Rechenmodell Kurzarbeit

Beispiel, wie günstig Kurzarbeit in der Corona-Krise für Betriebe und ArbeitnehmerInnen gestaltet werden kann

Mit einem Vollzeitarbeitnehmer (38,5 Wochenstunden) werden zunächst 3 Monate Kurzarbeit mit der (niedrigst möglichen) Arbeitszeit von 10 Prozent vereinbart. Gleichzeitig wird ausgemacht, dass zum Einstieg solange wie möglich null Stunden gearbeitet werden. 3 Monate entsprechen 13 Wochen. Die Gesamtarbeitszeit während der Kurzarbeitsperiode beträgt damit 13 x 3,85 Stunden = 50,05 Stunden = 50 Stunden 3 Minuten.

Damit kann der Arbeitnehmer zunächst die ersten 11 Wochen (!) zu Hause bleiben mit 80 bis 90 Prozent des Nettoentgelts und steigt dann in der 12. Woche mit 11 Stunden 33 Minuten wieder ein und leistet in der 13. Woche wieder 38,5 Stunden Vollarbeit.

Sollte er auch in Woche 12 und 13 noch nicht benötigt werden, kann man in die nächsten 13 Wochen Kurzarbeit gehen. Dann könnte der Arbeitnehmer die ersten 23 Wochen (!) arbeitsfrei haben, in die 24. Woche fallen 23 Stunden 6 Minuten, Woche 5 und 26 sind wieder mit der Normalarbeitszeit.

Man kann also lange Zeiträume mit null Stunden überbrücken, wenn notwendig.

Nehmen wir an, dass der Arbeitnehmer bisher ein Bruttomonatsgehalt von 2.000 Euro bezogen hat (14 x jährlich), das bedeutet laufende Bruttokosten für den Arbeitgeber 2.570,20 Euro im Monat. Legt man die Sonderzahlungen anteilig um (13. und 14. Monatsgehalt), hat der Arbeitgeber monatliche Bruttokosten von 2.996,90 Euro.

Für den Arbeitnehmer bedeutete das ursprüngliche Bruttogehalt 1.495,54 Euro netto im laufenden Monat. Durch den Lohnausgleich auf 85 % erhält der Arbeitnehmer immerhin ein laufendes Monatsnetto von 1.271,21 Euro bei durchschnittlich 10 %iger Arbeitsleistung während der Kurzarbeitsperiode.

Der Arbeitgeber hat, damit der Arbeitnehmer dieses Nettoentgelt erhält, im laufenden Monat Arbeitskosten von 2.252,21 Euro, erhält aber eine Kurzarbeitsbeihilfe von 2.310,53 Euro. Damit gewinnt er im laufenden Monat sogar eine zusätzliche Liquidität durch die Weiterbeschäftigung dieses Arbeitnehmers von 58,32 Euro! Erst unter Berücksichtigung der anteiligen Sonderzahlungen wird der Beitrag des Arbeitgebers zu diesem attraktiven Coronakrisen-Überbrückungsmodell deutlich: Mit anteiligen Sonderzahlungen liegen die effektiven Monatskosten des Arbeitgebers bei 317,05 Euro. Dafür erhält er freilich durchschnittlich 10 % der ursprünglichen Arbeitszeit in der Kurzarbeitsperiode.


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rechenbeispiele

Reduktion auf 10 % von 38,5 h auf 3,85 h pro Woche

Brutto ursprünglich1.700,002.000,00

3.000,00

Netto ursprünglich1.348,721.495,542.014,76
Nettoersatz90 %85 %80 %
Netto neu1.213,851.271,211.611,81
Arbeitskosten derzeit laufend2.184,672.570,203.855,30
inkl. anteiliger Sonderzahlungen2.547,372.996,904.495,35
ohne Berücksichtigung anteiliger Sonderzahlungen
Arbeitskosten neu2.004,852.252,213.235,37
Behilfe2.043,472.310,533.339,77
effektive Kosten-38,62-58,32-104,40
wenn Sonderzahlungen grob mit einem Sechstel mit gerechnet werden
Arbeitskosten inkl. SZ2.338,992.627,583.774,60
Beihilfe2.043,472.310,533.339,77
effektive Kosten295,52317,05434,83
Berechnung Einkommen und Arbeitskosten bei Reduktion auf 10 %

Reduktion auf 50 % von 38,5 h auf 19,25 h pro Woche

Brutto ursprünglich1.700,002.000,003.000,00
Netto ursprünglich1.348,721.495,542.014,76
Nettoersatz90 %85 %80 %
Netto neu1.213,851.271,211.611,81
ohne Berücksichtigung anteiliger Sonderzahlungen
Arbeitskosten neu2.004,852.252,213.235,37
Behilfe1.135,261.283,631.855,43
effektive Kosten869,59968,581.379,94
wenn Sonderzahlungen grob mit einem Sechstel  mit gerechnet werden
Arbeitskosten inkl. SZ2.338,992.627,583.774,60
Beihilfe1.135,261.283,631.855,43
effektive Kosten1.203,731.343,951.919,17
Berechnung Einkommen und Arbeitskosten bei Reduktion auf 50 %

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