15.12.2014
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Ein Pfadfinder im Dschungel der Berufsorientierung

Gerade hat Harald Marte die Akademie für Ausbildner mit Auszeichnung abgeschlossen. Der 41-jährige gebürtige Bludenzer hat die „Berufsorientierungsmaschine“ entworfen und umgesetzt.

Der Beruf Konstrukteur © AK, AK

Marte bildet in der Bertsch Group zur Zeit sieben Lehrlinge zu Konstrukteuren aus. Weil er so viele jugendliche Bewerber mittlerweile orientierungslos erlebt, wollte er Abhilfe schaffen. Also hat er ein Berufsorientierungstool am Computer entworfen und Berufsbilder hinterlegt. Die bestechen durch wenig Text und einfache Sätze wie „Konstrukteure zeichnen Pläne am Computer …“ Noch wichtiger war ihm das sogenannte „Matching“, also die Zuordnung von Eigenschaften und Kompetenzen zu einzelnen Berufen. 200 Schüler an vier Mittelschulen und zwei Polytechnischen Lehrgängen haben die Berufsorientierungsmaschine ausprobiert und kamen gut klar damit.

Ihre Projektarbeit hat alle beeindruckt. Worum ging’s da?

Harald Marte: Ich habe ein Werkzeug entwickelt, das Lehrer, Eltern und Schüler bei der Berufsorientierung unterstützt.

Aber so was gibt’s ja schon …

Bestehende Angebote hab ich mir natürlich angeschaut, aber die sind oft viel zu kompliziert. Da müssen sich Jugendliche durch bis zu 150 Fragen klicken, bis sie eine Antwort erhalten. Das tun die nicht. 

Obwohl sie die Orientierung nötig hätten?

Wir sehen selber oft genug Jugendliche, die sich für den Konstrukteurberuf interessieren, aber keine Vorstellung haben, worum es geht in dem Beruf. Im Internet gibt es zwar Informationen, aber das ist fast schon zu viel. Ich hab mir die Frage gestellt: Wie kann man all diese Infos kindgerecht aufbereiten? 

Sie selber haben die Konstrukteurslehre gemacht. Weil Sie das immer schon werden wollten?

Nein, das hat sich ganz zufällig ergeben. Eigentlich wollte ich mit 18 Jahren in die Gendarmerieschule und davor halt eine Lehre machen, irgendeine. Gelandet bin ich bei Bertsch. Und nach drei Jahren spielte die Gendarmerieschule keine Rolle mehr. 

Wem würden Sie Ihren Beruf empfehlen?

Jedem, der ein gutes geometrisches Vorstellungsvermögen hat. Eine Abneigung gegen Mathematik sollte er nicht mitbringen. Man muss genau und zielstrebig sein. Es ist wohl einer der anspruchsvollsten Berufe überhaupt.

Wie gehen Sie mit Problemen um?

Ich überlege mir, ob ich sie selber lösen kann oder Hilfe brauche.

Niemals Scheu, jemanden zu fragen?

Um Gottes willen, keiner ist allwissend. Man sollte, wenn nötig, immer fragen, alles andere wär ja fahrlässig.

Was bedeutet Ihnen Ihre Arbeit?

Da ist wohl der Beruf zur Berufung geworden. Vor allem die Arbeit als Ausbildner mit jungen Leuten genieße ich sehr. Wenn die dann vor dir stehen mit dem Lehrbrief in der Hand, und du weißt, du hast einen Teil dazu beigetragen, das ist ein wahnsinnig gutes Gefühl.

Was würden Sie kaufen, wenn Sie sich etwas Besonderes gönnen wollten?

Meinen eigenen Fischteich. Ich bin leidenschaftlicher Angler, aber die meisten Gewässer sind schon sehr überlaufen. Ein ruhiger Bergsee, so ganz für mich allein, das wär’s. 

Und wenn Sie sich ein Jahr lang nicht um Ihren Lebensunterhalt kümmern müssten…

...würde ich Europa bereisen und die schönsten Seen besuchen. Ich hab sogar schon einige unserer Lehrlinge fürs Fischen und die Fischerprüfung begeistern können.


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