6.10.2015
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Von der Musik leben können ist ein ziemlich hartes Brot

MIT HERZBLUT. Wie wird man eigentlich Musikerin, und dann noch am Fagott? „Reiner Zufall“, antwortet die Bregenzerin Katharina Felder (30) und ist doch gänzlich überzeugt von ihrem Weg: „Denn ohne Herzblut stehst du das nicht durch.“

AKtion: Eigentlich stand ja erst Germanistik auf dem Studienplan?
Felder: Ja, aber dann hatte ich das Gefühl, ich verpass was, und bin richtig ins Fagott-Studium reingestürzt. 

Und warum Fagott? 
Felder: Ich hab mit sechs Jahren begonnen Blockflöte zu spielen. Aber ich wollte später ein Instrument, mit dem man ordentlich Gas geben kann. Erst dachte ich an Saxophon. Aber meine Lehrerin hat – taktisch klug – ihr Fagott gut sichtbar in die Ecke gestellt. Und das macht ja auch wirklich was her …

Schafft man so ein riesiges Instrument als Kind denn?
Felder: Zum Glück hab ich große Hände, da ging das. Man bringt bald einmal gute Töne zustande.  

Was kostet denn so ein Fagott?
Felder: Also das hier ist ein Instrument für Profis. Das liegt so zwischen 20.000 und 25.000 Euro.

… und ist vermutlich gut versichert. 
Felder: Als echte Vorarlbergerin – na klar!

Du bist nach dem Studium ins Ländle zurückgekehrt und hast einen ehrgeizigen Plan?
Felder: Ja, ich möchte hochkarätige klassische Musik und Jazz für jene Menschen in Vorarlberg live erlebbar machen, denen der Besuch im Konzerthaus nicht möglich ist. Die Musikerplattform, die ich dazu gerade gründe, heißt Tontopf.

Und wie soll das gehen?
Felder: Die Musiker geben professionelle Konzerte, die etwa 45 bis 50 Minuten dauern. Sie gehen zu den Menschen, also etwa ins Altersheim, Frauenhaus oder ins Flüchtlingsheim. Sie können dabei ihr Konzertprogramm völlig frei gestalten.

Und wie finanziert sich das?
Felder: Pro Musiker soll es eine fixe Gage geben, unabhängig von der Besetzungsgröße des Ensembles. Um das zu finanzieren, stellen wir eine Website ins Internet. Dort können Firmen oder Privatpersonen Ensembles für ihre Anlässe buchen und zahlen dann nach dem Motto „1 + 1= für alle“ die doppelte Gage.  Aus dem Überschuss werden die sozialen Konzerte finanziert.

Was reizt dich daran?
Felder: Das soziale Engagement, und es müsste doch jungen Musikern entgegenkommen, Bühnenpräsenz und Selbstpräsentation zu testen.

Musiker © AK, AK
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