21.11.2013
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PayPass-Funktion wirft einige Fragen auf

PayPass nennt sich die neue Kontaktlosfunktion, mit der Beträge bis zu 25 Euro bezahlt werden können – ohne Einstecken der Karte oder PIN-Eingabe.

Im Laufe des Jahres haben die Banken begonnen, Bankomatkarten mit dieser NFC-Funktion (Near Field Communication) auszugeben. Nur das Hinhalten der Bankomatkarte an das Terminal ist notwendig, um einfach und schnell zu bezahlen.

Maximal fünf Buchungen ohne PINEingabe sind möglich. Danach muss einmalig der PIN-Code eingegeben werden. Das kann durch eine Zahlung an einer Kassa erfolgen oder auch durch eine Barabhebung an einem Bankomaten. Enthält eine Karte diese Kontaktlosfunktion, wird sie automatisch aktiviert, sobald die Karte einmal benutzt wird – also der PIN-Code eingegeben wird. Dr. Karin Hinteregger, Leiterin der AK-Konsumentenberatung, erläutert: „Möchte ein Konsument die PayPass-Funktion seiner Karte also nicht nutzen, muss er das in den meisten Fällen bei seiner Bank extra beantragen.“

PayPass bereits selbstverständlich

Die AK-Konsumentenberatung hat sich diesbezüglich bei den Banken informiert:

  • Die BAWAG PSK gibt dem Kunden die Möglichkeit bei einer Neueröffnung eines Kontos oder einer Duplikatsbestellung zwischen einer Bankomatkarte mit oder ohne Pay-Pass-Funktion zu wählen. Sie verzichtet auf eine flächendeckende Ausgabe von Maestro Bankomatkarten mit PayPass-Funktion.
  • Die UniCredit Bank Austria gibt Karten mit NFC-Funktion aus. Der Konsument kann diese Funktion von sich aus nicht deaktivieren, hat aber die Möglichkeit auf diese NFC-Möglichkeit zu verzichten. In diesem Fall werde für den Kunden eine Karte ohne PayPass-Funktion bestellt.
  • Die Vorarlberger Landeshypothekenbank gibt nur noch Bankomatkarten mit der neuesten Chiptechnologie aus. Kunden, die diese Funktion ablehnen, erhalten die Möglichkeit zur Deaktivierung. Dazu müsse jedoch zuerst die Karte aktiviert werden und dann mittels eines Antragsformulars die manuelle Deaktivierung dieser Funktion bei Payment Services Austria (PSA) beauftragt werden.
  • Auch die Sparkassen geben nur Karten mit dieser Funktion aus. Diese kann bei der Bank deaktiviert werden.
  • Auf ausdrücklichen Wunsch ist dies auch bei der Vorarlberger Volksbank möglich, die gleichfalls nur Karten mit der neuen Funktion ausgibt. Allerdings sei diese Funktion bei Jugendkarten erst gar nicht aktiviert und sei bei diesen eine Aktivierung nur auf ausdrücklichen Wunsch und schriftliche Anforderung durch den oder die Erziehungsberechtigten vorgesehen. Die anderen befragten Banken haben keine besonderen Vorschriften betreffend Jugendliche.

Bank haftet

Karin Hinteregger erklärt: „Es fehlen zwar bisher Erfahrungen mit dieser neuen Zahlungsfunktion, aber für Konsumentenschützer ist klar, dass die Bank das mit der neuen Kartenfunktion verbundene Missbrauchsrisiko auch bei Verlust oder Diebstahl der Karte in voller Höhe zu tragen hat.“ Jedoch sprechen die Banken in ihren Internetauftritten die Haftungsfrage unterschiedlich an:

  • Die Raiffeisenbanken sprechen klar aus, dass für Schäden die kartenausgebende Bank haftet.
  • Die UniCredit Bank Austria gibt auch offen an, dass die Bank bei missbräuchlicher Verwendung der Karte für Schäden, die durch Kontaktlostransaktionen entstehen, haften.
  • Die Vorarlberger Landeshypothekenbank hingegen gibt an, dass bei missbräuchlicher Verwendung im schlechtesten Fall ein Betrag von 125 Euro genutzt werden könne und das Risiko des Kunden, sofern keine Kartensperre erfolge, auf diesen Betrag begrenzt sei. Bei einer Kartensperre trage die Hypo das volle Risiko bei missbräuchlicher Verwendung.
  • Die Vorarlberger Volksbank gibt an, dass das Risiko auf maximal 125 Euro begrenzt sei, nach einer Kartensperre auf 75 Euro. Das Restrisiko für eine etwaige missbräuchliche Verwendung der Karte übernehme sie.
  • Ähnlich die Sparkassen, wobei diese zumindest angeben, dass sie bei missbräuchlicher Verwendung der Karte haften.

AK hilft bei Problemen

„Sollte es zu Problemen kommen, sind wir gern bereit, die Konsumenten zu vertreten. Generell sind nun auch die Konsumenten gefordert, ihre Kontoauszüge noch besser als bisher zu kontrollieren. Sollten Sie von Ihnen nicht getätigte Abbuchungen entdecken, so ist die Bank verpflichtet, diese zurückzubuchen. Reklamieren Sie daher sofort bei ihrer Bank“, rät die Konsumentenberaterin.


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