„Zukunft neu denken“ – Die AK Vorarlberg berät Langzeitarbeitslose

Zeit als kritischer Faktor

Es gilt als unumstritten, dass eine intensive Beratung und Betreuung von Arbeitssuchenden eines der wichtigsten Instrumente aktiver Arbeitsmarktpolitik ist. Die Realität zeigt aber, dass die AMS-Berater*innen schlicht weg gar nicht die notwendige Zeit haben, um auf ihre Klienten*innen in gewünschtem Maße eingehen zu können. Mit einem Beratungsschlüssel von mittlerweile mehr als 1:400 (ein/e Berater*in des AMS muss sich um 400 Arbeitssuchende kümmern), ist es schwer und wahrscheinlich auch oft sehr frustrierend, den Arbeitssuchenden jene Zeit zu widmen, die notwendig wäre.

Beim Berater*innen-Team der Bildungsabteilung der AK Vorarlberg (wieweiter.at) haben sich seit Beginn der COVID-19-Maßnahmen immer häufiger Menschen gemeldet, die arbeitslos geworden sind, oder Angst vor dem Verlust ihres Jobs haben. Allen war eines gemein: sie möchten arbeiten und wenn notwendig, sich auch beruflich neu orientieren. „Aus diesen Erfahrungen heraus hatten wir die Idee, für Arbeitssuchende ein Beratungsprojekt zu starten“, erklärt Gerhard Ouschan, Leiter der Bildungsabteilung, den Ursprung dieses Projekts.

"Die persönliche Beratung ist einer der wichtigsten Faktoren aktiver Arbeitsmarktpolitik."

Gerhard Ouschan, Leiter der AK-Bildungsabteilung

Arbeit als Zielsetzung

Nach einigen Gesprächen mit dem Landesgeschäftsführer des AMS-Vorarlberg, Bernhard Bereuter, war klar, dass ein solches Projekt nicht nur für die Arbeitssuchenden selbst ein Gewinn sein kann. „Wir wollen auch für die so wichtige Beratungsaufgabe des AMS Rückschlüsse aus dem Projekt gewinnen, die evidenzbasiert aufzeigen sollen, wie wichtig zusätzliche Beratungs-Ressourcen im AMS wären“, betont Ouschan einen weiteren Vorteil des Projekts.

Mit dem Prinzip der persönlichen Situationsbetrachtung und Unterstützung zur Selbsthilfe sollen bei „Zukunft neu denken“ die individuellen Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten erweitert werden. Idealerweise soll am Ende des Beratungs- und Betreuungsprozesses ein Maßnahmenplan an individuellen Fördermöglichkeiten erarbeitet sein, der eine Integration in den Arbeitsmarkt ermöglicht. „Wir werden alles daransetzen, die Arbeitssuchenden bestmöglich dabei zu unterstützen, dem Ziel Arbeit tatsächlich näher zu kommen“, freut sich Reinhard Spiegel, Bildungsberater in der AK, auf dieses sinnstiftende Projekt, lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass die Teilnehmer*innen auch persönlich gefordert sind.

Beitrag für Recht auf Arbeit

Das Projekt wird ab 1. März 2021 vorerst für 20 Arbeitssuchende im Bezirk Feldkirch zugänglich gemacht und soll bei entsprechend erfolgreichem Verlauf auf 70 Arbeitssuchende im Jahr 2021 ausgeweitet werden. „Das hört sich angesichts der dramatischen Arbeitsmarktsituation nicht nach sehr viel an, ist aber ein wertvoller und wichtiger Beitrag im Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit“, so Gerhard Ouschan.

Für dieses experimentelle Projekt unterliegen die Berater*innen von wieweiter.at keinen zeitlichen Vorgaben hinsichtlich Dauer und Umfang. Ebenso erfolgt die Begleitung und Beratung individuell für die Arbeitssuchenden durch einen gemeinsam festgelegten Prozessplan. Im Zuge der Beratung werden alle wichtigen Elemente, die für eine Arbeitsaufnahme von Bedeutung sind, methodenoptimiert eingesetzt. Dies gilt für das Thema Bewerbung ebenso wie für ein bestmögliches Selbstmarketing. Eine wichtige Rolle spielt die Aktivierung des persönlichen Umfelds der Arbeitssuchenden. Sämtliche Netzwerke von wieweiter und den Arbeitssuchenden selbst werden in den Prozess miteinbezogen.

Die Zuweisung zu diesem Projekt erfolgt durch den/die AMS-Berater*in und – was für wieweiter.at ganz wichtig ist – die Teilnahme ist freiwillig.

 
  

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