26.03.2013
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Pensionskonto: Antworten auf Unklarheiten zum PVA-Brief

Briefe und Fragebogen der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) sorgen seit November für Verwirrung. Es geht dabei um das neue Pensionskonto. Die AKtion erklärt, warum das gewissenhafte Ausfüllen für Sie so wichtig ist.


Mit Jahresbeginn 2014 wird die Pensionsberechnung vereinheitlicht. Deshalb erhielten 2,4 Millionen Arbeitnehmer schriftliche Anfragen von der PVA oder bekommen spätestens im Juni Post. In vielen Fällen wissen die Betroffenen allerdings nicht, was sie mit den Fragebogen tun sollen. „Sie sollten auf jeden Fall mitwirken“, rät AK-Sozialrechtsexperte Mag. Franz Beck grundsätzlich: „Weil es um die Höhe Ihrer Pension geht.“

Um die Antworten auf die wichtigsten Fragen besser verstehen zu können, ist ein kurzer Blick in die Vergangenheit hilfreich. Bis 2005 war die Sache einfach: Die besten Jahre eines Arbeitslebens dienten als Bemessungsgrundlage, ein bestimmter Prozentsatz davon ergab die Pensionshöhe. Simpel, aber auch ungerecht. Das 2005 eingeführte neue Berechnungssystem sollte gerechter und gleichzeitig nachvollziehbar sein: Auf dem so genannten Pensionskonto werden alle pensionsrelevanten Einkünfte zusammengezählt, nicht nur einzelne Jahre. Jeder einmal verdiente Schilling oder Euro zählt.


Die Jahrgänge bis 1954 blieben im alten System, für jene, die ab 2005 ins Berufsleben einstiegen, gilt das neue System. Für alle betroffenen Jahrgänge dazwischen war eine Übergangsregelung wirksam: Eine gemischte „Parallelrechnung“ aus altem und neuen System. Sie hat sich als kompliziert und schwer vermittelbar herausgestellt.

Aus für Übergangssystem

Jetzt wird dieses Übergangssystem früher als geplant abgeschafft und schon am 1. Jänner 2014 durch das Pensionskonto ersetzt. Sämtliche bis zum 31. Dezember 2013 erworbenen Ansprüche bilden als so genannte Kontoerstgutschrift den Sockelbetrag zur Berechnung der späteren Pension. Einkünfte ab Jänner 2014 werden auf dem Pensionskonto dann automatisch hinzugerechnet.

Die 2,4 Millionen Briefe der Pensionsversicherungsanstalt dienen zu nichts anderem, als festzustellen, ob die PVA alle Daten zur Berechnung der Kontoerstgutschrift hat. Wer ab dem 1.1.1955 geboren ist, vor dem 1.1.2005 mindestens einen Monat gearbeitet und einen lückenlosen Versicherungsverlauf hat, wird erst gar nicht angeschrieben. Bei ihm oder ihr passt schließlich alles.

Gründe für Lücken

„Alle anderen sollten sich fragen, ob sich die Versicherungslücken schließen lassen“, sagt AK-Experte Franz Beck. Die PVA schickt eine Aufstellung der ihr bekannten Versicherungszeiten mit. Es gibt verschiedene Gründe, warum diese PVA-Liste womöglich unvollständig ist:

  • Unberücksichtigte Kindererziehungszeiten dürften der häufigste Grund für Lücken sein; zum Beispiel bei Männern, die einen Teil der Karenz übernommen haben. Das wirkt sich auf deren Pensionshöhe positiv aus.
  • Erwerbstätigkeiten im Ausland: Wurde insgesamt 12 Monate und mehr in der EU, der Schweiz, in Liechtenstein oder einigen weiteren Staaten gearbeitet, entsteht im jeweiligen Land ein Pensionsanspruch. Ist die Gesamtzeit kürzer, wirken sich Erwerbstätigkeiten im Ausland auf die spätere österreichische Pension in Österreich aus. Becks Tipp: „Wer beispielsweise einmal im Sommer als ,Ferialer‘ oder Praktikant über der Grenze gejobbt hat, sollte diese Zeiten im Fragebogen anführen.“
  • Scheint ein inländisches Beschäftigungsverhältnis nicht auf, können Sozialversicherungsbeiträge beim offensichtlich säumigen Arbeitgeber bis maximal fünf Jahre rückwirkend geltend gemacht werden.
  • Schul- und Ausbildungszeiten sind ein eigenes Kapitel. Abgesehen davon, dass sich bei den Fragebogen für die Jahrgänge 1958 bis 1965 ein inhaltlicher Fehler eingeschlichen hat: Niemand muss seine Schul- oder Studienzeiten nachweisen, außer er will Versicherungszeiten nachkaufen. „Das ist aber so teuer, dass man es im Einzelfall berechnen muss, ob sich das lohnt“, sagt Mag. Beck.

Kontrollieren und zurückschicken

Zusammenfassend gilt: PVA-Aufstellung unbedingt kontrollieren und Fragebogen auf jeden Fall unterschrieben zurückschicken. Die daraus errechnete Kontoerstgutschrift wird von der PVA schriftlich 2014 mitgeteilt. Wer dann Fehler entdecken sollte, dem steht ein so genanntes Widerspruchsverfahren offen.

Pensionskonto

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Arbeiten in der Pension

Wenn Sie sich in der Pension etwas dazu verdienen wollen, müssen Sie je nach Art der Pension an bestimmte Zuverdienstgrenzen halten.

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