29.8.2013
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Die AK hilft: Sagen Sie den Stromfressern den Kampf an!

In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Strom -17%“ gibt die AK Vorarlberg in mehreren Folgen Tipps, wie man bares Geld im Haushalt spart. Zum Start nimmt ein Experte die größten Stromfresser unter die Lupe.

 

Die Arbeitsgruppe im Rahmen des Energie-Landesprogramms hat zum Ziel, Maßnahmen auszuarbeiten, um den Stromverbrauch der Haushalte bis zum Jahr 2020 um 17 Prozent zu reduzieren. Sie setzt sich hauptsächlich aus Technikern zusammen. Ihnen wiederum war es wichtig, jemand in ihren Reihen zu haben, der direkten Kontakt zu den Konsumenten hat. Ein Anliegen, das bei der AK Vorarlberg auf offene Ohren gestoßen ist. „Die Möglichkeiten des Energiesparens auszuschöpfen, ist wichtig“ erklärt AK-Direktor Rainer Keckeis. „Gleichzeitig muss für die Konsumenten aber auch die ökonomische Balance passen: Sie dürfen dabei nicht durch übermäßig hohe Investitionen belastet werden.“ Die AK Vorarlberg hat Konsumentenschützer Mag. Paul Rusching in die Arbeitsgruppe entsendet.

 

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt soll das ehrgeizige Ziel umgesetzt werden. Aufklärung ist einer davon: Die AK Vorarlberg gibt deshalb den Experten der Arbeitsgruppe in dieser und den folgenden Ausgaben der AKtion gerne die Gelegenheit, die Konsumenten auf Sparpotenzial im Haushalt hinzuweisen.

Die größten Stromfresser im Haushalt: So können Sie Kosten sparen

 

Sparen beim Warmwasser

In Haushalten, die Warmwasser mit einem Elektroboiler erzeugen, ist der Boiler meist der größte Stromverbraucher. Im Durchschnitt benötigt ein solcher Boiler etwa 2000 kWh pro Jahr, das entspricht 320 Euro. Der Stromverbrauch eines Boilers lässt sich durch das Absenken der Boiler-Temperatur effektiv reduzieren. Die meisten Boiler haben einen Drehknopf, mit dem sich die Temperatur einstellen lässt. Eine Temperatur von 60 Grad ist meist völlig ausreichend. In vielen Fällen gibt es eine Schalterposition „E“, in der der Boiler besonders sparsam ist. Das Absenken der Boiler-Temperatur hat den positiven Nebeneffekt, dass der Boiler weniger stark verkalkt. Durch ein Absenken der Boiler-Temperatur von 80 auf 50 Grad lassen sich oft 20 Prozent der Stromkosten einsparen. Das sind entspricht etwa 65 Euro. Bei Neuanschaffungen ist es sinnvoll den Elektroboiler durch eine Solaranlage, durch die Einbindung der Warmwasserbereitung in die Zentralheizung oder durch einen Wärmepumpenboiler zu ersetzen.

 

Sparen bei Großgeräten

Zu den Großgeräten zählen Waschmaschinen, Wäschetrockner, Spülmaschinen, Herde und Backöfen. Sie verbrauchen in einem österreichischen Durchschnittshaushalt circa 1135 kWh, das entspricht 182 Euro. Waschmaschinen und Geschirrspüler sollten nur voll beladen eingesetzt werden. Niedrige Wasch- und Spültemperaturen helfen, Strom zu sparen. Bei allen Großgeräten gilt: Weniger ist mehr! Je kürzer ein Gerät zum Einsatz kommt, umso weniger Strom braucht es. Lassen Sie bei gutem Wetter Ihre Wäsche lieber an der frischen Luft trocknen. Vergessen Sie nie, den Herd oder das Backrohr abzuschalten; eine automatische Herdabschaltung spart nicht nur Strom, sondern kann auch Brände verhindern. Bei Neuanschaffungen sollte auf Geräte der höchsten Effizienzklassen geachtet werden (mindestens A++ bei Waschmaschinen und Geschirrspülern, mindestens A bei anderen Großgeräten).

 

Sparen beim Kühlen und Gefrieren

 Kühlschränke und Gefriertruhen benötigen in einem Durchschnittshaushalt 483 kWh pro Jahr. Das entspricht 77 Euro. Um beim Kühlschrank Strom zu sparen, sollten ältere Modelle regelmäßig abgetaut werden. Eine dicke Eisschicht auf der Rückwand verhindert, dass Wärme effektiv abgeführt werden kann. Viele Kühlschränke haben einen Drehknopf mit Stufen von 1 bis 7 (oder 1 bis 5). Meist genügt es, den Kühlschrank auf Stufe 2 oder 3 laufen zu lassen. Stellen Sie niemals heiße Speisen in den Kühlschrank: Lassen Sie die Speisen zuerst außerhalb des Kühlschranks abkühlen, bis sie nur noch handwarm sind. Bei Gefriertruhen sollten Sie sich überlegen, ob das Gerät überhaupt notwendig ist. In vielen Haushalten frisst eine selten genutzte Gefriertruhe völlig unnötig Strom. Falls Sie eine Gefriertruhe brauchen, sollte sie an einem kühlen und schattigen Platz, am besten im Keller, aufgestellt werden. Neu sollten nur Geräte der höchsten Energieeffizienzklassen (mindestens A++) angeschafft werden.

 

Sparen beim Licht

Als letzter großer Stromfresser kommt mit durchschnittlich 446 kWh oder circa 70 Euro pro Jahr das Licht. Moderne LED-Leuchtmittel sind zwar noch recht teuer, erzeugen aber ein qualitativ hochwertiges Licht und sind sehr sparsam. Wer die Investition in neue  Leuchtmittel scheut, für den gilt: Lichtaus. Schalten Sie das Licht nur in jenen Räumen an, in  denen Sie sich aufhalten. Bewegungsmelder helfen an jenen Orten, an denen gern vergessen wird, das Licht auszuschalten (Keller, WC, Dachboden).

 

Genau hinsehen lohnt sich

Der restliche Stromverbrauch verteilt sich auf die Haustechnik, Unterhaltungselektronik, Computer sowie eine Reihe von Kleinverbrauchern. Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich lohnt, genau hinzusehen, wo in einem Haushalt viel Strom verbraucht wird. Oft haben einfache Maßnahmen eine verblüffende Wirkung. Wer es genauer wissen will, dem sei die Anschaffung eines Energiekosten-Messgeräts empfohlen. Diese günstigen Zwischenstecker erfassen den Stromverbrauch einzelner Geräte und können so helfen, den Stromfressern auf die Spur zu kommen.

   

Der Autor

Die Energiespartipps in dieser Ausgabe hat Prof. (FH) Dr. Jörg Petrasch für die AKtion zusammengestellt. Der Dornbirner leitet als Illwerke-VKW-Stiftungsprofessor den Forschungsbereich Energie an der Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn. Er studierte Maschinenbau und Verfahrenstechnik an der ETH Zürich und war von 2009 bis 2011 Assistant Professor und Leiter des Renewable Energy Engineering Lab an der Universität of Florida. Als Quellen für Verbrauchsdaten und Berechnungen dienten Angaben der Statistik Austria und des Schweizerischen Bundesamts für Statistik.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Verwandte Links

Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK