16.9.2015
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Die Lehre braucht Qualität

Die Durchfallquote bei Lehrlingen in Vorarlberg ist im Jahresabstand wieder gestiegen – fast jeder fünfte scheitert – für AK Vorarlberg ist Reform unumgänglich, es besteht akuter Handlungsbedarf.

Die Zeit drängt

Die jüngsten Zahlen der Wirtschaftskammer zeigen es deutlich: Der ehemalige Exportschlager, die duale Ausbildung, schlingert bedrohlich. Für AK-Präsident Hubert Hämmerle ein klarer Fall: „Wir müssen deutlich mehr in die Qualität investieren!“

Immer schlechter

Denn der Trend setzt sich fort. Von den 57.589 Lehrlingen, die 2014 zur Abschlussprüfung angetreten sind, sind 10.543 durchgefallen. Damit haben österreichweit 18 von 100 Prüflingen nicht bestanden. 2013 lag die Durchfallquote bei 17,7 Prozent. Jetzt beträgt sie 18,3 Prozent. In Vorarlberg liegt der Durchschnitt bei 17,9 Prozent, in Gewerbe und Handwerk scheitert jeder Fünfte (21,9 Prozent).

Lehrabschlussprüfungen im Vergleich © Quelle: APA, WKO, Grafik: KEYSTONE Foto: Fotolia

So viele geben auf

Hinter diesen nackten Zahlen verbergen sich Schicksale. Jugendliche, die perspektivenlos am Arbeitsmarkt scheitern müssen. Zwar kann man zur Lehrabschlussprüfung mehrmals antreten. Aber Jahr für Jahr fallen mehr Lehrlinge durch, als es Wiederholungsprüfungen gibt: 2014 gab es bei über zehntausend negativen Prüfungen nur 4730 Wiederholer. Rund sechstausend Lehrlinge haben also das Handtuch geworfen und stehen ohne abgeschlossene Berufsausbildung da. Dazu kommen noch jene, die schon viel früher aufgegeben haben.
„Diese Entwicklung dürfen wir nicht länger stillschweigend zur Kenntnis nehmen“, sagt AK-Präsident Hämmerle, und er stellt Fragen: „Wir wissen bis heute nicht, wie viele Lehrlinge in der Theorie, in der Praxis oder im Fachgespräch scheitern.“  Diese Zahlen müssen nun auf den Tisch. Hämmerle erwartet sich angesichts der Fakten das gemeinsame Bekenntnis aller Beteiligten, dass hier ein ernstes Problem vorliegt. „Wir dürfen das Thema nicht länger schönreden.“ Auch die ewige Suche nach Schuldigen bringe die Lehre so wenig weiter wie der permanente Verweis darauf, dass in Vorarlberg die Uhren anders ticken.

Beendigung von Lehrverhältnissen © AK, AK

Ohne Qualität keine Zukunft

Zwar weise Vorarlberg im Bundesländerranking noch da und dort Spitzenwerte vor, doch längst nicht mehr durchgängig. „Wenn wir schon das Bundesland der besten Lehrlingsausbildung sein wollen, dann muss Vorarlberg hier wieder Impulse setzen.“ Hämmerle fordert in diesem Zusammenhang dringend die Wiedereinführung der Zwischenprüfung zur Hälfte der Lehrzeit. Alle Partner müssten gemeinsam an einem Strang ziehen, denn „nur wer in die Qualität der Ausbildung investiert, schafft den Jugendlichen eine Zukunft“. Die Fehler der Vergangenheit – Abschaffung des Blum-Bonus, die Streichung der Qualitätssicherung und die Einführung der Lehrlingskündigung – zeigten immer deutlicher ihre Wirkung. So dürfe es auf keinen Fall weitergehen.

AK erfocht wichtige Impulse für die Lehre

Land, Sozialpartner und AMS sind sich einig: Die Lehre muss aufgewertet werden.

Brennpunkt Lehre

Seit 2008 haben sich österreichweit 7552 Unternehmen aus der Lehrlingsausbildung verabschiedet – 22.372 Lehrplätze gingen verloren.

Lehre mit Matura

AK-Prä­si­dent Häm­mer­le: „Das ist eine klare Auf­wer­tung der dualen Aus­bil­dung!“

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