Abschlagsfrei in Pension

Noch macht es das neue Gesetz möglich, sofern die erforderlichen 45 Arbeitsjahre bei Antritt der Pension auch tatsächlich vorliegen. Die AK Vorarlberg hat zahllose Anfragen erhalten. Hier zwei Beispiele.

Wer 45 Jahre bzw. 540 Monate über der Geringfügigkeitsgrenze gearbeitet hat, kann seit 1. Jänner 2020 ohne Abschläge in Pension gehen – und zwar auch dann, wenn sie oder er vor dem Regelpensionsalter (Männer 65 Jahre, Frauen 60 Jahre) in den Ruhestand geht. Das hat der Nationalrat am 19. September 2019 beschlossen. Die Regelung ist seit 1. Jänner 2020 in Kraft. Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Werner Kogler haben angekündigt, diese Regelung „reparieren“ zu wollen. Noch ist offen, wie und wann das geschehen soll.

Für die Betroffenen bedeutet das vorerst noch höhere Pensionszahlungen. Allerdings müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.
Die AK Vorarlberg erhält seit Herbst 2019 Anfragen rund um die neue Regelung. Vor allem müssen die Betroffenen abklären, ob die erforderlichen 45 Arbeitsjahre (Beitragsmonate der Pflichtversicherung aufgrund einer Erwerbstätigkeit) bei Antritt der Pension auch wirklich vorliegen.

13 Monate Krankengeld

So erhielt die AK Vorarlberg unlängst eine Anfrage von Franz M. Er wollte wissen, ob er denn nun seine Langzeitversichertenzeiten zum 1. Mai 2020 abschlagsfrei in Anspruch nehmen kann. Laut seiner Auskunft erreicht er das 62. Lebensjahr im April 2020 und es liegen 549 Versicherungsmonate vor. Als Untauglicher musste er auch nicht zum Bundesheer. Wie sich nun aber herausgestellt hat, bezog Franz M. in seinem Erwerbsleben insgesamt 13 Monate Krankengeld, diese Monate zählen zwar für die Erfüllung der Langzeitversichertenregelung, nicht jedoch für die Erfüllung der Abschlagsfreiregelung. Seine AK-Berater haben Franz M. ausgerechnet, dass er die Langzeitversichertenregelung abschlagsfrei frühestens zum 1. September 2020 in Anspruch nehmen kann.

Präsenzdienst zählt nicht

In einem weiteren Fall teilte ein Oberländer mit, dass er zum 1. März 2020 die Anspruchsvoraussetzungen für die Schwerarbeitspension erfüllen werde (540 Versicherungsmonate und das 60. Lebensjahr liegen vor) und demnach diese wohl abschlagsfrei sein müsse. Nach wenigen Minuten stellte sich aber heraus, dass er zwar 540 Versicherungsmonate erworben hat, jedoch nur 532 Monate davon wirklich Beitragsmonate der Pflichtversicherung aufgrund einer Erwerbstätigkeit sind. Die restlichen acht Monate hat er seinen Präsenzdienst abgeleistet, und der wird für die Erfüllung der Regelung nicht hinzugerechnet. Somit ist zum Zeitpunkt 1. März 2020 die Bedingung für die Schwerarbeitspension zwar erfüllt, allerdings nicht abschlagsfrei. Abschlagsfrei kann der Oberländer die Schwerarbeitspension erst acht Monate später in Anspruch nehmen.

Hinweis

„Informieren Sie sich unbedingt vor der Antragstellung beim zuständigen Pensionsversicherungsträger, zu welchem Zeitpunkt Sie die Voraussetzungen für eine abschlagsfreie Pension erfüllen, und entscheiden Sie dann“, rät die AK Vorarlberg. Gerne beraten Sie auch unsere Sozialrechtsreferenten.

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Die AK berät Sie gerne. E-Mail: sozialrecht@ak-vorarlberg.at, Tel. 050/258 2200 (oder 05522/306 2200)

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