiedereinführung des Bonus-Malus zur Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern beschlossen – allerdings erst ab 2017. „Es gibt keinen vernünftigen Grund, so lange zu warten“, sagt AK-Präsident Hubert Hämmerle, „Wir brauchen diese sinnvolle Maßnahme jetzt!“   

Die Arbeitsmarktdaten zum Jahreswechsel sind für AK-Präsident Hubert Hämmerle ein Alarmzeichen. Der Dezember 2013 hatte insgesamt einen massiven Einbruch am Stellenmarkt gebracht, die höchste Steigerung verzeichnete das AMS dabei bei den über 50-Jährigen. Im Jahresvergleich waren 390 Menschen der Generation 50+ mehr als arbeitslos gemeldet – 19,1 Prozent mehr als zum Jahreswechsel 2012. Dass auch die Zahl der Schulungsteilnehmer in dieser Altersgruppe annähernd gleich geblieben ist, deutet für AK-Präsident Hubert Hämmerle darauf hin, dass bei akuten Problemen wieder verstärkt die älteren Arbeitnehmer zum Handkuss kommen. Zu alt, deshalb angeblich zu teuer und angeblich mit zu hohem Krankheitsrisiko behaftet. So und ähnlich lautet oftmals die Argumentation. Zahlreiche Studien belegen nämlich, wie haltlos derartige Vorurteile sind.   

Rad nicht neu erfinden

„Die Erfahrung älterer Arbeitnehmer ist ein Schatz für die Unternehmen. Sie tun sich dennoch schwer am Arbeitsmarkt. Mit dem Bonus-Malus-System für ältere Arbeitnehmer kann man dem entgegenwirken. Das System hat sich schon einmal zwischen 1996 und 2006 bewährt. Man muss das Rad nicht neu erfinden.“   

Sinnvolle Maßnahme

AK-Präsident Hubert Hämmerle ist froh, dass die neue Bundesregierung die Vorteile des Systems (siehe Kasten) prinzipiell erkannt hat und den Bonus-Malus wieder einführen will. „Allerdings, und das ist mir unverständlich, soll das erst im Jahr 2017 der Fall sein. Das Bonus-Malus-System ist eine sinnvolle Maßnahme, und es gibt keinen Grund, so lange zu warten.“ Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung unterstreicht die Notwendigkeit, der Generation 50+ zu helfen.     

Große Signalwirkung

Die sozialversicherungsrechtliche Änderung würde Unternehmen belohnen, die ältere Personen einstellen beziehungsweise auch in turbulenteren Zeiten zu ihren langjährigen Mitarbeiter steht.

Im Auftrag des Wirtschaftsministeriums hatte das Forschungsinstitut Synthesis in einer Studie bewiesen, dass das Bonus-Malus-System unzweifelhaft „eine höhere Integrationswirkung“ hatte als andere Maßnahmen des AMS. Vorrangig, so die Forscher, sei nicht einmal die reine Kosten-Nutzen-Rechnung für die Betriebe der größte Nutzen des Systems gewesen. Vielmehr griff die damit verbundene Signalwirkung, älteren Bewerbern überhaupt „größere Aufmerksamkeit“ zu schenken sowie die offenbar guten Erfahrungen der Betriebe mit neuen älteren Mitarbeitern: Der niedrige Prozentsatz an wieder aufgelösten Dienstverhältnissen nach kurzer Zeit war auffällig. „Es war kurzsichtig, das Bonus-Malus-System abzuschaffen“, kritisiert Hämmerle.  

Wertschätzung durch Politik

Der Bonus muss einen hohen Anreiz ausüben, gleichzeitig der Malus spürbar ausfallen, fordert AK-Präsident Hubert Hämmerle. „Die rasche Wiedereinführung wäre auch ein klares Signal der Politik: eine Wertschätzung der älteren Arbeitnehmer, die ihnen zusteht!“  

So funktionierte das System

 

Der Bonus

Damit wurde die Bereitschaft von Betrieben verstärkt, bei der Besetzung von freien Stellen auch Erwerbstätigen über 50 Jahre eine Chance zu geben. Für Dienstgeber entfiel ihr 3-Prozent-Beitrag zur Arbeitslosenversicherung.  

Der Malus

Betriebe, die das Beschäftigungsverhältnis mit langjährigen Mitarbeitern auflösten, mussten mit einem Malus rechnen. Auch er orientierte sich an der Beitragsgrundlage zur Arbeitslosenversicherung.

 

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