24.2.2017
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Vorsicht bei Diensten aus dem Google Play Store

Eltern meinen es grundsätzlich gut mit ihrem Nachwuchs. Wenn Sohn oder Tochter auf ein spezielles Videospiel steht – Väter und Mütter lassen dann vieles zu. Schließlich ist nicht jedes Online-Game „böse“. Böse enden kann es hingegen, wenn mögliche Folgen des leidenschaftlichen Spielens verkannt werden. Mit Rechnungen von bis zu 1200 Euro suchten auffallend viele Erziehungsberechtigte seit Herbst Rat und Hilfe bei der AK Vor­arlberg.  

Immer dasselbe Muster

Es ist in allen Fällen dasselbe Muster, berichtet AK-Konsumentenberater Dr. Franz Valandro. Es geht jedes Mal um Games oder dazugehörende Freischaltungen weiterer „Levels“ aus dem Google Play Store, die von Minderjährigen in Anspruch genommen wurden. Und die auf der Handyrechnung für Entsetzen sorgen: „Juweleneikarre (Clash Royale) 99,98 Euro“, „Juweleneimer (Clash Royale) 59,94 Euro“, „Juwelenhaufen (Clash of Clans) 9,98 Euro,“ … Das läppert sich. 

Dass für die Käufe die Zustimmung der Erziehungsberechtigten fehlte, damit gehen die Handynetzbetreiber unterschiedlich um. Valandro: „Da ist alles drin. Einmal wird die Summe erlassen, einmal gibt es eine kulante Lösung, ein anderes Mal wird der Einfachheit halber an Google Österreich verwiesen. Die sind jedoch nicht zuständig und nennen die Webseite einer Google-Firma in Kalifornien. Man wird also von Pontius zu Pilatus geschickt. Dabei ist nach unserer Rechtsauffassung ein solches Geschäft von Anfang an als ungültig anzusehen, weil es sich um Minderjährige handelt.“ Dazu gibt es einschlägige oberstgerichtliche Urteile.  

Google lehnt Rückzahlung ab

Die zuständige Regulierungsbehörde RTR hat mit allen drei Handynetzbetreibern Gespräche geführt, nachdem sie von der AK Vorarlberg über die Häufung solcher Fälle informiert wurde. „Tatsächlich stimmt Ihre Beobachtung“, schreibt RTR, „dass Beschwerden bei Con­tentdiensten, soweit sie Google Play Store betreffen, zurückhaltend behandelt werden und eher ein Weiterverweis an Google erfolgt.“ Als Hintergrund vermuten Insider Probleme bei der Gegenverrechnung von Diensten mit dem amerikanischen Internet-Riesen. Es sei den Handynetzbetreibern aber auch klar, dass in solchen Fällen jedenfalls ein Schlichtungsverfahren durchgeführt werden kann.
Vor einem solchen Verfahren schrecken die betroffenen Konsumenten allerdings meistens zurück, weil der Ausgang offen ist.

Zahl der Fälle wird steigen

Konsumentenschützer erwarten eine deutliche Zunahme vergleichbarer Fälle. Bis sich die Handynetzbetreiber auf eine konsumentenfreundliche Vorgangsweise einigen, rät Valandro dringend zur Vorsicht bei Handy-Diensten, wo Google Play und Kinder zusammenkommen. 

TIPP

Verwenden Sie keine unkontrollierbaren Zahlungssysteme (Kreditkarte, Handyrechnung), um ihrem Kind Einkäufe im App-Store zu ermöglichen. 


Besser geeignet sind Guthabenkarten (an jeder Tankstelle zu bekommen) oder Prepaid-Kreditkarten. So haben Sie die Summe, die ihr Kind damit ausgeben kann, unter Kontrolle.

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