24.4.2015
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Unterrichtsmaterial „My future“-Mappe unterstützt Schüler bei der Berufswahl

MY FUTURE. Wenn das Ende der Pflichtschulzeit naht, stehen Jugendliche vor einer der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens: Welchen Beruf will ich ergreifen? In der siebten und achten Schulstufe soll ihnen dabei im Fach Berufsorientierung (BO) Hilfe geleistet werden.
Dafür stehen Lehrpersonen jetzt schon verschiedene Hilfsmittel für den Unterricht zur Verfügung. Die AK Vorarlberg ergänzt und komplettiert dieses Sortiment nun mit der der neuen „My future“-Mappe. Wir fordern schon seit mehreren Jahren, dass Jugendliche im Rahmen der Berufsorientierung die bestmögliche Begleitung in der Schule erhalten. Dabei wollten wir die Lehrpersonen unterstützen. Entwickelt wurde die ,My future-‘Mappe von der AK Tirol und sie hat uns so gut gefallen, dass wir sie für Vorarlberg adaptiert und umgebaut haben“, sagt Gerhard Ouschan, der Leiter der AK-Bildungspolitik.

Berufsorientierung

In der 7. und 8. Schulstufe in allen Schularten der Sekundarstufe I ist Berufsorientierung als „verbindliche Übung“ verpflichtend im Ausmaß von je 32 Unterrichtsstunden (entspricht einer Wochenstunde) seit dem Schuljahr 1998/99 verankert. Neben der Initiative „ACHTplus“, einer Kooperation von Land Vorarlberg, Landesschulrat und bifo, bietet die AK Vorarlberg eine ergänzende Mappe für den BO-Unterricht an. 

Praxisgerecht

Um herauszufinden, ob und wie die Mappe im realen Unterricht funktioniert, stattete die AK Vorarlberg zwei erfahrene Lehrerinnen für Berufsorientierung damit aus. Gabriele Kröll-Maier von der Praxismittelschule der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg und Anette Walter von der Mittelschule Götzis prüften die Mappe im Unterricht auf Herz und Nieren und zeigten sich im Gespräch mit der AKtion begeistert. „Die Mappe ist hervorragend konzipiert. Vorher musste der BO-Lehrer selbst recherchieren und alles zusammenkopieren. Jetzt haben wir eine sehr gute Grundmappe, zu der ich von Zeit zu Zeit etwas hinzufüge. Das Unterrichtsmittel erleichtert einfach alles, was ich im Unterricht umsetzen muss“, sagt Kröll-Maier.

Auch die Rückmeldungen der Eltern und Schüler sind durch die Bank positiv. „Die Kinder freuen sich immer, wenn sie eine Hausübung für die Eltern mit nach Hause  bekommen. Es sind auch Aufgaben für die Eltern oder Freunde in der Mappe, gerade wenn es um die Einschätzung der Stärken der Kinder geht, werden sie da in hohem Maße mit eingebunden“, erklärt Anette Walter. 

Workshop

Lehrerinnen und Lehrer, die mit der Mappe arbeiten wollen, werden in einem kurzen Workshop im Sommer und im Herbst mit den Inhalten und Arbeitsweisen vertraut gemacht und bekommen sie kostenlos in Klassenstärke zur Verfügung gestellt. Zusätzlich bekommen sie ein begleitendes Handbuch, damit Fragen, die in der täglichen Arbeit auftauchen, schnell geklärt werden können.

„Wir haben die ,My future‘-Mappen in den letzten Monaten sehr vielen Lehrerinnen und Lehrern präsentiert und es liegen uns über 2000 Bestellungen vor. Mit einem solchen Echo hätten wir wirklich nicht gerechnet. Die vielen positiven Rückmeldungen sind überwältigend und bestätigen uns deutlich, dass wir mit unserer Initiative auf dem richtigen Weg sind“, bemerkt Gerhard Ouschan stolz.

„Jugendliche fit für die Zukunft machen“

Berufsorientierung ist nicht nur ein Unterrichtsfach,  sondern eine zentrale Aufgabe der Schule.

UNTERSTÜTZUNG. Christian Kompatscher ist Pflichtschulinspektor für den Bezirk Bregenz und landesweit zuständig für den Bereich Berufsorientierung. Die AKtion sprach mit ihm über die Bedeutung der Berufsorientierung und die verschiedenen Projekte, die in diesem Zusammenhang an Pflichtschulen laufen.

AKtion: Welchen Stellenwert hat Berufsorientierung für Sie?
Christian Kompatscher: Einen sehr hohen. Gott sei Dank ist durch viele Initiativen dieses Thema in seiner Bedeutung gestiegen. Ein grundlegender Erfolg ist sicher, dass Berufsorientierung jetzt ein verpflichtendes Unterrichtsfach ist und tatsächlich nicht nur integrativ zu führen ist, sondern mit einer Wochenstunde als eigenständiges Fach unterrichtet wird. Es ist eine ganz zentrale Aufgabe der Schule, die Jugendlichen bei diesem Übergang zu begleiten und zu unterstützen. Wir haben in den vergangenen Jahren ein Projekt mit dem Namen ACHTplus aufgebaut, wo genau dieser Übergang in den Fokus gestellt wird: nicht nur der Übergang Schule-Beruf, sondern der nach der achten Schulstufe.

Wenn Berufsorientierung so wichtig ist, ist eine Wochenstunde dann überhaupt genug?
Kompatscher: Ja und nein. Der Ansatz ist für uns eigentlich ein anderer. Die Kompetenz, die es für den Übergang braucht, darf man nicht auf ein Fach reduzieren. Es muss uns um langfristige Kompetenzen gehen und nicht nur um Fachkompetenzen. Wir müssen die Jugendlichen fit für die Zukunft machen, um Entscheidungen zu treffen und für sich selbst Ziele zu formulieren. Das ist ein Prozess, der sich nicht von heute auf morgen per Weisung umsetzen lässt. Im Bewusstsein der Lehrer und Lehrerinnen ist das aber schon angekommen.

Wo unterscheiden sich ACHTplus und „My future“?
Kompatscher: Bei ACHTplus geht es um einen langfristigen Prozess, der nicht bei der Berufsorientierung beginnt, sondern schon wesentlich früher ansetzt. Die Schule als Ganzes, alles was im Unterricht passiert, muss Jugendliche auf den nächsten Schritt nach der achten Schulstufe vorbereiten. Es gibt Standortgespräche mit externen Kompetenzüberprüfungen und viel Selbstreflexion, und da kann die ,My future‘-Mappe aus meiner Sicht viel dazu beitragen, weil sie Ideen liefert und vieles für ACHTplus nutzbar macht.


Schritt für Schritt zum Wunschberuf

Berufsorientierungsmappen „My future“ und „My future+“

Berufsorientierung wichtiger denn je

Jugendliche sollen im Rahmen der Berufsorientierung optimal auf die Herausforderungen im beruflichen Alltag vorbereitet werden.

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