31.5.2013
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Klare Mehrheit für den Umbau des Steuersystems

Repräsentative Erhebung der AK Vorarlberg: Wo die Vorarlberger Arbeitnehmer den Hebel ansetzen würden, um die Steuerlast gerechter zu verteilen

Mit dickem Stift schreiben die Vorarlberger den Politikern ins Stammbuch: Führt Vermögenssteuern ein, und zwar dringend! Freibetragsgrenzen sollen dabei sicherstellen, dass es die Richtigen trifft. Auch höhere Grundsteuern finden im Land der Häuslebauer durchaus Akzeptanz.


Grafik Umfrage 2012 © AK, AK
Die AK Vorarlberg wollte es wissen: Stehen die Erwerbstätigen hinter einer höheren Besteuerung von Vermögen? Sie hat den Göfner Meinungsforscher Dr. Edwin Berndt deshalb mit einer repräsentativen Erhebung beauftragt. Die Ausgangsfrage begann mit der Feststellung, dass im Vergleich mit anderen Ländern in Österreich Arbeit
sehr hoch, Vermögen dagegen sehr niedrig besteuert ist. Diese Situation "… gehört dringend geändert" bejahten überwältigende 86 Prozent. Nur mickrige sechs Prozent finden, diese Situation "… passt so, wie sie ist." Acht Prozent war das Thema egal.

Die Angestellten halten die Änderung des Steuersystems tendenziell für dringender als die Arbeiter. Die beiden
Gruppen weichen allerdings nur vier Prozentpunkte voneinander ab.

Klare Präferenzen

Die Interviewer hakten unter den Befürwortern nach, legten eine Reihe von möglichen Einnahmequellen, aber auch denkbare Einsparungsmöglichkeiten vor. Dabei waren mehrere Antworten möglich:

  • Dabei stellten sich Vermögenssteuern mit Freibeträgen mit sehr hohen 90 Prozent Zustimmung als Spitzenreiter heraus.
  • Wenig überraschend, dass eine höhere Besteuerung von Stiftungen sowie Einsparungen bei der Verwaltung auf hohe Werte kam.
  • Höhere Grundsteuern stoßen im Land der Eigenheime und Eigentumswohnungen naturgemäß auf geringeres Verständnis, 25 Prozent Befürworter sind dennoch bemerkenswert.
  • Auch die Wiedereinführung einer Schenkungs- und Erbschaftssteuer halten je nach Teilgruppe bis zu 31 Prozent der Vorarlberger Arbeitnehmer für gerechtfertigt.

Unmut über Sozialbereich

Die Interviewer stellten in einem dritten Schritt die Zusatzfrage nach weiteren Möglichkeiten, die ungleiche
Belastung von Vermögen und Arbeit einnahmen- oder ausgabenseitig zu korrigieren. Die Antworten waren insofern auffällig, als dass diese spontanen Angaben vor allem die Vorschläge für Einsparungen bekräftigten, die bereits im zweiten Teil des Fragekatalogs behandelt worden waren.

Daten und Fakten 2012 © AK, AK

Konkret brachte ein Fünftel noch einmal das Thema Sozialleistungen aufs Tapet. Zuvor hatten bereits 36 Prozent für Einsparungen im Sozialbereich plädiert. Beweggründe sind offensichtlich ein latenter Unmut über tatsächliche oder vermeintliche Missbräuche des Sozialsystems. Ein erklecklicher Teil der Bevölkerung hält unser Land für „übersozialisiert“, so oder so ist der Ruf nach schärferen Kontrollen nicht zu überhören. Je älter die Befragten waren und je höher ihre berufliche Stellung, desto höher lag die Akzeptanz für Einsparungen im Sozialsystem. Die Männer würden dabei weit rigoroser an den Schrauben drehen als die Frauen.

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