Berufserfahrung endlich bestätigt

„Du kannst was“ eröffnet „Spätberufenen“ Wege zum Lehrabschluss – im August beginnen erste Kurse – Eugenia Ion wird auf diesem Weg Köchin.

„Heute gibt es Nudelsalat.“ Eugenia Ion (53) hat die Teller mit Tomaten und grünem Salat angerichtet. Einzelne Bewohner in der Wohngruppe 3 des Sozialzen­trums Weidach haben bereits Platz genommen. Draußen versengt die unbarmherzige Hitze das Land. Hier geht alles freundlich und leise vonstatten. 

Profi, und doch …

Eugenia Ion ist ein Profi. Sie hat 16 Jahre lang bei der Metzgerei Schmuck bedient, gekocht und den Partyservice mit bestritten. Sie hat ein Jahr lang im Altersheim in Sulzberg gearbeitet und steht jetzt im vierten Jahr im Sozialzentrum Weidach in der Küche. Und doch: „Angestellt als Küchenhilfe, weil ich keine Ausbildung habe.“ Das wird sich nun ändern. Das AK-Projekt „Du kannst was“ macht’s möglich.

Mit diesem Bildungsangebot bieten Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, AMS und Land Wege zum Lehrabschluss für „Spätberufene“ an. Voraussetzung: Mindestalter 22 Jahre und fünf Jahre Berufserfahrung.

Denn das gibt’s viel zu oft: Jede Menge Berufserfahrung, aber der formale Lehrabschluss fehlt. Da hakt die AK ein. „Uns ist es einfach wichtig, dass alle erworbenen Kompetenzen für einen Abschluss angerechnet werden“, betont AK-Präsident Hubert Hämmerle. Dafür gibt es „Du kannst was“. 

Eugenia kommt ursprünglich aus Rumänien. Sie floh vor der Ceaușescu-Diktatur. 1999 erhielt sie die österreichische Staatsbürgerschaft. Eigentlich hatte sie einen guten Start. An der rumänisch-serbischen Grenze aufgewachsen, absolvierte sie ein naturwissenschaftliches Gymnasium. Sie hat mit Schwerpunkt Chemie maturiert. Aber dann spülten sie die politischen Wirren wie viele andere ins Ungewisse. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Vorarlberg. Am 23. August beginnt ihre Ausbildung bei „Du kannst was“. Sechs Monate später wird sie endlich schriftlich in Händen halten, was ihr Leben lange schon prägt: Dann ist Eugenia Ion auch von Amts wegen Köchin.

Das von der AK Vorarlberg initiierte Programm ebnet den Weg, um in einem halben bis dreiviertel Jahr den Lehrabschluss zu erwerben. Teilnehmen können alle, die mindestens 22 Jahre alt sind und über wenigstens fünf Jahre Berufserfahrung verfügen in dem Beruf, in dem sie die Lehre nachholen wollen.

Wie das geht? Einfach bei der AK melden. „Gerne laden wir die Interessenten zu einer Erstberatung ein“, erklärt Projektleiter Reinhard Spiegel. Dann folgen Workshops mit eigens geschulten Trainerinnen und Trainern, um die zwei zentralen Fragen zu beantworten: Was kann ich? Was fehlt mir noch? Mangelndes Wissen und Fertigkeiten gleichen die Bewerber in gezielten Aus- und Weiterbildungen etwa beim WIFI oder im BFI der AK aus. Eine intensive individuelle Weiterbildung rundet das Programm ab.

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