19.1.2017
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Neue Mittelschule muss optimiert werden

Die Einführung der „Neuen Mittelschule“ (NMS) 2009 sollte mehr Kindern die Möglichkeit geben, in eine Schulform mit Maturaabschluss zu wechseln, wenn sie die Voraussetzungen dafür erfüllen. Durch den späteren Zeitpunkt der Entscheidung für einen Bildungsweg sollte mehr Bildungsgerechtigkeit geschaffen werden. So weit die Vorstellung der damaligen Bildungsministerin Claudia Schmied.

Schulstufen Übertritt © Grafik: AK, Quelle: Statistik Austria

„Aus den Zahlen lässt sich herauslesen, dass die Mittelschule bisher nicht den gewünschten Effekt hatte. Der Zulauf in maturaführende Schulen nimmt zwar zu, aber die Schulwechsler sind im Vergleich mit den Kindern aus der AHS-Unterstufe weniger gut vorbereitet und haben Schwierigkeiten, das erste Jahr positiv abzuschließen. Die NMS kann den vertieften AHS-Stoff also offensichtlich nicht so gut vermitteln, wie das in der Theorie geplant war“, sagt Gerhard Ouschan, Leiter des AK-Bildungsbereichs. Dies sei gerade im Hinblick auf den sich abzeichnenden Facharbeitermangel besorgniserregend. 

Demografische Entwicklung

Aufschlussreich sind auch die Schülerzahlen im zehnten Schuljahr, sie sind praktisch „pflichtschulbereinigt“, da nur noch weiterführende Schulen in die Zählung einfließen. Während die berufsbildenden mittleren Schulen unverändert bleiben, gewinnen maturaführende Schulen. Aufgrund der negativen demografischen Entwicklung ist die Zahl der Schüler in den letzten zehn Jahren leicht gesunken. Dieser Trend soll sich fortsetzen. Rechnen Statistiker für 2020 noch mit 73.400 Geburten (Vorarlberg 4187), sollen es 2030 nur noch 64.000 (Vorarlberg 4067) sein. Das Ländle stemmt sich also gegen den österreichweiten Trend und bleibt recht stabil. Die Zahlen wirken sich aber nicht allein auf die Schule aus. Die duale Ausbildung leidet im Vergleich noch mehr unter dem Schwund. Mit dem Stichtag 31. Dezember 2016 gibt es laut Wirtschaftskammer in Österreich rund 107.000 Lehrlinge in Ausbildung (Vorarlberg 7096), 35.500 davon sind Mädchen. 2006 waren es noch knapp 126.000 (Vorarlberg 7820), bei 42.000 Mädchen.

Demografische Entwicklung © Grafik: AK, Quelle: Statistik Austria

„Besonders die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen ziehen derzeit auch Schüler an, die vor zehn oder zwanzig Jahren noch eine Lehrausbildung angestrebt hätten. Hier muss aus Sicht der AK noch mehr für die Möglichkeiten sensibilisiert werden, die eine duale Ausbildung bietet. Für Lehrlinge mit hohem Lernleistungspotenzial ist es heute schon möglich, zeitgleich zur Ausbildung auch noch die Matura abzulegen“, merkt Ouschan an.

Wichtig sei es auch, Eltern aufzuklären, weil sie in hohem Maße mit in die Berufswahl eingebunden sind. Eine Entscheidung für die Lehre ist keine grundsätzliche Entscheidung gegen die Schule.

Gesellschaftlicher Stellenwert

Die Verknüpfung von Lehre und Reifeprüfung öffnet den Facharbeitern das Beste aus zwei Welten, eine fundierte praktische Ausbildung, gepaart mit einem hohen Anteil an theoretischem Wissen. Zudem muss die Lehrausbildung wieder einen wesentlich höheren gesellschaftlichen Stellenwert bekommen.
„Solide ausgebildete Facharbeiter sind eine wichtige Stütze der Wirtschaft. An diesem Faktum wird sich auch in fünfzig Jahren nichts ändern. Allein Berufsanforderungen werden großteils andere sein“, so Ouschan abschließend.

Berufsorientierung wichtiger denn je

Jugendliche sollen im Rahmen der Berufsorientierung optimal auf die Herausforderungen im beruflichen Alltag vorbereitet werden.

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Freie Bahn auf die Uni! Alles über Zulassung und Vorbereitung zur Berufsreifeprüfung, mögliche Förderungen und die Lehre mit Matura.

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