FAQs für Pauschalreisende

Was gilt generell für Pauschalreisende?

Wenn Sie eine Pauschalreise gebucht haben (z.B. eine Kombination von mehreren Reiseleistungen, meist Beförderung und Unterbringung), haben Sie das Recht, vor Antritt der Reise kostenlos vom Pauschalreisevertrag zurückzutreten beziehungsweise kostenlos zu stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe außergewöhnliche und unvorhersehbare Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Anreise erheblich beeinträchtigen.

Außergewöhnliche Umstände sind beispielsweise Kriegshandlungen am Reiseziel, Naturkatastrophen oder der Ausbruch einer schweren Krankheit am Reiseziel. Wann außergewöhnliche Umstände vorliegen, muss jedoch anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls beurteilt werden.

Achtung! 

Bei einer Reise-Buchung nach Ausbruch der Covid-Pandemie ist man daher unter Umständen nicht zum Rücktritt berechtigt, sofern man sich der konkreten Risiken bereits bewusst sein konnte. 

Reisewarnungen

Wie ist die Corona-Situation in dem Land, in das ich reisen möchte? Außenministerium

Wann soll ich stornieren?

Diese Frage können wir leider nicht pauschal beantworten. Es kommt immer auf den konkreten Einzelfall an.

Klar ist, dass eine kostenlose Stornierung dann möglich ist, wenn eine Reisewarnung für Ihren Urlaubsort zu Ihrem Abreisetag vorliegt. Außerdem kann kurz (ca eine Woche) vor Antritt der Reise kostenlos storniert werden, wenn die Gefahrensituation am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe außergewöhnlich hoch ist. Urlaubsantritt und Gefahrensituation müssen also zeitlich eng beisammen liegen.

Wenn Sie nicht bis kurz vor Reiseantritt zuwarten möchten, können Sie jetzt auf eigene Kosten stornieren. Grundsätzlich gilt: Je früher eine Reise storniert wird, desto günstiger sind die Stornokosten.

Jeder Reisende muss letztlich selbst entscheiden, ob er schon zu einem frühen Zeitpunkt die Reise (kostengünstig) storniert oder noch zuwartet, wie sich die Lage entwickelt.

Wer noch zuwarten will, könnte aufgrund der späteren Entwicklungen die Möglichkeit bekommen, kostenlos zu stornieren. Nicht auszuschließen ist aber, dass aufgrund einer Entspannung der Lage zu einem späteren Zeitpunkt keine kostenlose Stornierung mehr möglich sein wird.

Der Reiseveranstalter will mir statt der Rückzahlung einen Gutschein oder eine Umbuchung anbieten. Muss ich mich damit zufriedengeben?  

Nein. Das Pauschalreisegesetz sieht bei einer Gefahr am Urlaubsort keine Umbuchung auf eine Alternativreise vor. Auch die Ausstellung eines Gutscheins anstelle einer Rückerstattung ist nur dann zulässig, wenn Sie dieser Lösung zustimmen. Sowohl der Reisende als auch der Reiseveranstalter können daher sofort eine Auflösung des Vertrages inklusive Rückerstattung des Reisepreises geltend machen.

Wenn Sie also einen Gutschein oder eine Umbuchung ablehnen, muss Ihnen das Unternehmen den Reisepreis erstatten.

Musterbrief: Rückerstattung des Reisepreises

Ich habe eine Pauschalreise gebucht und jetzt verlangt der Reiseveranstalter die Zahlung des Restbetrages von mir. Muss ich bezahlen?  

Vorab

Als Anzahlung darf der Reiseveranstalter maximal 20 % des Reisepreises verlangen. Grundsätzlich steht die Restzahlung dem Reiseveranstalter frühestens 20 Tage vor Reisebeginn und nur gegen Aushändigung der Reiseunterlagen zu.

Aufgrund der Corona-Krise dürfte die Reisebranche in starke Turbulenzen geraten. Viele KonsumentInnen befürchten, dass sie Zahlungen, die sie einmal an den Reiseveranstalter geleistet haben, nicht mehr (so schnell) zurückbekommen, auch wenn ein Recht auf kostenlosen Rücktritt vom Vertrag bestehen sollte. 

Wenn Ihr Reiseveranstalter jetzt den Restbetrag für Ihren Urlaub verlangt, wäre eine Möglichkeit, die Zahlung vorerst noch zurückzuhalten - wenn noch nicht sicher feststeht, dass die Reise stattfinden wird (sogenannte Unsicherheitseinrede nach § 1052 ABGB). Teilen Sie Ihrem Veranstalter mit, mit (bestenfalls sowohl per Einschreiben mit Rückschein als auch per E-Mail) dass Sie am Vertrag festhalten würden, wenn sich die Lage entspannen und die Reise stattfinden sollte.

Sollten Sie mit dem Reiseveranstalter die Zahlung per Einziehung oder die Abbuchung über Ihre Kreditkarte vereinbart haben, nehmen Sie zugleich Kontakt mit Ihrer Bank oder dem Kreditkartenunternehmen auf und untersagen Sie die Buchung.

Musterbrief


Achtung

Das gilt nicht für alle Online-Buchungen! Wenn Sie bei einem ausländischen Anbieter gebucht haben, der seine Geschäftstätigkeit nicht auf Österreich ausgerichtet hat, gilt in der Regel das Recht des Staates, in dem der Anbieter seinen Sitz hat.

Ich habe den Urlaub bereits angetreten und muss diesen wegen einer Reisewarnung abbrechen. Bekomme ich mein Geld zurück?

Befinden Sie sich bereits am Urlaubsort und muss die Reise aufgrund der verhängten Reisewarnung abgebrochen werden, gehen wir davon aus, dass ein Teil der Kosten zurück zu erstatten ist: Die Reise konnte nämlich nicht wie vertraglich vereinbart durchgeführt und die gebuchten Leistungen daher nicht vollständig erbracht werden. Setzen Sie sich dazu mit Ihrem Reiseveranstalter oder Reisebüro in Verbindung und teilen Sie ihm mit, dass Sie die Reise infolge der Reisewarnung vorzeitig abbrechen müssen und klären Sie das weitere Vorgehen ab. Der Reiseveranstalter ist verpflichtet, die Rückreise ohne zusätzlicher Mehrkosten für die Reisenden zu organisieren.

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oder 05522 306 3000

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Für persönliche Beratungen bitten wir um vorherige Terminvereinbarung.

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