21.4.2016
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Legale Möglichkeiten, bei der Steuer zu sparen

Die „Panama-Papers“ empören und frustrieren. Doch auch dem sprichwörtlichen kleinen Mann von der Straße stehen Wege offen, bei seiner Steuerpflicht den maximalen Vorteil für sich herauszuholen.

STEUERSCHONUNG. Die sogenannten Panama-Papers werfen einmal mehr ein grelles Licht auf Praktiken der „Reichen und Schönen“, die Steuerbehörde zu Hause – vorsichtig gesagt – zu umgehen. Solange einzelne Staaten ihre Steuergesetze mit bestimmten Absichten so unterschiedlich konstruiert halten, wie es ist, werden viele der aufgedeckten Fälle juristisch keine Konsequenzen haben. Die Empörung ist vor allem eine moralische. Zu Recht: Die Mehrheit der Bevölkerung toleriert viele jener steuerschonenden Kniffe nicht mehr, die vor 2008 noch einfach zur Kenntnis genommen wurden. Die moralische Grundhaltung hat sich seit der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich verschoben.

Es wäre jedoch Illusion, zu glauben, dass Enthüllungen wie jene durch die Panama-Papers das Ungleichgewicht an Möglichkeiten beenden, wie „die da oben“ und „wir hier herunten“ Vermögen mehren und schonen können. Frust oder gar Neid taugen dabei nicht für Überlegungen, aus der eigenen Situation das Beste herauszuholen.

Persönliche Umstände nutzen

Vielmehr ist angesagt, alle Gelegenheiten und Umstände zu nutzen,  seine Steuerlast positiv – und selbstverständlich legal – zu beeinflussen. Hier die wichtigsten Tipps:  

  • Arbeitnehmerveranlagung: „Aus Bequemlichkeit oder Unkenntnis schenken noch immer Arbeitnehmer jedes Jahr zig Millionen dem Finanzamt“, weiß AK-Steuerexpertin Eva-Maria Düringer. Dabei ist ein Lohnsteuerausgleich keine Hexerei, „und wir helfen gerne!“
  • 2016 ist es möglich, noch bis zum Jahr 2011 zurück die Arbeitnehmerveranlagung nachzuholen.
  • Bereits für das Veranlagungsjahr 2015 können Arbeitnehmer, die wenig verdienen und keine Steuer zahlen, eine erhöhte Negativsteuer geltend machen. Ebenso gibt es erstmals eine Negativsteuer für Pensionisten (in der Höhe gedeckelt).
  • Mit der Steuerreform wurde ein Auslaufen der Topf-Sonderausgaben beschlossen. Mit dem 1.1.2016 sind neue (!) Ausgaben für Sanierung und Schaffung von Wohnraum sowie neu abgeschlossene Kranken- und Unfallversicherungen nicht mehr abzugsfähig. Allerdings: Bestehende Verträge werden noch bis 2020 steuerlich berücksichtigt, beispielsweise Zinsen für Wohnbaukredite. Düringer: „Ob die vorzeitige Rückzahlung – Stichwort: Landgeld – oder die Steuerbegünstigung unterm Strich mehr bringt, sollte sich jeder ausrechnen.“
  • Eine Vielzahl von beruflich bedingten Ausgaben ist steuerlich absetzbar. Eine ausführliche Übersicht mit Beispielen aus der Praxis finden Sie im kostenlosen AK-Ratgeber „Steuer sparen 2016“
  • Worüber die AK-Steuerrechtsexperten immer wieder verwundert sind: Viele chronisch Kranke wissen nicht, dass ihnen bei bestimmten Krankheiten, u. a. Diabetes, ein Freibetrag von bis zu 70 Euro pro Monat zusteht. Voraussetzung ist, dass eine Bestätigung des Sozialministeriumsservice (ehemals Bundessozialamt) vorliegt. 

Sicher: Im Vergleich zu den in den Panama-Papers geschilderten Offshore-Umtrieben geht es um bescheidene Summen. Es wäre trotzdem ein Fehler, das Geld einfach liegen zu lassen. Eine andere Frage für Otto Normalverbraucher ist, wo und wie sie ihr Geld veranlagen sollen. In Panama eher nicht. Halten Sie sich auf jeden Fall an folgende Faustregel: Finger weg von Finanzprodukten, die Sie nicht verstehen! 

Was heißt eigentlich …

Offshore? Der Begriff ist derzeit wieder einmal in aller Munde. Doch was bezeichnet Offshore eigentlich genau? Die aus dem Englischen wörtlich übersetzte Bedeutung „vor der Küste“ beschreibt  zunächst einmal wertfrei, dass jemand – zum Beispiel ein Unternehmen – bestimmte Funktionen oder Aufgaben nicht im Inland wahrnimmt, sondern sie ins Ausland verlagert. Je exotischer dieser Zielort (zum Beispiel als Steueroasen bekannte Karibikinseln), umso doppeldeutiger wird es: „Vor der Küste“ gelten schließlich andere Gesetze als auf dem Festland, so die Botschaft.



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