29.5.2015
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Wilde Mischung

Immer mehr Ölverkäufer setzen bei der Rohware auf EU-Mischungen statt auf regionale Herkunft. Wer sich hier auf hübsche Bildchen auf den Etiketten verlässt, wird knallhart angeschmiert. Und die Belastung mit Schadstoffen ist immer noch ein Thema.

VKI-Test. Alle eingekauften Öle tragen die Bezeichnung „nativ extra“ („extra vergine“) und gehören damit der höchsten Güteklasse an. Olivenöle dieser Güteklasse müssen unter anderem in Geruch und Geschmack fehlerfrei sein. So legt es eine eigene EU-Verordnung fest, die darüber hinaus auch noch bestimmte chemische Anforderungen stellt.

Testergebnisse Olivenöl © VKI, VKI

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Verkostung durch Profis

Ob ein Olivenöl tatsächlich nativ extra ist oder doch nur nativ, also schon leichte sensorische Fehler aufweist, können ausschließlich Fachleute riechen und schmecken. Die Experten verkosteten die Proben und erstellten für jedes Öl ein eigenes sensorisches Profil sowie eine Charakterisierung. Kein einziges Öl erreichte bei den Experten die Bestnote. Immerhin fünf Proben haben sie aber sensorisch als gut beurteilt. Drei Öle mussten von den Profiverkostern aufgrund eines Fehlgeschmacks zurückgestuft werden: Bei San Fabio, aber auch bei Bertolli und Carapelli kann von extra vergine nicht die Rede sein.

Weichmacher sind kritische Substanzen, die aus Kunststoffen herausgelöst werden können. Ins Olivenöl gelangen sie während des Herstellungsprozesses durch Kontakt mit Schläuchen und Behältern oder ungeeigneten Flaschenverschlüssen. Die gute Nachricht: 15 Öle waren in Sachen Weichmacher komplett sauber! Viel zu viel davon steckte im Olivenöl von Billa, worauf Billa strenge Kontrollen angekündigt und die betreffende Charge aus den Regalen genommen hat.  

Schadstoffe

PAK sind gefährliche Umweltschadstoffe, von denen einige beim Menschen eindeutig krebserregend wirken. Kein einziges der getesteten Öle war frei von PAK. Zahlreiche Öle enthalten nach wie vor einen regelrechten Schadstoffcocktail. So stecken in Ja! Natürlich, Mani und Minos gleich neun verschiedene PAK. Die wenigsten PAK, nämlich vier, wurden in Alnatura, einem Bio-Produkt, festgestellt. Obwohl seit Jahren bekannt ist, dass in vielen Ölen eine Menge an verschiedenen Schadstoffen steckt, gibt es bei den PAK noch immer keine offiziellen Richtwerte über den zulässigen Gesamtgehalt. Ein untragbarer Zustand, denn auch geringe Mengen an einzelnen Schadstoffen können in Summe zu hohen Belastungen führen. 

Wärmebehandlung

Durch Wärmebehandlung kann man fehlerhafte Öle „upgraden“ und so aus einem nativen Öl ein extra natives machen, was natürlich verboten ist. Nach wie vor kann man eine thermische Behandlung nicht hundertprozentig nachweisen, sondern nur eine hohe Wahrscheinlichkeit feststellen. Nur bei Carapelli blieb bis zum Schluss der Verdacht auf eine verbotene Wärmebehandlung bestehen. Nach Abzug der Messunsicherheit lag dann aber auch dieses Öl haarscharf unter dem definierten Grenzwert.  

Etikett gibt anderes vor

Profis können schmecken, woher die Oliven fürs Öl kommen. Alle Proben stimmten mit der angegebenen Herkunft überein. Kunden können sich also sicher sein, dass dort, wo etwa Griechenland auf dem Etikett steht, auch Oliven aus Hellas in der Flasche sind. Ärgerlich ist nur, dass immer mehr Ölverkäufer auf EU-Mischungen setzen, bei der Aufmachung ihrer Öle am Etikett aber etwas ganz anderes suggerieren. 

AK-KONSUMENTENTIPP

Gesund
Olivenöl kann aufgrund seiner Fettsäurenzusammensetzung wärmstens empfohlen werden. Die darin enthaltene Ölsäure beeinflusst den Cholesterinspiegel günstig. Sekundäre Pflanzenstoffe können vor Krankheiten schützen.

Richtig lagern
Wie jedes Öl reagiert auch Olivenöl empfindlich auf Wärme und Licht. Deshalb am besten das Öl kühl, dunkel und gut verschlossen aufbewahren.

Bald verbrauchen
Nach spätestens 15 Monaten, sagen Experten, ist jedes Öl „hinüber“. Also nicht zu lange mit dem Aufbrauchen warten. Ist eine Flasche Öl bereits vor langer Zeit geöffnet worden, sollte man vor der Verwendung erst riechen und kosten. Verdorbenes Öl erkennt man leicht an seiner Ranzigkeit.

Versteckte Fette

Dass Speck kein Diätessen ist, weiß jeder. Wie viel Fett aber auch in scheinbar gesunden Lebensmitteln und Knabbereien stecken kann, ist überraschend.

Würstle: Nur frisch wirklich knackig

Bei abgepackter Ware empfiehlt sich auf jeden Fall der Blick aufs Haltbarkeitsdatum und vor Verwendung ein Riechtest.

Zucker im Joghurt

In zahlreichen Joghurt-Produkten türmen sich unsichtbar wahre Zuckerberge auf. In 180 Gramm „Cremix“ sind es beispielsweise zehn Stück Würfelzucker.

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