Mit Kreditrate im Rückstand – Vorsicht, teure Spesen!

Wer seine Kreditrate nicht pünktlich begleichen kann, zahlt teuer drauf. Ver­zugs­zin­sen und Mahnspesen sind hoch. Eine AK Spesen-Erhebung bei acht Ban­ken in Wien zeigt: Meist werden auf den Kreditzinssatz fünf Pro­zent Ver­zugs­zin­sen aufgeschlagen. Die erste Mahnung kostet im Schnitt 29 Euro, die zweite und dritte je 50 Euro.

„Wer seine Kreditrate nicht pünktlich zahlen kann, bekommt noch Ver­zugs­zin­sen und saftige Mahnspesen aufgebrummt – das belastet vor allem ein­kom­mens­schwächere Menschen zusätzlich, die sich ohnehin schon schwer tun“, sagen die AK KonsumentenschützerInnen.

Was Mahnungen kosten

Der AK Preismonitor zeigt: Die Mahnspesen sind im Zehn-Jahres-Vergleich stark angestiegen. Kostete die erste Mahnung vor zehn Jahren im Schnitt 15 Euro, so sind es heute durchschnittlich 29 Euro.

Konkret:

  • Für die erste Mahnung verlangen die untersuchten Banken null bis 36 Euro,
  • für die zweite 15 bis 75 Euro.
  • Die dritte Mahnung kostet 20 bis 135 Euro.

Die meisten Banken verrechnen gestaffelte Mahnspesen. Von der AK er­strit­tene Urteile besagen jedoch: Diese Staffelung ist rechtswidrig. „Jede weitere Mahnung wird teurer und das ist unfair, da ja der Aufwand mit einer weiteren Mahnung nicht steigt. Die AK fordert daher die Banken auf, ihr Mahnwesen rechtskonform zu gestalten“, so die AK ExpertInnen.

Wie viel Verzugszinsen dazu kommen

Zu den Mahnspesen kommen oft noch Verzugszinsen, die zusätzlich zum ver­ein­bart­en Kreditzinssatz aufgeschlagen werden. Der Verzugszinssatz bei Kon­sum­kre­diten beträgt bei fünf von acht Wiener Banken fünf Prozent. Zwei Ban­ken verrechnen 4,8 bzw. 4,9 Prozent. Einzig die Santander Bank verrechnet keine Verzugszinsen.

Wer in Zahlungsschwierigkeiten gerät, bei dem können die Kosten rasch in die Höhe gehen – Mahnspesen, Verzugszinsen, Spesen für Rückbuchungen und Inkasso machen den Kredit extrem teuer. Daher raten die AK ExpertInnen: „Bei Zahlungsverzug sofort mit der Bank reden!“

Tipp

Die AK Erhebung „Mahnspesen und Verzugszinsen bei Ver­brau­cher­krediten“ finden Sie hier. Für BAWAG P.S.K. KundInnen bietet der Ver­ein für Konsumenteninformation (VKI) eine Sammelaktion an: www.vki.at.

Mahnspesen fair gestalten!

Wer mit seiner Kreditrate in Zahlungsverzug gerät, zahlt hohe Spesen. Das zeigt eine aktuelle AK Mahnspesen-Erhebung bei acht Banken in Wien. „Wer sich mit der Rückzahlung seiner Kreditrate ohnehin schon schwer tut, wird noch­mals ungebührlich belastet“, sagen die AK KonsumentenschützerInnen. Die AK verlangt daher: Die Mahnspesen müssen gesenkt und die In­kasso­ge­bühr­en überdacht werden.

Forderung

  • Mahnspesen senken: Die Mahnspesen bei Verbraucherkrediten müssen gesenkt werden. Mehrere von der AK erstrittene Urteile zeigen: Gestaffelte Mahnspesen sind rechtswidrig. Der OGH hat weiters festgestellt, dass es sich bei den Verzugszinsen um pau­schal­ierten Schadenersatz handelt. Mahnspesen könnten als über­stei­gend­er Schaden überhaupt nur dann geltend gemacht werden, wenn das im Einzelnen ausverhandelt worden ist. Die Banken sind nun am Zug, ihr Mahnprozedere neu und rechtskonform zu ge­stalt­en.

  • Faire Verzugszinsen: Die Verzugsaufschlagszinsen von fünf Pro­zent sind zu hoch. Außerdem haben die Banken dafür zu sorgen, dass diese Verzugszinsen durch einen Zinseszinseffekt nicht effekt­iv auf mehr als fünf Prozent ansteigen – das ist nämlich eindeutig rechts­widrig.

  • Inkassokosten überdenken: Die Inkassogebühren-Verordnung legt die Höchstsätze für Kosten fest, die Inkassobüros den säum­ig­en Schuldnern verrechnen dürfen. Weg mit den Höchstgebühren, denn die Höchstsätze werden in der Praxis immer ausgereizt und stehen fast nie in einem angemessenen Verhältnis zur betriebenen Forderung. Die Inkassokosten müssen fair gestaltet werden.