20.5.2016
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Wie würden Sie entscheiden?

RECHTSSTREIT. Am Beginn des Rechtsstreits, der vor dem Arbeits- und Sozialgericht landete, stand eine tragische Geschichte. Aufgrund eines Selbstmordversuches  des Vaters sowie der anschließenden Pflegebedürftigkeit des Vaters und der Mutter hatte ein Arbeitnehmer erhöhten Bedarf an Urlaub. Den hatte er mit seinem Arbeitgeber dann auch vereinbart.

Im Nachhinein fiel dem Arbeitgeber auf, dass er mehr Urlaub genehmigt hatte, als dem Arbeitnehmer gesetzlich als Mindesturlaub zustehen würde. Der Arbeitgeber reduzierte darauf einseitig den Lohn, um so den zu viel verbrauchten Urlaub zu kompensieren. 

Wie würden Sie entscheiden?

War der Arbeitgeber im Recht? Wie würden Sie in diesem Arbeitsrechtsfall entscheiden? Ihr gesundes Rechtsempfinden ist gefragt. Wie dieser Streitfall vor Gericht endete, erfahren Sie in der nächsten Ausgabe der AKtion.

FRAGE: Darf der Arbeitgeber bei zu viel in Anspruch genommenem Urlaub einfach den Lohn kürzen?

  • Ja, weil ...
  • Nein, weil ...

Schreiben Sie an AK Vorarlberg, Leserforum, Widnau 2–4, 6800 Feldkirch, per E-Mail an leserbrief@ak-vorarlberg.at oder auf http://www.facebook.com/akvorarlberg

Update 27.06.2016:

Hier nun die Auflösung unseres Falles:


Einige Stimmen aus der Leserschaft

Ein vereinbarter Urlaub kann nicht einseitig abgeändert, gekürzt werden; auch eine Entgeltreduktion ist nicht möglich, weil gesetzlich nicht vorgesehen/zulässig. Außerdem kann dem Dienstnehmer nicht ein Fehler/Fehlverhalten des Dienstgebers finanziell angelastet werden. Der vereinbarte Urlaub wurde „in gutem Glauben“ verbraucht, das Urlaubsentgelt kann daher nicht zurückgefordert werden.
Jörg Bergmeister

Nein, weil in der Vereinbarung mit dem Arbeitgeber keine Lohnreduktion festgelegt worden ist. Bei einem Irrtum des Arbeitgebers kann nach meinem Rechtsempfinden nicht im Nachhinein der Arbeitnehmer bestraft werden.
Rainer Janes

Nein, weil der Urlaub vom Chef genehmigt wurde, auch wenn es ein Versehen war. Die Regelung über den Abzug beim Gehalt ist für mich dennoch okay. Sie muss jedoch in Absprache mit dem Mitarbeiter sein.
Annette Raber

So entschied das Gericht

Die AK hat einen Arbeitnehmer vertreten, der sich nach schweren Schicksalsschlägen um seine Eltern kümmern musste und daher mehr Urlaub brauchte. Den sicherte ihm sein Arbeitgeber auch zu. Aber dann sah der Chef, dass er mehr Urlaub genehmigt hatte, als dem Arbeitgeber als Mindesturlaub zugestanden wäre. Er reduzierte einseitig das Entgelt des Arbeitnehmers. Zu Recht? Nein, befand das Gericht und sprach dem Arbeitnehmer die Gehaltsdifferenz in voller Höhe zu.

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