25.08.2011
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Gemeinsamer Kampf für sanfte Rückkehr an den Arbeitsplatz

Das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) würde Menschen in Langzeitkrankenständen den Wiedereinstieg in den Job erleichtern. Die AK Vorarlberg, der ÖGB Vorarlberg, die Wirtschaftskammer, die Ärztekammer sowie die Vorarlberger Gebietskrankenkasse drängen nun gemeinsam auf die Umsetzung.

Bereits letztes Jahr im Herbst wurde in der AK-Vollversammlung ein entsprechender Antrag für die Einführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements einstimmig beschlossen. Reaktionen vom Bund blieben bisher jedoch aus, was in Vorarlberg auf Unverständnis stößt. „Beim BEM hat die Gesundung des Arbeitnehmers oberste Priorität. Das alte Schema krank oder volle Arbeitsbelastung funktioniert schon lange nicht mehr. Deshalb ist ein fließender und damit schonender Übergang vom Langzeitkrankenstand in das Arbeitsleben umso wichtiger“, betont AK-Präsident Hubert Hämmerle.

Gemeinsam Verbesserung erwirken

Konkret sollte der sanfte Übergang unter dem Dach der Krankenstandsregelung erfolgen und ist damit explizit kein Teilzeit-Krankenstand. „Betroffene sollen die Möglichkeit haben, Arbeitsversuche zu machen, wenn sie mehr als 40 Tage dauernde Krankenstände hinter sich haben“, erklärt Hämmerle. Besonders wichtig dabei ist neben einer ärztlichen Bewilligung auch die Freiwilligkeit seitens des Arbeitnehmers als auch des Arbeitgebers.

Ziele des BEM

Das betriebliche Eingliederungsmanagement hat sich hohe Ziele gesetzt: Gemeinsam mit dem Arbeitgeber sollen Ursachen von Arbeitsunfähigkeit eines Beschäftigten nachgegangen werden, damit zukünftige Probleme vermieden oder zumindest verringert werden. Zudem soll der Rehabilitationsbedarf zur Sicherung der Erwerbsfähigkeit frühzeitig erkannt und im Anschluss notwendige Rehabilitationsmaßnahmen eingeleitet werden. „Das umfasst beispielsweise Aus- und Weiterbildungen oder entsprechende Arbeitsplatzadaptierungen, die den Arbeitsalltag der Beschäftigten erleichtern“, so Hämmerle.

In einem sind sich alle einig: Es ist dringend notwendig, dass sich rasch eine Lösung abzeichnet. Die Weichen wurden bereits gestellt. Was jedoch noch fehlt, sind Adaptierungen im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG), um die betriebliche Eingliederung von Langzeitkranken auch rechtlich zu ermöglichen. „Gesetzliche Grundlagen stehen noch aus. Hier wird der Bund in die Pflicht genommen“, so Hämmerle abschließend.   


Hubert Hämmerle © Jürgen Gorbach, AK

Statement Hubert Hämmerle, AK-Präsident

Ein betriebliches Eingliederungsmanagement ist dringend notwendig und sollte schnellstmöglich umgesetzt werden. In Vorarlberg leiden bereits 65 Prozent der Beschäftigten sehr stark bzw. stark unter dem Gefühl der Überlastung.

Manfred Rein © AK, AK

Statement Manfred Rein, WKV-Präsident

Mit dem betrieblichen Eingliederungsmanagement können sich Arbeitnehmer, die lange krank waren, im Rahmen der ärztlichen Unbedenklichkeit wieder am Arbeitsprozess beteiligen, wie von der WKV seit Jahren gefordert.

Norbert Loacker © Georg Alfare, Fotograf

Statement Norbert Loacker, ÖGB-Landesvorsteher

Wer mehr als 40 Krankenstandstage hinter sich hat und dann sofort wieder 100 Prozent leisten muss, läuft schneller Gefahr, wieder krank zu werden, als jemand, der unter Berücksichtigung seines körperlichen Zustandes am Arbeitsplatz integriert wird.

Michael Jonas © Georg Alfare, Fotograf

Statement Dr. Michael Jonas, Ärztekammer-Präsident

Nachdem solche Ansätze in der Schweiz und in Liechtenstein bereits umgesetzt werden, haben wir durch die Grenzgänger, die bei uns behandelt werden, bereits Erfahrungswerte. Aus ärztlicher Sicht sind solche Maßnahmen auf alle Fälle zu empfehlen.

Manfred Brunner © Georg Alfare, Fotograf

Statement Manfred Brunner, Obmann VGKK

Das betriebliche Eingliederungsmanagement, wie es hier gefordert wird, würde nicht nur dem betroffenen Beschäftigten helfen, sondern auch seinem Arbeitgeber sowie den Sozialversicherungen. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

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