30.10.2014
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Finanzamt wollte mehr als 20.000 Euro zurück

Ein 84-jähriger Bludenzer wandte sich an die Rechtsberatung der AK. Er hat einen behinderten erwachsenen Sohn und bezieht für ihn erhöhte Familienbeihilfe. Der Sohn nimmt seit Jahren an einem therapeutischen Beschäftigungsprogramm teil. Damit der Sohn nicht durch tägliches weites Pendeln belastet ist und auch eine gewisse Selbstständigkeit erlernt und leben kann, wohnt er seit einigen Jahren in einer kleinen Wohnung am Beschäftigungsort, getrennt von seinem Vater. 

Post, die es in sich hatte 

Im Sommer dieses Jahres erhielt nun der Vater brisante Post. Das Finanzamt forderte die Familienbeihilfe und den Kinderabsetzbetrag mit einem Gesamtbetrag von 21.196,60 Euro zurück. Warum? Der Sohn wohne nicht mehr im gemeinsamen Haushalt und der Vater trage nicht mehr die überwiegenden Unterhaltskosten. Der Vater trug den Bescheid zur Arbeiterkammer und bat um Unterstützung. Die Experten der Arbeiterkammer klärten den Sachverhalt und waren dem hochbetagten Pensionisten bei der Erstellung seiner Beschwerde behilflich. Geholfen hat ihm, dass er die an den Sohn geleisteten Zahlungen dokumentiert hat. So war es möglich nachzuweisen, dass der Vater monatlich höhere Zahlungen an den Sohn als Unterhalt geleistet hat, als er an Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag erhalten hat. Bis heute trägt der Vater mehr als die Hälfte der angelaufenen Fixkosten monatlich. Mit diesem Argument wehrte er sich gegen die Rückforderung. Das Finanzamt zog schlussendlich seine Forderung zurück. Der 84-Jährige braucht den Betrag nicht zurückzuzahlen.

Immer wieder kommt es zu Rückforderungen von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag, weil das Kind, für welches Familienbeihilfe bezogen wird, nicht mehr im gemeinsamen Haushalt mit dem beziehenden Elternteil wohnt. In derartigen Fällen ist es wichtig, dass die an das Kind geleisteten Zahlungen nachgewiesen werden können.

TIPP

Es ist sinnvoll, regelmäßige Zahlungen über einen Dauerauftrag abzuwickeln, damit diese belegbar sind.

Auch darüber hinausgehende Zahlungen für besondere Ausgaben oder Kleidung und diverse Einkäufe sollten zumindest handschriftlich dokumentiert sein. Noch besser wäre es, die Rechnungen aufzubewahren. Das Finanzamt kann Prüfungen rückwirkend durchführen und Familienbeihilfe für fünf Jahre zurückfordern. Daher ist die Dokumentation der Zahlungen ganz wichtig.

Sollten Sie einen Rückforderungsbescheid von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag erhalten, so ist das AK-Büro für Familien- und Frauenfragen gerne bereit, diesen zu prüfen und Ihnen gegebenenfalls bei Erstellung einer Beschwerde behilflich zu sein.


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