11.6.2013
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Ausbildung

Eine höhere formale Schulbildung und eine überdurchschnittliche berufliche Qualifikation eröffnen die Chance auf eine interessante Tätigkeit in einem in vieler Hinsicht besseren Arbeitsumfeld – und nicht zuletzt im Regelfall auch auf ein höheres Einkommen.

Mit einem Gesamtindex von 124 Punkten weisen Maturanten und Akademiker eine überdurchschnittliche Arbeitszufriedenheit auf. Diese Gruppe mit hohem Bildungsgrad liegt in allen Aspekten der Arbeitszufriedenheit über dem generellen Niveau, insbesondere bei den Karrieremöglichkeiten (+18 Indexpunkte) und den subjektiven Arbeitsmarktaussichten (+24 Indexpunkte), aber auch beispielsweise hinsichtlich der Zufriedenheit mit den Sozialleistungen (+13 Indexpunkte). Zudem weisen sie im Vergleich zu den Pflichtschulabsolventen mit/ohne Lehre und den Fach- und Handelsschulabsolventen die geringsten Belastungen auf und sind auch wesentlich optimistischer, was die generelle Wirtschaftsentwicklung (+5 Indexpunkte) und die Aussichten des eigenen Betriebs (+5 Indexpunkte) betrifft. Ebenso leiden sie – aufgrund ihrer Tätigkeitsschwerpunkte weniger unter Belastungen, vor allem in körperlicher Hinsicht (-16 Indexpunkte). Von psychischem Stress/Zeitstress sowie Innovationsstress ist diese Gruppe hingegen überdurchschnittlich betroffen.

Pflichtschulausbildung ohne Lehre

Wer lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügt, sieht der Zukunft deutlich negativer entgegen. Neben den subjektiven Arbeitsmarktchancen (-15 Indexpunkte) und ihrer betrieblichen Karriereoption (-16 Indexpunkte), liegt auch der materielle Aspekt wie die Zufriedenheit mit dem Einkommen (-12 Indexpunkte) und den Sozialleistungen (-14 Indexpunkte) deutlich unter dem Durchschnitt. Dem gegenüber sind die physischen (+12 Indexpunkte) und psychischen Belastungen (+5 Indexpunkte) überdurchschnittlich hoch.

Während die allgemeine Berufszufriedenheit im Teilindex Arbeit in Vorarlberg auf einem Durchschnittsniveau von 78 Indexpunkten liegt, weisen die niedrigst Qualifizierten einen Wert von nur 67, jene mit zumindest Maturaabschluss jedoch bereits 91 Indexpunkte auf. Der Wirtschaftsoptimismus sowohl für Österreich (-6 Indexpunkte) als auch für den eigenen Betrieb (-5 Indexpunkte) liegt aus Sicht der Pflichtschulabsolventen weit unter dem Durchschnitt aller Beschäftigten in Vorarlberg.

Auffällig ist, dass im Vergleich mit dem Arbeitsklimaindex 2009 in den meisten Aspekten der Arbeitszufriedenheit die Kluft zwischen jenen mit niedrigsten und mit höchsten Qualifikationen noch einmal angewachsen ist.

Vorarlberger Weg


Ausbildung © AK, AK

„Bildung ist der am stärksten wirksame Faktor für Arbeitszufriedenheit. Der Arbeitsklimaindex spricht eine deutliche Sprache: Sowohl die duale Ausbildung als auch eine entsprechende Schulausbildung stärken das Selbstbewusstsein der Arbeitnehmer und erhöhen ihre Chancen am Arbeitsmark. Es ist deshalb absolut nicht nachvollziehbar, dass die Regierung den Qualitätsbonus zur Mitte der Lehrzeit in einer Nacht- und Nebelaktion ersatzlos gestrichen hat und damit kontinuierlich den Wert der Lehre in Frage stellt“, ärgert sich AK-Präsident Hämmerle.

Stellung im Beruf

Eine niedrige formale Ausbildung geht einher mit einem entsprechend niedrigen beruflichen Status und einem Tätigkeitsumfeld, mit vielfach erschwerten Bedingungen. Den höchsten Indexwert erreichen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst (128 Indexpunkte), die allerdings mit nur 35 befragten Personen die kleinste Gruppe darstellen. An zweiter Stelle liegen mit 116 Indexpunkten die einfachen Angestellten, die auch bei allen Teilindizes überdurchschnittliche Werte aufweisen. Ihnen kommt insbesondere die überdurchschnittlich hohe Teilzeitquote zugute, die eine Reihe von Belastungen reduziert. Einfache Angestellte wiesen 2009 noch ein niedrigeres Zufriedenheitslevel auf als die qualifizierten Angestellten, deren Zufriedenheit nun nur mehr um einen Punkt über dem Vorarlberger Durchschnitt liegt. Bei den Hilfsarbeitern ist der Gesamtindex seit 2009 um fünf Indexpunkte auf einen Tiefstwert von 86 Indexpunkte gesunken.

Ergebnisse im Detail


Ausbildung © AK, AK

Hilfsarbeiter bewerten insbesondere ihre Karrieremöglichkeiten (-30 Indexpunkte) und ihre Arbeitsmarktchancen (-24 Indexpunkte) deutlich unterdurchschnittlich. Weiters sind sie im Vergleich zu den anderen Gruppen besonders mit ihrem Einkommen (-17 Indexpunkte), den Sozialleistungen (-21 Indexpunkte) und dem Führungsstil (-9 Indexpunkte) unzufrieden und zusätzlich besonders stark durch körperliche Belastungen (+18 Indexpunkte) und psychische Belastungen (+12 Indexpunkte) betroffen.

Auch 2009 bewerten Facharbeiter ihre Arbeitsmarktchancen besonders positiv (+24 Indexpunkte), ihre innerbetrieblichen Karriereoptionen aber eher unterdurchschnittlich (-3 Indexpunkte). Schlecht werden von den Facharbeitern insbesondere die Sozialleistungen ihres Betriebes (-22 Indexpunkte), die wirtschaftliche Zukunft des Betriebes (-7 Indexpunkte) sowie der Führungsstil (-6 Indexpunkte) bewertet. Sie sind überdurchschnittlich von physischen Belastungen (+17 Indexpunkte) betroffen. Auch die konjunkturabhängigen Aspekte – Optimismus für die Wirtschaftsentwicklung in Österreich (-16 Indexpunkte) und die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Betriebs (-11 Indexpunkte) – werden von unqualifizierten Arbeiter/innen schlechter bewertet.

Aus Sicht der einfachen Angestellten liegen im Vergleich mit 2009 nunmehr sowohl deren innerbetrieblichen Karriereoptionen (+7 Indexpunkte) als auch deren subjektiven Arbeitsmarktchancen (+1 Indexpunkt) über dem Vorarlberger Gesamtdurchschnitt. Sie sind auch mit den Sozialleistungen (+8 Indexpunkte) und dem Führungsstil im Betrieb (+5 Indexpunkte) signifikant zufriedener. Qualifizierte Angestellte sind sowohl mit ihrem betrieblichen Umfeld als auch mit den beruflichen Perspektiven durchwegs zufriedener als der Durchschnitt.


TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Verwandte Links

Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK