27.02.2013
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Hämmerle: Beschäftigung der „Generation 50+” belohnen

Die Erfahrung älterer Arbeitnehmer ist ein Schatz. Sie tun sich dennoch extrem schwer am Arbeitsmarkt. AK-Präsident Hubert Hämmerle tritt deshalb für ein Bonus-Malus-System für ältere Arbeitnehmer ein. Es hat sich schon einmal bewährt.


„Man kann einen Zustand beklagen und die Hände in den Sack stecken, oder man kann intelligente Lösungen umsetzen“, gibt sich AK-Präsident Hämmerle mit dem Los einer steigenden Zahl an Menschen nicht zufrieden, angeblich „zu alt“ für einen Job zu sein. Mit einer sozialversicherungsrechtlichen Änderung will Hämmerle zweierlei erreichen: einerseits sollen Unternehmen belohnt werden, wenn sie Personen der Generation 50+ einstellen, andererseits sollen ältere Mitarbeiter länger im Betrieb gehalten werden. „Diese Anreize lassen sich mit einem einfachen Bonus-Malus-System sehr gut steuern.“

Lenkung über Versicherungsbeitrag

Eine derartige Lenkungsmaßnahme für den Arbeitsmarkt war in Österreich bereits einmal wirksam. Ab April 1996 entfiel bei der Einstellung von Arbeitnehmern ab 55 Jahre der Dienstgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung, ab Oktober 2000 galt die Befreiung bereits ab dem 50. Lebensjahr. Eine Malus-Zahlung war für jene Betriebe fällig, die langjährige ältere Mitarbeiter auf die Straße setzten. Die Malus-Höhe entsprach einem bestimmten Teil der Beitragsgrundlage des Dienstgebers zur Sozialversicherung – bis die arbeitsmarktpolitische Maßnahme 2006 wieder abgeschafft wurde. Obwohl im Auftrag des Wirtschaftsministeriums das Forschungsinstitut Synthesis in einer Studie zum Schluss gekommen war, dass das Bonus-Malus-System unzweifelhaft „eine höhere Integrationswirkung“ hatte als andere Maßnahmen des AMS.

Große Signalwirkung

Als vorrangig förderlich hätte sich, so die Synthesis-Forscher, weniger die reine Kosten-Nutzen-Rechnung der Betriebe erwiesen. Vielmehr griff die damit verbundene Signalwirkung, älteren Bewerbern überhaupt „größere Aufmerksamkeit“ zu schenken sowie die offenbar guten Erfahrungen der Betriebe mit neuen älteren Mitarbeitern: Der niedrige Prozentsatz an wieder aufgelösten Dienstverhältnissen nach kurzer Zeit sei „auffällig“.

Unverständliche Haltung Wiens

„Es war kurzsichtig, das Bonus-Malus-System abzuschaffen“, kritisiert Hämmerle und sieht als Grund offensichtlichen Unwillen in Wien. Während in allen anderen Bundesländern der Bonus zumindest bei jeder vierten Neuanstellung genutzt wurde (in Vorarlberg sogar zu 60,6 Prozent!), nahmen Wiener Betriebe in nicht einmal einem Prozent der Fälle den Bonus in Anspruch.
AK-Präsident Hubert Hämmerle hält nichts davon, Unternehmen eine Mindestquote älterer Arbeitnehmer vorzuschreiben. „Vielmehr muss der Bonus hohen Anreiz haben und der Malus spürbar ausfallen, damit ältere Arbeitnehmer wieder jene Wertschätzung erhalten, die ihnen zusteht.“

In die gleiche Kerbe schlägt AMS-Landesgeschäftsführer Anton Strini: „Ich halte es für einen wichtigen und geeigneten Schritt zur Unterstützung älterer Arbeitnehmer, vorausgesetzt, Bonus und Malus sind in diesem System auch für Unternehmen spürbar ausgeprägt.“

Das Bonus-Malus-Modell
Der Bonus
Mit einem Bonus wird die Bereitschaft von Betrieben verstärkt, bei der Stellenbesetzung auch Erwerbstätige über 50 Jahre eine Chance zu geben. Für Dienstgeber entfällt ihr 3-Prozent-Beitrag zur Arbeitslosenversicherung.

Der Malus
Betriebe, die das Beschäftigungsverhältnis mit langjährigen Mitarbeitern auflösen, haben mit einem Malus zu rechnen. Auch er orientiert sich an der Beitragsgrundlage zur Arbeitslosenversicherung.

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Telefon 050/258-8000
E-Mail bestellen@ak-vorarlberg.at

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