6.11.2017
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Mein Recht auf eine sichere Pension

Mein Recht auf eine sichere Pension  © Tbwa

Das österreichische Pensionssystem wird in vielen Ländern gelobt – nur in Österreich nicht. Neoliberale „Experten“ reden unsere Alterssicherung krank. In von der Industrie bezahlten „Studien“ wird eine weitere „große Pensionsreform“ gefordert. Ganz so, als hätte es nicht schon längst umfassende Reformen gegeben, die unser System auf den demographischen Wandel vorbereiten. Draufzahlen würden bei einer neoliberalen Pensionsreform vor allem die heute Jüngeren. Weismachen will man ihnen aber das Gegenteil. Was dahinter steckt, liegt auf der Hand: Teile der Wirtschaft wollen die Pensionskosten senken, um im Budget Spielraum zu schaffen. Vielleicht um damit Steuergeschenke für große Konzerne zu finanzieren?

Was heißt das für die ArbeitnehmerInnen?

  • Weniger Pension, weil Pensionen gekürzt werden. Oder:

  • Später in Pension gehen, weil das Antrittsalter raufgesetzt wird.  – Und wer es nicht schafft, länger zu arbeiten, kriegt einfach weniger Pension.

Wo gibt es tatsächlich Probleme bei der Alterssicherung?

Unser Pensionssystem ist nach den vielen Reformen zukunftsfit. Verglichen mit anderen Ländern sichert es gute Pensionen. Trotzdem haben viele Schwierigkeiten. Die Pension errechnet sich im neuen Recht aus dem durchschnittlichen Einkommen im Laufe eines Arbeitslebens. Das ist für Menschen ein Nachteil, deren Einkommen oft schwankt und phasenweise sehr gering ist.

Besonders betroffen sind zum Beispiel:  

  • Menschen, die oft und lange arbeitslos sind – etwa Leiharbeiter, Saisonarbeiter oder Beschäftigte in Branchen, die ihre MitarbeiterInnen häufig beim AMS „zwischenparken“.

  • Menschen, die viele Jahre in Teilzeit oder prekär beschäftigt sind – etwa Frauen mit kleinen Kinder, die keine Kinderbetreuung zur Verfügung haben. Oder junge Menschen, die eine lange Ausbildung gemacht und dann jahrelang zu Dumpingpreisen als „Praktikanten“ arbeiten müssen.

  • Beschäftigte, die nur zum Teil angemeldet sind und den Rest „auf die Hand“ bekommen – ohne zu wissen, dass der Arbeitgeber dafür keine Pensionsbeiträge zahlt und ihre spätere Pension entsprechend niedriger sein wird.  

Was braucht es, um das Pensionssystem zukunftsfit zu erhalten?

  • Gute Ausbildung und gute Arbeitsplätze: Die beste Absicherung für die Pensionen der Älteren ist die möglichst gute Erwerbseinbindung der Jüngeren.

  • Arbeit, von der man leben kann: Wer sich ein Leben lang mit schlechten Löhnen durchfrettet, zahlt wenig ins Pensionssystem und kriegt am Ende wenig raus. Ein gut funktionierendes Kollektivvertragssystem ist eine der Grundvoraussetzungen.  

  • Arbeit statt Jobs: Hier ein paar Stunden angestellt, da ein Werkvertrag, dort eine befristete Stelle… Immer mehr Menschen müssen sich ihr Einkommen zusammenstückeln oder hanteln sich von Job zu Job. Die schlechte Absicherung rächt sich in der Pension. Prekäre Arbeitsformen müssen daher zurückgedrängt werden.

  • Flächendeckende Kinderbetreuung: Eltern müssen eine kostenlose, hochqualitative Kinderbetreuung in ihrer Nähe haben, damit sie Beruf und Familie leichter unter einen Hut bekommen.

  • Mehr Kontrollen in Branchen, in denen immer wieder mit Sozialabgaben getrickst wird – und entsprechend mehr Personal dafür. Sozialbetrug schädigt die einzelnen ArbeitnehmerInnen, schwächt das Sozialsystem und untergräbt den fairen Wettbewerb.

  • Arbeitsplätze, die nicht krankmachen. Arbeitsplätze, die einem auch mit 50+ angeboten werden. Damit die Menschen überhaupt eine Chance haben, bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter zu kommen. Viele möchten dies, doch sind nicht mehr gesund genug oder finden keine Arbeit mehr. Rund 18 Prozent gehen aus der Arbeitslosigkeit in die Alterspension. Quelle

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Studie: Pensionssysteme in Vergleich: Österreich schneidet besser ab als Deutschland. Das System ist kostengünstiger und sicherer. Gleichzeitig sind die Pensionen höher, zeigt eine Studie der Böckler Stiftung. Mehr Infos? Hier entlang.

Medienberichte: Pensionssysteme im Vergleich: In Österreich liegt die Durchschnittspension um mehrere Hundert Euro höher als in Deutschland, die Angst vor Altersarmut ist viel geringer. Dabei ist das Pensionssystem ähnlich aufgebaut. Wie haben wir das in Österreich geschafft? Internationale Medien berichten darüber.

Von wegen Kostenexplosion: Gerne wird Panik gemacht, wenn es um Pensionen geht. Doch seriöse Bewertungen zeigen: Die oft beschworene Kostenexplosion in den nächsten Jahrzehnten bleibt aus. Mehr Infos? Bitte hier entlang.

TIPP

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