1.10.2015
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Wie der Handel uns austrickst

WAHNSINN EINKAUF. Sie glauben, Sie könnten einfach so einen Supermarkt betreten, um dort ganz gezielt die Dinge zu kaufen, die Sie gerade brauchen? Einfach schnell rein, Produkte gegriffen und über mehrere Abkürzungen wieder raus? Dann haben Sie vermutlich noch nichts von Self-Licencing, Cross-Selling oder Musikdesign gehört. Das sind nur einige jener Methoden, Kunden zu mehr und zu eigentlich oft unnötigen Käufen zu verleiten.

Der Wahnsinn hat System. Denn betreten Sie einen Supermarkt, befinden Sie sich genau genommen in einem ausgetüftelten Labyrinth der Verführung. Gleichzeitig sind Sie auch ungefragt „Mitarbeiter“ an einem großen Projekt, bei dem ein Heer von Marketingspezialisten, Designern und Psychologen Ihr Einkaufsverhalten beobachten. Untersucht wird jeder Faktor, der zum wiederholten oder späteren Einkaufserfolg führen könnte. 

Wie der Handel uns austrickst

Rund 70 Prozent der Kaufentscheidungen werden direkt im Geschäft getroffen. © Quellen: AK Wien, Infografik/Illustration: Martin Cmund

Unbemerkt ausgetrickst

Dabei bemerkt der Kunde meist gar nicht, dass er ausgetrickst wird. Die Grafik oben verdeutlicht nur die wichtigsten Verführungsmethoden. Ginge die Grafik weiter ins Detail – sie wäre völlig unübersichtlich! Und natürlich ist das System nicht auf die Supermärkte und den Lebensmittelhandel beschränkt. Alle „Einkaufstempel“ folgen bestimmten Gesetzmäßigkeiten der jeweiligen Branche. Mehr dazu in einer neuen, kostenlosen Broschüre der AK Vorarlberg (siehe rechts). Die Verführung ist subtiler, als man denkt. Die sich langsam öffnenden Schwingtüren oder hübsch drapierte Obst- und Gemüselandschaften beim Eingang helfen, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Das lädt zum Verweilen ein. Verweilen animiert zum Kaufen. Ein weiterer Grund: Zuerst soll etwas „Gesundes“ verkauft werden, damit das Gewissen beruhigt ist. Das macht es später leichter, zu weniger gesunden Waren zu greifen – ein erfolgreich genutztes psychologisches Phänomen.

Es wird mit allen erdenklichen Mitteln versucht, den Kunden zum Kauf zu verführen. Leuchtenhersteller lassen Produkte besser aussehen. Rot getöntes Licht für Fleisch. Hartes weißes Licht für Fisch. Brot schaut am appetitlichsten aus, wenn es in champagnerfarbenes Licht getaucht ist. Dazu beeinflusst definierte Hintergrundmusik die Wahl der Produkte. Und am Ende, vor der Kasse, warten nicht nur Sie, sondern auch auf Kinder und Erwachsene zugeschnittene „Kleinigkeiten“ auf  Impulskäufe. Naschereien, aber auch Batterien oder Kosmetika.

Was wurde aus Ihrem Vorsatz?

Und nun vergleichen Sie: Was wurde aus Ihrem Vorsatz, nur schnell das Nötigste einzukaufen? Eben.
Denn nicht umsonst werden zwischen 40 und 70 Prozent der Kaufentscheidungen erst im Geschäft getroffen. Am einfachsten wappnet man sich immer noch mit dem simplen Einkaufszettel. Aber gehen Sie nicht hungrig oder erschöpft einkaufen. Auch das verlockt dazu, mehr als geplant einzukaufen.

150 € Belohnung für Ihre Meinung

Lange Wege, weil das täglich Notwendige ganz hinten ist, labyrinthartige Führung von einer Sonderverkaufszone zur nächsten, dazu Dauermusikberieselung, Bildschirmgeplärre, Lupenbedarf für die Grundpreisauszeichnung, Mogelpackungen, Rabatt- und Aktionswirrwarr, und und und. Ein täglicher Wahnsinn.

Die AKtion will es von Ihnen wissen

Das ärgert mich beim Einkaufen!
Schreiben Sie uns Ihre Meinung per E-Mail an leserbrief@ak-vorarlberg.at oder per Post an

AK Vorarlberg, AKtion, Widnau 2–4, 6800 Feldkirch.

Unter allen Einsendungen bis 27.10.2015 verlosen wir einen 150-Euro-Gutschein einer Vorarlberger Einkaufsgemeinschaft. Wir wünschen Ihnen viel Glück! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


AK Vorarlberg zeigt Ihnen die Fallen auf

Wer die Tricks des Handels durchschaut, erspart sich unnötige Einkäufe und damit bares Geld. 

VERLOCKUNGEN. Es ist ein perfekt abgestimmtes System aus vielen Details. So erhöhen zum Beispiel bestimmte Düfte laut Studien die Verweildauer in den Geschäften und damit die Einkaufsbereitschaft. Auch Farben werden eingesetzt, um unsere Kaufgewohnheiten zu benutzen. So sind Rot und Gelb als Signalfarben im Konsumenten-Gedächtnis mit den Begriffen „Rabatt“ oder „Sonderpreis“ verknüpft. Man spricht hier vom sogenannten Konditionierungseffekt. Die Farben werden deshalb auch bei Waren eingesetzt, die nicht unbedingt billiger sind.

Weitere gängige Kniffe sind „Nimm 3, zahl 2“ oder „1 + 1 gratis“. Konsumenten werden so animiert, mehr zu kaufen, als sie tatsächlich brauchen. Und oft verderben dann diese Produkte und landen im Müll.
Die AK-Konsumentenberatung hat das gängige System analysiert und deckt die Tricks und Kniffe in einer neuen Broschüre auf. Außerdem widmen sich eigene Kapitel weiteren Ärgernissen aus dem Alltag der Konsumenten, beispielsweise den Mogelpackungen, der organsierten Kundenbindung, Einkauf im Internet oder der Werbeverführung von Kindern.

Zum Kaufen verführt

Werbung und Marketing arbeiten mit vielen Tricks, wollen sie uns doch so viel wie möglich verkaufen.

Gesundes Frühstück

Fünf leckere Rezepte für ein gesundes Frühstück hat Ernährungswissenschafterin Angelika Stöckler für uns zusammengestellt.

AK Haushaltsbudget-Rechner

Sind Sie ständig knapp bei Kasse? Der AK Rechner analysiert Ihre fixen Einnahmen und Ausgaben und zeigt auf, wie Sie Ihr Budget kontrollieren können.

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