16.1.2014
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Rahmenvertrag gegen die Ausbeutung von Praktikanten

Der EU-Kommission sind die Auswüchse am Arbeitsmarkt ein Dorn im Auge, die seit einigen Jahren unter dem Schlagwort „Generation Praktikum“ beschrieben sind.

 

Niedrige oder gar keine Bezahlung, kaum soziale Absicherung, kopieren und Kaffee holen – so sieht oft die Realität für eine ganze Generation von jungen Praktikanten in der Europäischen Union aus. Wikipedia zum Entstehen des Begriffs „Generation Praktikum“: „Junge Akademiker überbrücken potentielle Lücken im Lebenslauf, indem sie eine Praktikantenstelle nach der anderen annehmen, obwohl sie eigentlich eine feste Anstellung suchen.“ Denn, leider Fakt: Praktika werden oftmals als Karotte vor der Nase verwendet, um reguläre Arbeitsverhältnisse zu vermeiden. Jedes dritte Praktikum erfüllt derzeit nicht einmal Mindeststandards. Sechs von zehn Praktika sind in der Regel unbezahlt, und nur die Hälfe der bezahlten Praktikanten können davon auch ihre grundlegenden Lebenshaltungskosten decken.   

Faire Bedingungen

Die EU-Kommission hat daher einen Qualitätsrahmen für Praktika vorgeschlagen. Damit will sie sicherstellen, dass Praktikanten in der ganzen EU in Zukunft ihr Praktikum unter fairen Bedingungen absolvieren. Die Mitgliedsstaaten sollen klare Leitlinien bekommen, wie sie perspektivlose Praktika zur hochwertigen Ausbildungsmethode reformieren können.

Demnach sollen Praktika grundsätzlich auf einer schriftlichen Vereinbarung beruhen, die Arbeitsbedingungen, Lerninhalte und Entlohnung klar festlegt. Ein Praktikum soll in der Regel höchstens sechs Monate dauern, und die Mitgliedsstaaten sollen sicherstellen, dass zum Beispiel Obergrenzen für Arbeitszeiten und Mindesturlaub eingehalten werden.   

Regeln nur für offenen Markt

Der vorgeschlagene Rahmen gilt für alle Praktika auf dem offenen Markt – nicht aber für Praktika, die Teil der Lehrpläne an Hochschulen und Universitäten, der Schulbildung oder der Berufsbildung sind.  

Lerninhalte festlegen

Die Empfehlung der Kommission hat jedoch keine bindende Wirkung, und auch unbezahlte Praktika sollen weiter möglich sein. Dies führt zu Kritik aus dem Europaparlament. Denn der Vertrag muss laut Kommissionsvorschlag zwar festlegen, ob – aber nicht dass – ein Praktikum bezahlt wird. Von einer Grundvergütung oder Aufwandsentschädigung ist keine Rede. Zwar muss der Vertrag Lerninhalte festlegen, aber die Qualität dieser Inhalte liegt in den Händen der Arbeitgeber. Begrüßt wird hingegen die Einbindung von Praktika in das Eures-Netzwerk – eine Art europäisches Online-Arbeitsmarktservice zur beruflichen Mobilität.

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