Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Test: Auf Kredit- und Leasingrechner der Banken ist kein Verlass!

„Berechnen Sie Ihre Leasing- oder Kreditrate“ – die Werbung für die Rechner auf den Banken-Homepages ist salopp. Aber, Vorsicht: Auf die Bankenrechner ist kein Verlass. Das zeigt ein AK Test von 15 Kredit- und Leasingrechnern. Die Werbung hält nicht, was sie halten müsste. KonsumentInnen bleiben über die Nebenkosten im Ungewissen.

Rechentools dienen der Werbung

Banken bieten eigene interaktive Kredit- oder Leasingrechner an, damit KonsumentInnen für ihre gewünschte Finanzierungssumme die Kredit- oder Leasingrate berechnen können. Solche Rechentools der Banken sind eine Form von Kreditwerbung. Für sie gibt es gesetzliche Vorgaben, um KonsumentInnen vor günstig scheinenden Lockangeboten zu schützen. So müssen wichtige Kostenangaben (Sollzins, Gesamtkreditbetrag, effektiver Jahreszins, zu zahlender Gesamtbetrag und Ratenhöhe) in einem repräsentativen Kreditbeispiel klar, prägnant und auffällig dargestellt werden. Laut OeNB-Zinsstatistik vom Juli 2013 liegt der Effektivzinssatz für neue Konsumkredite bei 6,59 Prozent, für Wohnkredite bei 2,8 Prozent. 

Ernüchterndes Ergebnis

Die AK hat 15 Rechner von Banken-Homepages unter die Lupe genommen – zehn Kredit- und fünf Leasingrechner. Das Ergebnis ist ernüchternd:

  • Keine der untersuchten Banken-Homepages hat bei ihren Rechentools die vorgesehenen Musterbeispiele vollständig oder richtig angegeben – so wie das im Verbraucherkreditgesetz vorgeschrieben ist. 

  • Nur bei drei Banken findet sich überhaupt ein Kreditbeispiel. Die AK hat nachgerechnet und bei allen drei Fehler gefunden, etwa eine geringere Monatsrate durch das Nichteinrechnen der Kontogebühr. Zwei der Musterbeispiele waren erst durch zusätzliches Anklicken eines Links aufrufbar. Der Link war aber nicht auffällig platziert.

  • Die meisten Banken geben in ihren Rechnern nur den Sollzins an. Kurios: Bei acht Rechnern muss der Konsument den Zins selbst auswählen. Der Nachteil ist: Es können x-beliebige und unrealistische Zinssätze eingegeben werden.

  • In allen 15 Rechnern fehlte der effektive Jahreszins. Manchmal waren durchschnittliche Zinsen zu finden. Repräsentative Zinssätze, die typische und  bonitätsschwächere Kreditnehmer zu zahlen haben, fehlten völlig.

  • Bei allen fünf Leasingrechnern gab es gar keine Zins- oder Kostenangaben, auch auf eine verpflichtende Kaskoversicherung gab es keinen Hinweis.

Werbevorschriften nicht eingehalten

Konkret zeigt der AK Test: Die Werbevorschriften für Kredite werden bei allen untersuchten Banken nicht eingehalten. Die Web-Rechner geben daher ein höchst unvollständiges Bild der Kostenrealität wieder. Nebenkosten wie Konto- und Rechtsgeschäftsgebühren oder Versicherungsprämien bleiben meist im Verborgenen. 

Forderungen

  • Verbot, Standardinformationen für Kreditwerbung im Kleingedruckten zu „verstecken“: Nur wenn gesetzlich klargestellt wird, dass Standardinfos für die Kreditwerbung im Kleingedruckten nicht stehen dürfen, hätten KonsumentInnen tatsächlich bei den Angeboten und Kreditrechnern transparente Kreditkosten.

  • Musterbeispiel in Werbe-Standardinformationen gesetzlich konkret definieren: Als Vorbild für das repräsentative Kreditbeispiel kann die sogenannte „Zwei-Drittel-Regelung“ dienen, die es in Deutschland und Großbritannien gibt. Es ist dabei jener Effektivzins anzugeben, von dem der Kreditgeber annimmt, dass zumindest zwei Drittel der aufgrund der Werbung zustande gekommenen Kredite zu diesem oder einem niedrigeren Zinssatz abgeschlossen werden. So kann sichergestellt werden, dass unrealistisch niedrige „Lockangebote“ bei Krediten unterbunden werden.

  • Gesetzlich standardisierter Hinweis auf Kosten von Krediten bei Werbungen nötig: Ein Hinweis mit dem Inhalt, dass Geld ausleihen auch Geld kostet, soll das Kostenbewusstsein der KonsumentInnen schärfen. Alle Kredite sollten diesen Kostenhinweis enthalten. Eine ähnliche Hinweispflicht gibt es bereits in den Niederlanden.

  • Vorvertragliche Standardinfos für Kreditverträge bei Beratung aushändigen: Nicht nur die Werbung im Internet, sondern auch die Qualität der sonstigen Informationen gehört verbessert. Es muss gesetzlich sichergestellt werden, dass KonsumentInnen einen vorvertraglichen Kostenvergleich bei der Beratung erhalten, um Angebote vergleichen zu können. Derzeit wird in der Praxis das Infoblatt – nach Wahrnehmung in der AK Konsumentenberatung bzw. Erhebungen – häufig erst bei Vertragsunterzeichnung übergeben. Das ist definitiv zu spät.


Tipps fürs Kreditgespräch

Bei den Kreditverhandlungen schwirrt Ihnen der Kopf? Wir haben zusammengestellt worauf Sie bei Kre­dit­ver­hand­lun­gen achten sollten.

Kontaktloses Bezahlen

Schnell und unkompliziert soll das Zahlen mit NFC über die Bühne gehen. Doch was sind mögliche Risiken & Befürchtungen der KonsumentInnen?

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK