Die AK konnte einer schwangeren Laborantin helfen. © Syda Productions, stock.adobe.com
Herzlichen Glückwunsch! © Syda Productions, stock.adobe.com

Ich bin schwanger

Herzlichen Glückwunsch! Es ist sehr verständlich, dass Sie viele Fragen haben und sich Sorgen um sich und Ihr Baby machen.

Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet zu überprüfen, ob eine Gefahr für Sie als Schwangere besteht. Ergibt die Überprüfung, dass Gefahr besteht, dann muss Ihr Arbeitgeber Sie anders einsetzen bzw. auf einen anderen Arbeitsplatz versetzen. Besteht kein geeigneter Arbeitsplatz, dann muss Ihr Arbeitgeber Sie von der Arbeit freistellen und Ihren Lohn oder Ihr Gehalt weiterzahlen.

Was Sie dürfen und was nicht

Corona gibt Ihnen nicht das Recht Ihrem Arbeitsplatz fernzubleiben. Es gibt aber einige Arbeiten, die Sie nur eingeschränkt oder gar nicht tun dürfen, wenn Sie schwanger sind.

Wichtig: Diese Neuregelung gilt nur für die Sonderfreistellung aufgrund von Corona!

Was sie dürfen und was nicht

Corona gibt Ihnen nicht das Recht Ihrem Arbeitsplatz fernzubleiben. Es gibt aber einige Arbeiten, die Sie nur eingeschränkt oder gar nicht tun dürfen, wenn Sie schwanger sind. 

konkret

Im Zweifel sollten Sie sich an Ihre Arbeitsmedizin im Betrieb bzw. an das zuständige Arbeitsinspektorat wenden. (Einfach Bundesland und Postleitzahl auswählen, dann finden Sie das richtige Arbeitsinspektorat.)

Welche Schutzmaßnahmen gelten für Schwangere während der Corona-Krise?

Für Sie als schwangere Arbeitnehmerin müssen im Betrieb erhöhte Schutzmaßnahmen getroffen werden. Sie müssen vor Ansteckung geschützt werden. Die Schutzmaßnahmen werden laufend konkretisiert und sind für die einzelnen Branchen unterschiedlich. Auf der Website Arbeitsinspektorates finden Sie die jeweils gültige Fassung.

Bis 30.06.2022 durften Schwangere ab Beginn der 14. Schwangerschaftswoche nicht zu Tätigkeiten herangezogen werden, in denen ein physischer Körperkontakt zu anderen Menschen besteht. Das ist insbesondere bei körpernahen Dienstleistungen (in Friseur,- Massage- und Kosmetikbetrieben oder in Kinderbetreuungseinrichtungen) der Fall.

Wenn der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen nicht derart ändern konnte, dass kein Körperkontakt mehr besteht und die Tätigkeit auch nicht im Homeoffice erbracht werden konnte, mussten Schwangere bis zum Beginn des Beschäftigungsverbots (Mutterschutz) bei vollen Bezügen freigestellt werden. Der Arbeitgeber bekam die Kosten dieser Freistellung vom Bund ersetzt.

Achtung!

Diese Freistellungsmöglichkeit wurde von der Bundesregierung über den 30.06.2022 hinaus nicht verlängert.


  • Für bereits laufende Freistellungen gilt:
    Aufgrund der Übergangsbestimmung in § 3a Absatz 11 Mutterschutzgesetz gilt jedenfalls, dass jene schwangeren Arbeitnehmerinnen, die bereits vor dem 1.7.2022 auf Grund der COVID-19-Sonderfreistellung freigestellt wurden, weiterhin Anspruch auf jene Sonderfreistellung haben, wie sie bis zum 30. Juni geregelt war. Sie müssen daher, wenn die Voraussetzungen der Sonderfreistellung weiterhin vorliegen, ihren Dienst ab 1.7.2022 nicht wieder antreten. 
  • Für Schwangere, die vor dem 1.7.2022 noch nicht freigestellt waren, gilt:
    Nach Auskunft des Bundesministeriums für Arbeit fallen auch Arbeitnehmerinnen, die mit 30.06.2022 bereits schwanger, aber noch nicht freigestellt waren, unter die Übergangsbestimmung in § 3a Absatz 11 Mutterschutzgesetz. Demnach hat auch diese Gruppe bei Vorliegen der Voraussetzungen (Arbeiten mit erforderlichem Körperkontakt, keine Möglichkeit der Änderung der Arbeitsbedingungen oder eines Ersatzarbeitplatzes) Anspruch auf Sonderfreistellung, sobald die 14. Schwangerschaftswoche beginnt. Hierzu wurde seitens des Arbeitsministeriums angekündigt, die genaue Rechtsauslegung in Kürze mit einer gesonderten Aussendung zu konkretisieren.

Achtung!

Die Sonderregelung zur Freistellung von Schwangeren ersetzt nicht die sonstigen Schutzbestimmungen für werdende Mütter. Der Arbeitgeber ist nämlich – unabhängig von dieser Sonderregelung – weiterhin verpflichtet, für jede Schwangere im Betrieb eine Mutterschutzevaluierung zu erstellen und das Gefahrenpotential entsprechend einzuschätzen.

Dies gilt insbesondere für jene Arbeitnehmerinnen, die vor dem 1.7.2022 noch nicht schwanger waren und für jene, die die Voraussetzungen für die COVID-19-Sonderfreistellung auf Grund Ihrer konkreten Tätigkeit nicht erfüllen.

Detaillierte Informationen zum Gesundheitsschutz von schwangeren Arbeitnehmerinnen erhalten Sie auf den Internetseiten des Arbeitsinspektorats.

Im Zusammenhang mit der neuen Verpflichtung, an bestimmten Orten eng anliegende FFP2-Masken zu tragen, wurde klargestellt, dass diese Verpflichtung nicht für Schwangere gilt. Diese dürfen daher nach wie vor den bisherigen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Ich habe Schwangerschafts-Diabetes

Wenn Sie an Diabetes aufgrund der Schwangerschaft leiden, können Sie besonders schwer krank werden, wenn Sie mit dem Corona-Virus angesteckt werden. Nehmen Sie daher sofort mit Ihrem behandelnden Arzt Kontakt auf! Ihre Erkrankung kann grundsätzlich eine vorzeitige Freistellung nach dem Mutterschutzgesetz rechtfertigen.

Welche Rechte habe ich, wenn ich als Schwangere gekündigt werde?

Sie haben als Schwangere einen Kündigungs- und Entlassungsschutz. Sie können nur dann gekündigt oder entlassen werden, wenn das Arbeits- und Sozialgericht dem vorher zugestimmt hat. Wenn Sie trotzdem gekündigt werden, gilt die Kündigung nicht, sie ist „rechtsunwirksam“. Sie haben in diesem Fall das Recht, weiter beschäftigt zu werden. Sagen Sie das Ihrem Arbeitgeber, am besten schriftlich und erklären Sie sich arbeitsbereit. Das Arbeits- und Sozialgericht stimmt einer Kündigung bis zum ersten Lebensjahr des Kindes nur zu, wenn der Betrieb bzw. einzelne Abteilungen auf Dauer stillgelegt oder eingeschränkt werden und das Arbeitsverhältnis nicht ohne Schaden für den Betrieb aufrechterhalten werden kann. Die Corona-Krise geht aber irgendwann auch wieder vorüber. Sollte Ihnen der Arbeitgeber eine einvernehmliche Lösung anbieten, unterschreiben Sie nichts! Bitte fragen Sie bei AK oder Ihrer Gewerkschaft nach, bevor Sie so einer Lösung zustimmen.

Kinderbetreuungsgeld und Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen - welche Regelungen gelten derzeit?

Viele Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen können / konnten nicht durchgeführt werden. Sie sollten aber in jedem Fall mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin telefonisch Kontakt aufnehmen, denn trotz Corona kann die Untersuchung für Sie und/oder Ihr Kind sehr wichtig sein. Was Sie als Eltern wissen sollten: Im Mutter-Kind-Pass vorgeschriebene Untersuchungen können angesichts der Corona-Krise verschoben werden, ohne dass es zu einer Kürzung des Kinderbetreuungsgeldes kommt. Sie können die Untersuchung nachholen, wenn die Frist für die Untersuchung noch offen ist.

Achtung

Die Nachweise für die Mutter-Kind-Untersuchungen müssen Sie aber auch in der aktuellen Situation rechtzeitig abgeben z.B. per Post oder als Foto per E-Mail an Ihre zuständige Krankenkasse (z.B. ÖGK).

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Was sie dürfen und was nicht

Corona gibt Ihnen nicht das Recht Ihrem Arbeitsplatz fernzubleiben. Es gibt aber einige Arbeiten, die Sie nur eingeschränkt oder gar nicht tun dürfen, wenn Sie schwanger sind. 

konkret

Im Zweifel sollten Sie sich an Ihre Arbeitsmedizin im Betrieb bzw. an das zuständige Arbeitsinspektorat wenden. (Einfach Bundesland und Postleitzahl auswählen, dann finden Sie das richtige Arbeitsinspektorat.)