31.10.2012
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Preissteigerungen: Jeder Neunte massiv belastet!

Die Lebenshaltungskosten preschen davon. Die AK Vorarlberg hat repräsentativ erheben lassen, wie sich die drastisch gestiegenen Preise auf die Arbeitnehmer auswirken.

steigende Preise 2012 © AK, AK

Ein Brot, eine kleine Milch als Notwendigkeiten, ein Stück abgepackter Speck – nichts Extravagantes – und eine kleine Streichwurst für den spontanen Gusto. 13 Euro 20, sagt die Kassierin im Supermarkt. In „echtem“ Geld will man sich das gar nicht vorstellen. Ist aber auch schon lange her mit der Euro-Einführung. Noch weiter zurück liegt der EU-Beitritt, der eine Zeit lang tatsächlich zu Preissenkungen bei zahlreichen Lebensmitteln führte. Das Blatt hat sich längst wieder gewendet.
Bei den Dingen, die man in den Einkaufswagen legt, spüren Herr und Frau Vorarlberger die drastisch gestiegenen Lebenshaltungskosten ganz besonders. Lebensmittel sind teuer wie noch nie. In welchem Bereich belasten Sie und Ihre Familie die Kostensteigerungen am meisten? Die AK Vorarlberg ließ die Antwort repräsentativ erheben, 63 Prozent reihen Lebensmittel an die erste Stelle (siehe Bild).     

Massive Probleme für jeden Neunten

Noch kommt der überwiegende Teil der Arbeitnehmer einigermaßen mit dem zur Verfügung stehenden Haushaltseinkommen klar. 46 Prozent spüren die Preissteigerungen „etwas“, aber sie finden finanziell das Auslangen. Doch schon fast jeder Dritte (31 Prozent) klagt: Das Familieneinkommen „reicht kaum“. Prekär stellt sich die Situation für jeden neunten Vorarlberger dar: „Wir sind massiv betroffen, unser Haushaltseinkommen reicht nicht aus, um alle anfallenden Kosten zu decken.“

In Wirklichkeit Reallohnverlust

Die Inflationsrate ist eine der Maßeinheiten, mit denen Volkswirtschaftler die Veränderungen des Preises, den man fürs Leben zahlt, fassbar zu machen versuchen. Sie betrug 3,5 Prozent im vorigen Jahr. Und auch wenn die Lohn- und Gehaltserhöhungen in verschiedenen Branchen um diesen Wert kreisten, entwickeln sich die Einkommen in Wirklichkeit rückwärts: Das österreichische Steuersystem benachteiligt die Arbeitnehmer und frisst, was am Lohnzettel bei „Brutto“ mehr herauskommt, zu einem großen Teil auf. AK-Präsident Hubert Hämmerle drängt deshalb vehement auf einen gerechten Umbau des Steuersystems.

Bedrängnis nimmt zu

Der Personenkreis, der in finanzielle Bedrängnis kommt, wächst auch in dem an sich wohlhabenden Vorarlberg. Von rund 153.000 Haushalten waren knapp 12.600 auf den Heizkostenzuschuss des Landes angewiesen. Über die Dunkelziffer der Personen, die aus Scham, Unwissenheit oder anderen Gründen auf diese finanzielle Unterstützung verzichten, gehen die Schätzungen auseinander.
Die ständig steigenden Lebenshaltungskosten belasten nicht nur, aber vor allem drei Gruppen:

  • Wertet man die aktuelle AK-Erhebung nach dem Alter aus, sehen sich 23 Prozent der bis 30-Jährigen „massiv“ betroffen. Das ist jener Teil der Bevölkerung, der noch mitten in der Existenzgründung steckt. Zur Erinnerung: Im Durchschnitt sind es „nur“ elf Prozent. In dieser Aufbau- und Anschaffungsphase schlagen auch die Preissteigerungen für den Bereich Wohnen besonders spürbar durch.
  • Unter den Frauen sind es hohe 18 Prozent. Die dahinterstehenden Probleme sind bekannt: Frauen sind in höherem Maß teilzeitbeschäftigt, verdienen bei gleicher Leistung und Position immer noch statistisch gesehen weniger als Männer, überdurchschnittlich viele arbeiten in Billiglohnbranchen.
  • Nach beruflicher Stellung weisen Arbeiter (15) einen doppelt so hohen Wert an Betroffenheit aus wie Angestellte (7).

Auf hohem Niveau

Mit zunehmendem Alter und dem Erreichen einer gewissen beruflichen Stellung nimmt der Anteil der von den Preissteigerungen am stärksten Betroffenen ab. In der Gruppe der „sehr“ Betroffenen bleibt er jedoch auf hohem, gering überdurchschnittlichem Niveau. 33 Prozent geben an, das Familieneinkommen „reicht kaum“. Auch unter ihnen sind die Arbeiter mit 46 Prozent viel stärker tangiert als Angestellte mit 16 Prozent.
Dieses Bild lässt sich zum Beweis auch umgekehrt zeichnen: Insgesamt 46 von 100 sind von der Preisentwicklung „etwas“ betroffen, für Angestellte (58) trifft dies stärker zu wie für Arbeiter (33).

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Verwandte Links

Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK