21.11.2013
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Licht, aber überlegt!

In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Strom -17 %“ gibt die AK Vorarlberg den Lesern der Aktion Tipps, wie sie in ihrem Haushalt bares Geld sparen.

Johann Wolfgang von Goethe hat sich mit so manchem Werk der Nachwelt erhalten, nichts hat sich unsere Gesellschaft aber mehr zu Herzen genommen, als seine letzten Worte: „Mehr Licht!“ soll er am Ende seines Lebens noch gesagt haben – und das haben wir heute wahrlich. Vielleicht übertreiben wir auch gerade etwas, denn überall glitzert und blinkt es in allen möglichen Farben. In den Vorgärten tummeln sich Lichterketten in kühlem Blau neben warmweißen Rentieren und beim mehr oder minder staunenden Beobachter entsteht doch häufig der Eindruck, dass hier die Quantität über die Qualität gesiegt hat.

Zeitschaltuhr für Lichtzauber

Doch bekanntlich macht auch Kleinvieh Mist. So ist der Stromverbrauch selbst bei den LED-Ketten nicht zu vernachlässigen, weil die Zeit, in der der Garten „brennt“, durchaus beträchtlich ist. Bei 100 Watt, zwei Monaten und 16 Stunden pro Tag kommen in Summe Stromkosten von rund 15 Euro zusammen. Eine Zeitschaltuhr, die zwischen 23 Uhr und 5 Uhr den hellen Gartenzauber ausschaltet, „rentier“-t sich also allemal – im besten Sinn des Wortspiels.

Die AK informiert und hilft

Die „neuen“ Licht-Einheiten

Ach, wie war es doch dereinst so einfach, als es noch Glühlampen gab! Da hatte man es mit 40ern, 60ern und 100ern und zweierlei Gewindesorten zu tun. Das war’s im Groben. Heute muss sich der Konsument mit vielerlei neuen Eigenschaften und mit Begriffen wie Lumen, Candela und Kelvin herumschlagen. Was versteckt sich hinter diesen Begriffen?

Lumen (lm) …

… ist die Einheit des Lichtstroms, gibt somit an, wie stark eine Lichtquelle ist und bildet für den Anwender das neue Maß zum Vergleich von Leuchtmitteln, die die Glühlampe ersetzen und wie diese rundherum strahlen. Zum Effizienzvergleich ergibt sich daraus vielfach Lumen pro Watt, also ein Maß, wieviel Licht aus der elektrischen Leistung erzeugt wird. Je höher dieser Wert ist, umso besser für die Geldbörse:

• Glühlampe: 8-15 lm/Watt

• Energiesparlampe: 50-100 lm/Watt

• LED: 50-100 lm/Watt

Ein gutes Leuchtmittel sollte jedenfalls mehr als 70 Lumen pro Watt bringen und dann auch nicht hinter einem Lampenschirm verschwinden, der die Hälfte an Licht wieder schluckt.

Candela (cd) …

… ist die Einheit der Lichtstärke und wird dann verwendet, wenn Leuchtmittel vorwiegend in eine Richtung strahlen, also zum Beispiel bei Spots. Die Bewertung ist hier schwieriger, weil auch der Abstrahlwinkel eine Rolle spielt. Beim Produktvergleich sollte man also unbedingt Lampen mit dem gleichen Abstrahlwinkel nebeneinander legen. Hilfreich ist hier auch das Energielabel. Inzwischen wird aber auf vielen Produkten auch zusätzlich der Lichtstrom (Lumen) angegeben.

Kelvin (K) …

… ist die Einheit für die Temperatur und beim Licht für die sogenannte „Farbtemperatur“. Hier geht es um die Färbung des weißen Lichtes. Gemütlich, mit mehr Rot-Anteil oder kühl mit höherem Blau-Anteil. Wesentlich ist es, beim Kauf darauf zu achten, dass nicht einfach „bunt“ gemischt, sondern bewusst für die richtige Anwendung ausgesucht wird. 4000 K (oder mehr) erhöht im Büro die Aufmerksamkeit, das Glas Rotwein schmeckt aber bei gemütlichen 2700 K jedenfalls besser. Eine Kerze hat beispielsweise eine Farbtemperatur von etwa 1500 K und für die normale Raumbeleuchtung im Haushalt macht man mit 2700 bis 3000 K sicher nichts falsch. In diesem Zusammenhang sei auch noch auf den Ra-Wert hingewiesen. Dieser Wert gibt Auskunft über die Farbwiedergabe, die das Licht ermöglicht. Für sehr gute Farbwiedergabe sollte dieser Wert jedenfalls über 80 liegen, bei höheren Ansprüchen (Farbvergleiche) über 90. Hier wäre am falschen Eck gespart, denn schlechte Farbwiedergabe schlägt aufs Gemüt. LED-Leuchtmittel sind zwar in der Anschaffung teuer, aber das Einsparpotenzial liegt bei etwa 80 Prozent gegenüber der Glühlampe und die Beleuchtung macht etwa 10 Prozent des Stromverbrauchs im Haushalt aus. Deshalb lässt sich viel sparen, wenn die teuren Leuchtmittel dort eingesetzt werden, wo sie häufig in Betrieb sind. Bevor man sich also zum Leuchtmittelkauf aufmacht, lohnt sich ein Gedanke zum Thema „Was brauche ich wirklich?“ Das Anlegen von Leuchtmittellagern nach dem Motto „Im 10er-Pack günstiger!“ macht allein schon aufgrund der höheren Preise von LED und Co keinen Sinn mehr, die Vielzahl der Eigenschaften kommt nur noch erschwerend dazu.

Der Autor

DI Hans-Jörg Mathis ist Bereichsleiter Strom bei den Stadtwerken Feldkirch und für Erzeugung und Verteilung zuständig. Er ist Mitglied des „-17%-Teams“.


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