27.06.2012
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Kampf dem Papierkrieg: EU fordert einheitliche Zulassung

Fünf Wochen und etwa 400 Euro kostet es derzeit, einen Wagen in einem anderen EU-Land zuzulassen. Ein Vorschlag der EU-Kommission soll das nun ändern: Sie plädiert für einheitliche Zulassungsregeln.

Es kann ganz schön nervig sein, sich beim Umzug in ein anderes Land neue Nummernschilder zu beschaffen. Autobesitzer müssen oft teure und mühsame nationale Zulassungsverfahren durchlaufen. Durch einen Vorschlag der EU-Kommission soll die erneute Zulassung von Fahrzeugen in anderen EU-Ländern erleichtert oder ganz überflüssig werden. Beispielsweise müssten Grenzgänger (im EU-Ausland), die einen von ihrem Arbeitgeber zugelassenen Pkw benutzen, diesen Wagen nicht mehr erneut anmelden. Auch der Kauf von Gebrauchtwagen aus anderen EU-Ländern soll durch die vereinfachte Wiederzulassung erleichtert werden. Insgesamt würden der Verwaltungs- und Kostenaufwand für eine weitere Zulassung von Pkw, Lieferwagen, Bussen und Lkw innerhalb der EU stark vereinfacht.

Fünf Wochen Wartezeit

Je nach EU-Land verlangen die örtlichen Zulassungsstellen derzeit umständliche zusätzliche Nachweise über die Typenzulassung, zusätzliche Inverkehrbringungssteuern, Zollprozeduren, Recycling-Abgaben oder erneute Pickerl-Untersuchungen. Im Durchschnitt dauert ein solches Verfahren rund fünf Wochen und kostet schätzungsweise 400 Euro pro Fahrzeug. Dem Kommissionsvorschlag gemäß gilt der Grundsatz, dass ein Wagen in dem EU-Land zugelassen werden sollte, in dem der Eigentümer lebt. Alle anderen Mitgliedsstaaten sollen nicht verlangen dürfen, das Fahrzeug dort zuzulassen, auch wenn man sich längere Zeit dort aufhält.

Durch EU-weit einheitliche Zulassungsregeln erwartet die EU folgende Vorteile für Verbraucher und Unternehmen:

  • weniger Formalitäten beim Ummelden von Fahrzeugen aller Art beim Umzug in ein anderes EU-Land – und sechs Monate Zeit dafür;
  • die vorgeschriebenen zusätzlichen technischen Untersuchungen und andere Formalitäten beim Kauf oder Verkauf eines Gebrauchtwagens in einem anderen EU-Land entfallen;
  • für Personen, die in einem anderen EU-Land arbeiten und ein Fahrzeug benutzen, das ihr Arbeitgeber dort angemeldet hat, würde die Anmeldepflicht in ihrem Heimatland wegfallen;
  • die Ummeldepflicht für Fahrzeugbesitzer, die einen Teil des Jahres an einem Feriendomizil in einem anderen EU-Land verbringen, entfällt;
  • Mietwagenfirmen können in der Urlaubszeit Fahrzeuge ohne Ummeldung in ein anderes EU-Land abziehen. Dies könnte zu niedrigeren Mietwagenkosten führen;
  • die Zulassungsbehörden würden enger zusammenarbeiten, so dass es leichter würde, gestohlene Autos aufzuspüren. Es wäre nicht mehr möglich, ein gestohlenes Auto in einem anderen EU-Land anzumelden.

Steuern sind nicht betroffen

Bei Kfz- und Zulassungssteuern sowie in ein- und demselben EU-Land umgemeldeten Fahrzeugen (beispielsweise nach einem Verkauf) würde sich hingegen nichts ändern.

Die vorgeschlagene Maßnahme muss von den Regierungen der EU-Länder und vom Europäischen Parlament gebilligt werden, bevor sie Rechtskraft erlangt. Danach haben die Mitgliedsstaaten ein Jahr Zeit, um sich auf die neuen Verfahren einzustellen.

Gebrauchtwagen-Kauf

Bevor Sie sich zum Kauf eines Gebrauchten entschließen, sollten Sie das Auto einer genauen Prüfung unterziehen. Hier die praktische Checkliste!

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