20.5.2016
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Reale Gefahr mit virtuellem Geld

KRYPTOWÄHRUNG. Wurden Sie auch schon im Bekanntenkreis angesprochen? Wer frühzeitig auf „OneCoin“ aufspringt, könne in kurzer Zeit viel Geld verdienen …

Allein schon dieses „Aufspringen“ sollte stutzig machen, erinnert die Aufforderung doch frappant an den Mechanismus, der allen Pyramidenspielen zugrunde liegt: Nur die Ersten haben (wenn überhaupt) mathematisch eine Chance, von einem nebulosen System zu profitieren. Den meisten bleibt jedoch der finanzielle Schaden.
So lautet auch bei „OneCoin“ das Versprechen, wer jetzt in diese Kryptowährung investiert und kauft, werde durch die tolle Wertentwicklung reich. Eigenartig ist unter anderem, dass die österreichische Webseite seit Wochen wegen angeblicher „Wartungsarbeiten“ offline ist. Stutzig macht auch der Firmensitz Gibraltar mit seinen – gelinde gesagt – juristischen Eigenheiten.

Finanzielles Abenteuer

„Vieles deutet auf das nächste Schneeballsystem hin“, warnt Mag. Paul Rusching von der Konsumentenberatung der AK Vorarlberg vor einem Einstieg. Erste Fälle landeten bereits auf seinem Tisch, in denen gutgläubige Vorarlberger „OneCoins“ gekauft haben, jetzt aber auf dem virtuellen Geld sitzen bleiben. Der Traum vom schnellen Geld führte sogar so weit, dass ein Konsument bei der Bank einen größeren Kredit zum Kauf von „OneCoins“ aufnehmen und diesen durch die Wohnung besichern wollte. Weil ihm die Bank den Kredit verweigerte, erwartete er Hilfe von der AK-Konsumentenberatung. Rusching konnte ihn schließlich überzeugen, die Finger von dem finanziellen Abenteuer zu lassen.

Es bleiben viele Fragen offen, weil es beispielsweise keinen offenen Handel mit den „OneCoins“ gibt, sondern nur ein geschlossenes System. Wie der behauptete Wert der angeblichen Kryptowährung zustande kommt, ist nicht nachvollziehbar. In Internet-Foren häufen sich Berichte über Hürden, „OneCoins“ wieder in reale Währungen umzutauschen. Offenbar zielt alles nur darauf ab, durch ständig neue „Investoren“ echtes Geld einzusammeln.


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