Bildungsfragen gut gelöst © goodluz, stock.adobe.com
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AK-Bildungsberater finden die besten Wege

Dicht beschriebene Papierbahnen tapezieren ihre Büros. Denn wenn es Sarah Bitschnau, Sarah Isele und Reinhard Spiegel an etwas nicht mangelt, dann an Diskussionsstoff. Sie sind die drei neuen Bildungsberater der AK Vorarlberg. Ihr Dienst heißt „wieweiter“. Klingt einfach, ist aber sehr facettenreich. Hinter jeder Fragestellung steht ein Mensch. Jede Lösung ist einzigartig.

Inidviduelle Lösungen 

Olivia etwa macht eine Lehre. Später will sie studieren. Dazu braucht sie Matura. Die 17-Jährige sucht einen schnellen Weg. Reinhard Spiegel kann ihr die Berufsreifeprüfung innerhalb von neun Monaten empfehlen. „Die gibt‘s seit 2016.“ Aber Spaziergang ist das keiner. 

Bei Sarah Isele hat ein angehender Physiotherapeut angeklopft. Wird seine deutsche Ausbildung in Vorarlberg anerkannt? Sarah Bitschnau zerbricht sich derweil den Kopf für eine junge Frau, der die Hürde Matura zu schaffen macht. Aber sie will diesen Abschluss unbedingt. Um später studieren zu gehen. Nur was? Eigentlich hat sie keine Ahnung. Damit ist sie nicht allein. „Diese junge Frau bräuchte eine regelrechte Zukunftsplanung.“

Auch das bietet die AK-Bildungsberatung. „Sie muss ihre Stärken und Fähigkeiten kennenlernen. Das klappt gut mit einem Kreis von Unterstützern.“ In Gedanken spinnt Sarah Bitschnau schon ein ganzes Netzwerk aus Personen: „Mama, Göte, Lehrerin, beste Freunde…“ In so einer Umgebung können Menschen wachsen. Früher nannte man das im Wortsinn „gedeihlich“.

Konkurrenz? Fehlanzeige

Für all das nehmen sich die zwei Bildungsberaterinnen und ihr Kollege Zeit. Alle drei haben Erfahrung. Sie sind „vom Fach“. Sarah Isele und Sarah Bitschnau waren beim Institut für Sozialdienste (ifs), und Reinhard Spiegel suchte zuletzt für Klienten von ibis acam neue Wege am Arbeitsmarkt. Wie sie ihren neuen Job anlegen, da haben sie ganz klare Vorstellungen.

Die Bildungsberater von wieweiter.at © AK Vbg.
Die Bildungsberater von wieweiter.at © AK Vbg.

Vor allem wollen sie Wegbegleiter sein. „Bildung kriegt immer mehr Gewicht“, betont Sarah Isele. „Und die Landschaft der Anbieter wird immer unübersichtlicher“, ergänzt Sarah Bitschnau. Dass jemand scheitert, ist in ihren Augen noch lange kein Drama. Scheitern unterrichtet die Menschen im Wieder-Aufstehen. „Wichtig ist nur, dass die Kunden selber Schritte setzen.“ So wie die junge Frau, die Architektur studieren möchte und sich nun via AK ans Studienzentrum in Bregenz wenden wird. Die drei Bildungsberater der AK suchen die jeweils passenden Wege für ihre Kunden, ganz egal ob innerhalb oder außerhalb der AK. „Kundenfang“ in eigener Sache ist nicht ihr Ding. „Wir brauchen die jeweils beste Lösung“, sagt Reinhard Spiegel, der freilich regelmäßig vom großen Netzwerk der AK profitiert.

So wie im Fall des Lastwagenfahrers, der ihn aus der Fahrerkabine angerufen hat. Er muss die C95-Weiterbildung für LKW-Fahrer machen. Da geht es um Brems- und Sicherheitstechnik, Eco Training (Umweltschutz), Ladungssicherung. Die Fahrer müssen das lernen. Diese 35 Stunden sind verpflichtend.
Nur in seinem Fall hat der Chef darauf bestanden, dass sein Chauffeur die Ausbildung in der Freizeit absoviert. Auch, wer die Kurskosten tragen muss, ließ er offen. In solchen Fällen nützt Reinhard Spiegel gerne den kurzen Dienstweg, denn die Antworten liegen bei den Arbeitsrechtsexperten der AK griffbereit. Der Fahrer setzte seinen Weg nach kurzem Telefonat hörbar beruhigt fort.


Worum es geht

Das Bildungsangebot ist riesig: Schulen, Lehrberufe, Studienrichtungen, Kurse, Seminare, Fördermöglichkeiten je nach Lebenssituation – da verliert man leicht die Orientierung. Deshalb bietet die AK Vorarlberg jetzt wieweiter.at. Drei Spezialisten helfen den AK-Mitgliedern, in dieser Vielfalt Ihren eigenen besten Weg zu finden.

„Es ist der Auftrag der Arbeiterkammer, dafür zu sorgen, dass Sie und Ihre Familie ein gutes (Arbeits-)Leben haben. Bildung gehört da einfach dazu.“

Gerhard Ouschan, Leiter der Bildungsabteilung

Fälle aus der Beratung

Weg zur Matura © stockpics, stock.adobe.com

Matura nach der Lehre?

Innerhalb eines Jahres möglich!

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Physio­therapie­ausbildung Deutschland?

In Österreich anerkannt

Mit der Studienberechtigungsprüfung zum Architekturstudium © Viacheslav Iakobchuk , stock.adobe.com

Architektur­studium ohne Matura?

Mit der Studien­berechtigungs­prüfung (SBP) geht das!