Die AK konnte einer schwangeren Laborantin helfen. © Syda Productions, stock.adobe.com
Herzlichen Glückwunsch! © Syda Productions, stock.adobe.com
25.01.2021

Ich bin schwanger

Herzlichen Glückwunsch! Es ist sehr verständlich, dass Sie viele Fragen haben und sich Sorgen um sich und Ihr Baby machen.

Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet zu überprüfen, ob eine Gefahr für Sie als Schwangere besteht. Ergibt die Überprüfung, dass Gefahr besteht, dann muss Ihr Arbeitgeber Sie anders einsetzen bzw. auf einen anderen Arbeitsplatz versetzen. Besteht kein geeigneter Arbeitsplatz, dann muss Ihr Arbeitgeber Sie von der Arbeit freistellen und Ihren Lohn oder Ihr Gehalt weiterzahlen.

Aktuell

Seit 1.1. gibt es zusätzlich eine gesetzliche Klarstellung: Schwangere dürfen bis 31.03.2021 ab Beginn der 14. Schwangerschaftswoche nicht zu Tätigkeiten herangezogen werden, in denen ein physischer Körperkontakt zu anderen Menschen besteht. Das ist insbesondere bei körpernahen Dienstleistungen (in Friseur,- Massage- und Kosmetikbetrieben oder in Kinderbetreuungseinrichtungen) der Fall.
Wenn der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen nicht derart ändern kann, dass kein Körperkontakt mehr besteht und die Tätigkeit auch nicht im Homeoffice erbracht werden kann, müssen Schwangere bis zum Beginn des Beschäftigungsverbots (Mutterschutz) bei vollen Bezügen freigestellt werden. Der Arbeitgeber bekommt die Kosten dieser Freistellung vom Bund ersetzt.

Newsletter

News rund um Coronavirus, Job, Reisen und Co

Hotline

Unter
050 258 4444 geben Arbeitsrechtler und Konsumentenschützer Auskunft.

Anfrage senden

Was sie dürfen und was nicht

Corona gibt Ihnen nicht das Recht Ihrem Arbeitsplatz fernzubleiben. Es gibt aber einige Arbeiten, die Sie nur eingeschränkt oder gar nicht tun dürfen, wenn Sie schwanger sind. 

Sie haben fragen?

Im Zweifel sollten Sie sich an Ihre Arbeitsmedizin im Betrieb bzw. an das zuständige Arbeitsinspektorat wenden. (Einfach Bundesland und Postleitzahl auswählen, dann finden Sie das richtige Arbeitsinspektorat.)

Welche Schutzmaßnahmen gelten für Schwangere während der Corona-Krise?

Für Sie als schwangere Arbeitnehmerin müssen im Betrieb erhöhte Schutzmaßnahmen getroffen werden. Sie müssen vor Ansteckung geschützt werden. Die Schutzmaßnahmen werden laufend konkretisiert und sind für die einzelnen Branchen unterschiedlich. Auf der Website des Arbeitsinspektorates finden Sie die jeweils gültige Fassung.

Seit 1.1. gibt es zusätzlich eine gesetzliche Klarstellung: Schwangere dürfen bis 31.03.2021 ab Beginn der 14. Schwangerschaftswoche nicht zu Tätigkeiten herangezogen werden, in denen ein physischer Körperkontakt zu anderen Menschen besteht. Das ist insbesondere bei körpernahen Dienstleistungen (in Friseur,- Massage- und Kosmetikbetrieben oder in Kinderbetreuungseinrichtungen) der Fall.

Wenn der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen nicht derart ändern kann, dass kein Körperkontakt mehr besteht und die Tätigkeit auch nicht im Homeoffice erbracht werden kann, müssen Schwangere bis zum Beginn des Beschäftigungsverbots (Mutterschutz) bei vollen Bezügen freigestellt werden. Der Arbeitgeber bekommt die Kosten dieser Freistellung vom Bund ersetzt.

Im Zusammenhang mit der neuen Verpflichtung, an bestimmten Orten eng anliegende FFP2-Masken zu tragen, wurde klargestellt, dass diese Verpflichtung nicht für Schwangere gilt. Diese dürfen daher nach wie vor den bisherigen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Auf Grund der aktuell besonders hohen Ansteckungsgefahr an Arbeitsorten mit KundInnenkontakt kann sich daraus allerdings die Verpflichtung für den Arbeitgeber ergeben, Schwangeren einen Ersatzarbeitsplatz (ohne KundInnenkontakt) anzubieten bzw. dort, wo dies nicht möglich ist, Freistellungen auszusprechen.

Detaillierte Informationen zum Gesundheitsschutz von schwangeren Arbeitnehmerinnen erhalten Sie auf den Internetseiten des Arbeitsinspektorats.

Ich habe Schwangerschafts-Diabetes

Wenn Sie an Diabetes aufgrund der Schwangerschaft leiden, können Sie besonders schwer krank werden, wenn Sie mit dem Corona-Virus angesteckt werden. Sie gehören möglicherweise zur sogenannten COVID-19-Risikogruppe. Nehmen Sie daher sofort mit Ihrem behandelnden Arzt Kontakt auf! Ihre Erkrankung kann grundsätzlich eine vorzeitige Freistellung nach dem Mutterschutzgesetz rechtfertigen. 

Zusätzlich gelten für Sie die generellen Bestimmungen zu COVID-19-Risikogruppen: Der Dachverband der Sozialversicherungsträger prüft von sich aus, ob Sie zur offiziellen Risikogruppe gehören. Dabei kommt es insbesondere darauf an, welche Medikamente Sie nehmen. Man wird Sie schriftlich informieren. Wenn Sie die Information der Krankenkasse (noch) nicht bekommen haben, rufen Sie bitte Ihren behandelnden Arzt an. Dieser kann auf Grundlage der medizinischen Erkenntnisse feststellen, ob Sie mit Ihrer Erkrankung zur offiziellen COVID-19-Risikogruppe gehören und auf dieser Basis ein COVID-19-Risikoattest ausstellen. 

Vorsicht: Wenn der Arzt das Attest ausstellt, können Sie trotzdem nicht einfach zu Hause bleiben. Anspruch auf Freistellung von der Arbeitsleistung und Fortzahlung des Entgelts haben Sie nur, wenn Sie kein Homeoffice machen können und Ihr Arbeitgeber Ihr Ansteckungsrisiko im Betrieb nicht auf ein absolutes Minimum reduzieren kann.


Welche Rechte habe ich, wenn ich als Schwangere gekündigt werde?

Sie haben als Schwangere einen Kündigungs- und Entlassungsschutz. Sie können nur dann gekündigt oder entlassen werden, wenn das Arbeits- und Sozialgericht dem vorher zugestimmt hat. Wenn Sie trotzdem gekündigt werden, gilt die Kündigung nicht, sie ist „rechtsunwirksam“. Sie haben in diesem Fall das Recht, weiter beschäftigt zu werden. Sagen Sie das Ihrem Arbeitgeber, am besten schriftlich und erklären Sie sich arbeitsbereit. Das Arbeits- und Sozialgericht stimmt einer Kündigung bis zum ersten Lebensjahr des Kindes nur zu, wenn der Betrieb bzw. einzelne Abteilungen auf Dauer stillgelegt oder eingeschränkt werden und das Arbeitsverhältnis nicht ohne Schaden für den Betrieb aufrechterhalten werden kann. Die Corona-Krise geht aber irgendwann auch wieder vorüber. Sollte Ihnen der Arbeitgeber eine einvernehmliche Lösung anbieten, unterschreiben Sie nichts! Bitte fragen Sie bei AK oder Ihrer Gewerkschaft nach, bevor Sie so einer Lösung zustimmen.

Kinderbetreuungsgeld und Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen - welche Regelungen gelten derzeit?

Viele Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen können / konnten nicht durchgeführt werden. Sie sollten aber in jedem Fall mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin telefonisch Kontakt aufnehmen, denn trotz Corona kann die Untersuchung für Sie und/oder Ihr Kind sehr wichtig sein. Was Sie als Eltern wissen sollten: Im Mutter-Kind-Pass vorgeschriebene Untersuchungen können angesichts der Corona-Krise verschoben werden, ohne dass es zu einer Kürzung des Kinderbetreuungsgeldes kommt. Wenn die Frist für die Durchführung einer bestimmten Untersuchung nach Wegfall der Ausnahmesituation (ab Anfang Juni 2020) noch offen ist, muss die Durchführung dieser Untersuchung für den Erhalt des vollen Kinderbetreuungsgeldes nachgewiesen werden.

Achtung: Die Nachweise für die Mutter-Kind-Untersuchungen müssen Sie aber auch in der aktuellen Situation rechtzeitig abgeben z.B. per Post oder als Foto per E-Mail an Ihre zuständige Krankenkasse (zB ÖGK).

Links

Kontakt

Kontakt

Hotline

Senden Sie uns Ihre Anfrage bitte primär über unser Kontaktformular

Unter der Telefonnummer 
050 258 4444
geben Arbeitsrechtler und Konsumentenschützer Auskunft 

Newsletter

News rund um Coronavirus, Job, Reisen und Co

Hotline

Unter
050 258 4444 geben Arbeitsrechtler und Konsumentenschützer Auskunft.

Anfrage senden

Was sie dürfen und was nicht

Corona gibt Ihnen nicht das Recht Ihrem Arbeitsplatz fernzubleiben. Es gibt aber einige Arbeiten, die Sie nur eingeschränkt oder gar nicht tun dürfen, wenn Sie schwanger sind.