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Teilung der Karenz

Wichtig!

Sowohl Mütter als auch Väter können Karenz in Anspruch nehmen.

Die Regelungen

Die Karenz kann mit dem anderen Elternteil zweimal geteilt werden. Ein Karenzteil muss mindestens 2 Monate betragen. Beim erstmaligen Wechsel der Betreuungsperson können die Eltern gleichzeitig 1 Monat Karenz in Anspruch nehmen. 

Achtung!

Dadurch endet die Gesamtdauer der Karenz um einen Monat früher.

Beachten Sie folgende Meldefristen:

Termin für den Elternteil, der den 1. Karenzteil beansprucht

  • Mutter: innerhalb der Schutzfrist nach der Geburt des Kindes                      
  • Vater: innerhalb von 8 Wochen nach der Geburt des Kindes                                  

Jener Elternteil, der den 2. bzw. 3. Karenzteil beansprucht

  • Meldung muss bis spätestens 3 Monate vor Ablauf des Karenzteiles des zuvor betreuenden Elternteiles erfolgen. Achtung: Da der Kündigungs- und Entlassungsschutz erst ab dem 4. Monat vor der gewünschten Karenz beginnt, sollten Sie den Arbeitgeber zwischen dem 4. und 3. Monat vor Karenzbeginn schriftlich informieren.          
Achtung!

Hat ein Elternteil keinen Anspruch auf Karenz, kann der andere Elternteil die Karenz auch bis spätestens 3 Monate vor dem Antritt bekannt geben. Es ist zweckmäßig, diese Frist auch für den Fall der gleichzeitigen Karenz von einem Monat einzuhalten.

Mitteilung an den Arbeitgeber nötig!

Sie müssen den Arbeitgeber von Ihren Karenzplänen schriftlich informieren, am besten per Einschreiben. Nutzen Sie dazu unsere Musterbriefe (siehe Infobox).

Achtung!

Bei Teilung der Karenz beginnt der Kündigungsschutz für den zweiten Elternteil 4 Monate vor dem gewünschten Antritt der Karenz. Um sich den Kündigungsschutz zu sichern, ist es daher erforderlich, den Karenzwunsch zwischen dem 4 und dem 3 Monat vor Karenzbeginn dem Arbeitgeber (am besten schriftlich) bekannt zu geben.

Die Wahl der Kinderbetreuungsgeldvariante

Was bei Geburten bis 28. Februar 2017 gilt

Bei Teilung des Kinderbetreuungsgeldes müssen sich die Eltern schon bei der Antragstellung zwischen 5 Kinderbetreuungsgeldmodellen entscheiden - es gibt 4 Pauschalmodelle und ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld (ea KBG). Die Wahl der Leistungsart kann nur einmal getroffen werden und bindet bis auf folgende Ausnahme auch den anderen Elternteil:

Ergibt die Berechnung des ea KBG einen Betrag von unter € 33 (täglich) oder erfüllt der Elternteil wegen der zu kurzen Erwerbstätigkeit die Voraussetzungen für das ea KBG nicht, so kann einmalig pro Elternteil ein Umstieg auf das Pauschalmodell 12+2 Monate - mit dem Fixbetrag von € 33 - beantragt werden. 

Achtung!

Die Wahl des Kinderbetreuungsgeldes darf nicht mit der Meldung der Karenz verwechselt werden! Unabhängig von der Antragstellung auf Kinderbetreuungsgeld gelten die arbeitsrechtlichen Meldefristen gegenüber dem Arbeitgeber.

Was bei Geburten ab dem 1. März 2017 gilt

Bei Geburten ab dem 1. März 2017 gilt das neue Kinderbetreuungsgeld-Konto. Die bisherigen vier vorgegebenen Pauschalmodelle wurden durch ein flexibles Kontomodell ersetzt. Die Eltern können nun innerhalb eines Rahmens selbst entscheiden, über welchen Zeitraum der Gesamtbetrag des Kinderbetreuungsgeldes ausgezahlt werden soll:

  • Nehmen die Elternteile das Kinderbetreuungsgeld-Konto gemeinsam in Anspruch, können sie eine Bezugsdauer zwischen 436 und 1063 Tagen ab der Geburt wählen.

  • Nimmt nur ein Elternteil das Kinderbetreuungsgeld-Konto in Anspruch, kann die Bezugsdauer zwischen 365 und 851 Tagen ab der Geburt selbst festgelegt werden. Der Tagesbetrag beträgt bei der kürzesten Variante 33,88 Euro und bei maximal möglicher Dauer 14,53 Euro.

Kann ich mir die Karenz teilen?

Auch beim Kinderbetreuungsgeld-Konto können sich die Elternteile zwei Mal im Bezug abwechseln. Das Konto ermöglicht, die Bezugsdauer an die arbeitsrechtliche Karenzdauer anzupassen, die mit dem vollendeten 2. Lebensjahr des Kindes festgelegt ist. Das sind 730 Tage ab der Geburt des Kindes.

Die Eltern sollen bei der Wahl der Anspruchsdauer jedenfalls einvernehmlich vorgehen. Der Elternteil, der zuerst den Antrag stellt, legt nämlich mit der Wahl der Bezugsdauer gleichzeitig die Höhe des Tagesbetrages fest, an den beide Elternteile gebunden sind. Der zweite Elternteil kann sich im Bezug mit diesem gleich hohen Betrag anschließen. Dafür muss er beim Krankenversicherungsträger davor einen eigenen Antrag auf sein Kinderbetreuungsgeld stellen.


Nehmen beide Elternteile das Kinderbetreuungsgeld-Konto in der kürzesten Variante in Anspruch, so haben sie Anspruch auf insgesamt 456 Bezugstage ab der Geburt des Kindes. Jeder Elternteil hat dabei einen Mindestanspruch von 91 Bezugstagen (ca. 3 Monate). Das sind mindestens 20% der gewählten Anspruchsdauer. Die übrigen Tage können die Eltern frei einteilen, wobei sie sich insgesamt zwei Mal abwechseln können. 

Wird das Kinderbetreuungsgeld-Konto verlängert bezogen, verlängert sich auch der Partneranteil im gleichen Verhältnis auf mindestens 212 Tage ab der Geburt (ca. 7 Monate). Nimmt ein Elternteil jeweils nur die Mindestbezugsdauer von 61 Tagen (ca. 2 Monate) in Anspruch, verfallen die restlichen Tage des Partneranteils.

Bezieht jeder Elternteil das Kinderbetreuungsgeld-Konto mindestens 124 Tage und teilen sich die Eltern die Anspruchsdauer im Verhältnis 50:50 bis 40:60 annähernd gleich auf, haben sie zusätzlich Anspruch auf den Partnerschaftsbonus von 500 Euro pro Elternteil. Tage mit vollem Wochengeldbezug, in denen das Kinderbetreuungsgeld nicht zur Auszahlung kommt, werden in diese Aufteilung nicht miteinbezogen.

Anlässlich der ersten Karenzteilung können die Eltern einen Monat gleichzeitig die Karenz in Anspruch nehmen. Für Geburten ab 1.3.2017 kann auch das Kinderbetreuungsgeld bis zu 31 Tage gleichzeitig in Anspruch genommen werden. Voraussetzung ist allerdings, dass der zweite Elternteil die Mindestbezugsdauer von 61 Tagen einhält. Der Anspruch verkürzt sich dabei um die gleichzeitig in Anspruch genommenen Tage.

Was ist beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld zu beachten? 

Entscheiden sich Eltern für das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld, so ist für Geburten ab 1. März 2017 Folgendes zu beachten:

Auch das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld wird auf tagesweise Berechnung umgestellt. Nehmen beide Elternteile das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld in Anspruch, können sie es maximal 426 Tage ab der Geburt beziehen. Jeder Elternteil hat Anspruch auf den Partneranteil von 61 Tagen. Ein Elternteil kann das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld maximal 365 Tage ab der Geburt des Kindes beziehen. Damit die Eltern das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld 426 Tage ab der Geburt beziehen können, muss der zweite Elternteil das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld mindestens 61 Tage lang beziehen.

Möchte ein oder beide Elternteile das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld beziehen, müssen es beide Elternteile beantragen. Ergibt die Berechnung einen Betrag von unter 33,88 Euro täglich oder erfüllt ein Elternteil wegen einer zu kurzen Erwerbstätigkeit die Voraussetzungen für das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld nicht, kann dieser Elternteil auf eine gleich lange „Sonderleistung“ in der Dauer des einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld umsteigen. Dazu ist ein Antrag bei der Krankenversicherung nötig.

Mutterschafts- / Vaterschaftsaustritt

Sie wollen Ihr Dienstverhältnis anlässlich der Geburt Ihres Kindes beenden? Informieren Sie sich hier über Ihren Anspruch auf Abfertigung!

Meldefristen

Wann Mütter und Väter ihre Karenz dem Arbeitgeber melden müssen, was bei Versäumen der Frist passiert und wie Sie die Karenz verlängern können.

Karenz-Regelung

Die Elternkarenz beginnt nach Ende der Mutterschutzfrist. Sie müssen die Karenzdauer schriftlich beim Arbeitgeber bekannt geben.

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