26.01.2012
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Hämmerle: „Nicht wieder bei Familien den Sparstift ansetzen“

Interessenvertretung sieht für AK-Präsident Hämmerle anders aus. Er wehrt sich heftig gegen den Vorschlag von Bundesarbeitskammer (BAK) und Industriellenvereinigung (IV) zu einer neuen Familienförderung. „Alleinverdiener und Großfamilien wären bei diesem Modell die klaren Verlierer“, ärgert sich Hämmerle.


Der Vorschlag von BAK-Präsident Herbert Tumpel und IV-Präsident Veit Sorger sieht vor, dass künftig für jedes Kind 210 Euro pro Monat ausbezahlt wird, darüber hinaus soll es zweckgebundene 35-Euro-Gutscheine geben. Insgesamt sollen damit rund 100 Millionen Euro gespart werden. Verlierer wären nach einer Prüfung durch die Steuerexperten der AK Vorarlberg Alleinverdiener und Großfamilien.

Ungerechter Vorschlag

Unter dem Deckmäntelchen von Transparenz, Vereinfachung und besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollen den österreichischen Familien künftig ganze 100 Millionen Euro Unterstützung abgezwackt werden. Eine Durchschnittsfamilie mit zwei Kindern wäre durch den Tumpel-Sorger-Vorschlag nur dann besser dran, wenn die Frau arbeiten geht und die Kinderbetreuungskosten dadurch nicht zu hoch werden.

Der Gutschein über 35 Euro pro Monat hebt sich betraglich auf, wenn die Kinderbetreuungskosten pro Kind zirka 1000 Euro pro Jahr übersteigen. „Schlussendlich dreht es sich aber um den Alleinverdienerabsetzbetrag – wem einer zusteht, verliert, wer keinen hat, würde gewinnen“, sagt der AK-Präsident.

Am schlimmsten würde es große Familien mit mehr als drei Kindern treffen, bei denen die Mutter zu Hause bei den Kindern bleibt und eines davon womöglich auch noch Studieren geht. „Auch wir setzen uns für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie für bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten ein“, argumentiert Hämmerle, „allerdings soll das nicht auf dem Rücken von Großfamilien und Allleinverdienern passieren.“

Was Hämmerle am meisten ärgert, ist, dass sich die Vertreter der Wirtschaft mit Händen und Füßen wehren, wenn es um eine moderate Vermögensbesteuerung, eine Anpassung der Stiftungsbesteuerung oder die Abschaffung der Gruppenbesteuerung geht. Bei den Familien im Vorübergehen 100 Millionen Euro abzuzapfen sei offensichtlich aber kein Problem.

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