1.6.2015
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Nerven wie Draht

Hinter der Bühne. Der Ball, die Gala, die Firmenfeier – heute mimt die Werkstattbühne des Bregenzer Festspielhauses ein uriges Bierzelt, morgen schlüpft sie zusammen mit den Seefoyers in das Gewand eines Festsaals. Was immer der Kunde wünscht, sagt Eva-Maria Feuerstein. Als frisch gebackene Veranstaltungsmanagerin erfährt sie seit Februar, wie Flexibilität zur zweiten Natur wird.

AKtion: Schon die erste eigene Veranstaltung gemanagt?

Eva-Maria Feuerstein: Ja, aber das war nur ein kleiner Workshop.

Was reizt Sie besonders an Ihrer Aufgabe?

Feuerstein: Die Vielseitigkeit. Dass man von allen Gewerken die Fäden in der Hand hält und das alles managt. Dass man mit vielen verschiedenen Leuten zu tun hat und lernt, mit ihnen umzugehen. Dass man punktgenau liefern muss. Dieser Lösungsfindungsprozess ist spannend.

Auch wenn einen Kunden manchmal scharf an die Grenze führen?

Feuerstein: Das ist eigentlich kein Problem. Im Grunde  gibt es nichts Unmögliches. Außer wenn man mit Gesetzen wie Brandschutz usw. in Berührung kommt.

Hat sich Ihre Berufswahl schon früh abgezeichnet?

Feuerstein: Jedenfalls war ich bei unserem Maturaball an der HTL Dornbirn im Kernteam dabei.

Wird’s bei euch im Veranstaltungsmanagement jetzt eigentlich ruhiger, wenn die Festspiele den ganzen Platz beanspruchen? 

Feuerstein: Ja, tatsächlich. Wir nutzen die Gelegenheit und schauen auch über den Gartenzaun. Man kann immer etwas lernen. Ab und an werden wir auch hinzugezogen, wie bei der Eröffnungsveranstaltung. Da tut man dann einfach zusammen. Es ist schon eine eigene Atmosphäre hier. Familiär. Irgendwie viel behüteter, weil wir halt alles im Haus haben. Alle Werkstätten, Licht und Ton usw. Wenn man etwas Spezielles braucht, dann ist das alles da. Daraus erwächst ein gewisses Grundvertrauen in die Leute.

Was braucht man, um in Ihrem Job gut über die Runden zu kommen?

Feuerstein: Man braucht eine gewisse Eigenmotivation, die durch den Tag trägt. Auch wenn der Kunde komplett genervt ist, musst du immer freundlich und sehr flexibel sein. Lösungsorientiertes Denken ist das A und O. Du darfst dich nie in ein Problem reinsteigern.

Und Nerven wie Drahtseile … 

Feuerstein: Ja, das auch. Da hilft mir vermutlich mein Wäldarnaturell. 

Wenn Sie sich’s aussuchen könnten, welche Veranstaltung würden Sie gerne über die Bühne bringen?

Feuerstein: Alles, was Messe, Firmenveranstaltung, Kongress ist. Konzerte mit Bands und Yeah und so, das brauch ich eher nicht.

Was macht Eva-Maria Feuerstein, wenn sie nicht hinter den Kulissen arbeitet?

Feuerstein: Dann bin ich gern in der Natur und geh spazieren. Beim Musikverein in Langenegg spiele ich Querflöte und Piccolo. 

Wofür geben Sie am liebsten Geld aus?

Feuerstein: Ich bin ein Mädchen (lacht) und kaufe extrem gern ein.

Wenn Sie sich ein Jahr lang nicht um Ihren Lebensunterhalt kümmern müssten, was würden Sie tun?

Feuerstein: Vermutlich würde ich trotzdem irgendetwas organisieren. Es macht mir einfach Spaß.

Veranstaltungsmanagement

Wirtschaft sind wir alle. Der einzelne Mensch ist die kleinste wirtschaftliche Einheit. In dieser Reihe stellt die „AKtion“ Menschen und die Berufe vor, mit denen sie ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Beruf: Veranstaltungsmanagement (in Deutschland bereits ein Lehrberuf oder etwa an der Hochschule für Internationales Management in Heidelberg zu erlernen. Feuerstein wählte diesen Weg.)
Ausbildung: Bachelorstudium 3 Jahre
Einstieg: Geschieht oft über Praktika, der Verdienst ist am Anfang entsprechend niedrig, z. B. 1300 Euro, wohlgemerkt nach abgeschlossenem Studium. Eva-Maria Feuerstein hat’s besser erwischt, sie wird bei Kongresskultur Bregenz nach städtischem Besoldungsschema bezahlt. Normalwochenarbeitszeit: 40 Stunden; kann je nach Veranstaltungsdichte auch mehr sein, nicht aber mehr als 60 Stunden.

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