Lehre hat den Krisentest mit Bravour bestanden

Auch Lehrlinge in Kurzarbeit – Lehrzeit und Entlohnungen unverändert – Berufsschule im „Distance ­Learning“ -  Abschlussprüfungen finden ab 4. Mai statt – Entschädigung für entgangenen Facharbeiterlohn

Vorarlberg war noch vor Kurzem so gut unterwegs: Ende 2019 standen in Vorarlberg 7115 Lehrlinge in Ausbildung. Das waren um 68 mehr als im Vorjahr. 1835 Betriebe brachten ihnen das nötige Rüstzeug bei. Die Zahlen zeigten insgesamt wieder sacht nach oben. Das tun sie übrigens seit 2018. In diesem Jahr hatten Sozialpartner und Land das ehrgeizige Ziel formuliert: Vorarlberg soll bis 2025 zum „Hotspot der Lehre“ werden.

April 2020. Alles ist anders. Das Coronavirus hat auch die Lehrausbildung auf den Kopf gestellt. Aber das System ist erstaunlich tragfähig. Den Krisentest hat es eindeutig bestanden. 

Kurzarbeit nutzen

Im April dieses denkwürdigen Jahres sind auch hunderte Lehrlinge in Kurzarbeit. Diese Möglichkeit hat die Regierung ausdrücklich geregelt. Die betroffenen Mädchen und Burschen erhalten das volle Lehrlingseinkommen. „Und vor allem: Ihre Lehrzeit verlängert sich dadurch nicht“, betont Christine Raggl, Leiterin der Abteilung Lehrlinge und Jugend in der AK Vorarlberg. 
„Lehrlinge, die sich derzeit in Kurzarbeit befinden, sollten aber auf jeden Fall die Zeit nutzen, um zu überprüfen, wie ihr derzeitiger Ausbildungsstand ist!“ Das kann Raggl zufolge anhand der Ausbildungsdokumentation erfolgen. Warum ist das so wichtig? Die Kurzarbeit unterbricht die Lehrzeit ja nicht. Damit schrumpft jedoch die Zeit für die Ausbildung. Kehren die Lehrlinge wieder Vollzeit in ihre Betriebe zurück, müssen sie jene Kenntnisse und Fertigkeiten, die ihnen noch nicht vermittelt wurden, in der verbleibenden Lehrzeit rasch erlernen. „Gute Planung und Organisation werden da notwendig sein!“, betont Raggl.
Sind Lehrlinge derzeit auch in Homeoffice? Nur in Ausnahmefällen, denn Homeoffice ist in der Ausbildung grundsätzlich nicht vorgesehen. Lehrlinge sollen in der Firma ausgebildet werden. Es gilt ja auch weiterhin die Aufsichtspflicht der Lehrberechtigten. Wenn es in Ausnahmefällen jedoch mit dem Ausbildungscharakter der Lehre und dem Ausbildungsstand vereinbar ist, können Firma und Jugendlicher die Arbeit im Homeoffice schriftlich vereinbaren.

Distance-Learning erfolgreich

Und wie klappt Berufsschule in diesen schwierigen Zeiten? Heinz Schmidt klickt zur Antwort eine Audiodatei an, in der ein Schüler ihm gewandt und klug die Lösung der jüngsten Aufgabe erzählt. Dank der App „Microsoft Teams“ ging der Schulalltag beinah nahtlos weiter, erzählt der Berufsschullehrer für IT-Technik und nimmt das nächste Motherboard zur Hand. Denn quasi nebenher stellt er noch 30 PCs zusammen, die dann an Schülerinnen und Schüler im Land gehen, die keine Computer zu Hause haben. Ein entsprechender Aufruf erging vom Land. Für Schmidt ist das nichts Neues; seit Jahren rüstet er ausgemusterte Geräte hoch, damit sie in Afrika und Asien als Spenden wieder ihre Dienste tun.


 

Lehrlings- und Jugend­abteilung

Die Berater der AK Vorarlberg sind gerne für dich da. Wenn du uns eine E-Mail sendest, gib bitte deine Adresse und eine Telefonnummer für Rückfragen an!

Adresse: Widnau 2–4, 
6800 Feldkirch
E-Mail an lehrlingsabteilung@ak-vorarlberg.at
Telefon: 050/258 2300 oder 05522/306 2300

Online-Plattform

Auf der Plattform www.lehre-vorarlberg.at, die von der AK, dem Land Vorarl­berg und der Wirtschaftskammer gemeinsam betrieben wird, finden sich nach wie vor offene Lehrstellen

Pling! Da klopft schon der ­nächste Schüler an und Schmidt wendet sich wieder dem Bildschirm zu. Seit 27 Jahren unterrichtet der heute 61-Jährige an der Feldkircher Berufsschule IT und Religion. Und noch immer steht ihm die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. In vier Klassen betreut er rund 120 Schülerinnen und Schüler. Bei gerade mal zwei musste er vergessene Hausaufgabe einmahnen. „Anfangs haben wir bisherigen Lernstoff vertieft, jetzt vermitteln wir neue Inhalte.“ Auch das klappt via Videokonferenzen, Powerpoint und Telefon gut. Fazit: „Ich hab mir das viel schlimmer vorgestellt.“

Ab 4. Mai wieder zurück
Nach den Plänen der Bundesregierung wird auch hier bald wieder mehr Normalität einkehren. Präsenz-­Unterrichtseinheiten an den Berufsschulen in fachpraktischen Fächern werden ab 4. Mai 2020 wieder stattfinden.

Lehrabschlussprüfungen ab Mai
Bleibt die Frage: Kann eine Lehre in Zeiten von Corona auch abgeschlossen werden? Ja, Lehrlingen im letzten Berufsschuljahr wird das ermöglicht. Die Lehrabschlussprüfungstermine sind zwar bis ­
30. April 2020 ausgesetzt worden, werden aber auf jeden Fall nachgeholt. Wann? Ab Mai, die neuen Termine werden zeitgerecht mit einer Vorlaufzeit den bereits angemeldeten Prüflingen mitgeteilt. Eine „Erleichterung“ bei den Lehrabschlussprüfungen gibt es aber nicht. Die Prüfungen finden ganz „normal“ statt. Mit einem positiven Abschlusszeugnis der Berufsschule entfällt allerdings der Theorieteil. 

Entschädigung angekündigt
Und wenn ein Lehrling wegen der verschobenen Prüfung um den höheren Facharbeiterlohn umfällt? Dafür hat Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) Entschädigungen angekündigt. Die Ministerin rechnet mit Kosten in der Höhe von einigen Millionen Euro. Derzeit sind österreichweit 105.000 Lehrlinge in Ausbildung, ein knappes Drittel im Abschlussjahr. Weil seit dem 16. März keine Prüfungen abgehalten wurden, gibt es einen Rückstau von etwa 7300 Prüfungen.

Nebenjob


In den vergangenen Wochen erreichten uns vermehrt Anfragen von Lehrlingen, die für die Kurzarbeit angemeldet wurden: Ist eine Nebenbeschäftigung während der Lehrausbildung erlaubt?
Wenn ein Lehrling eine Nebenbeschäftigung aufnehmen möchte, muss er zuerst mit seinem Lehrberechtigten sprechen, denn er braucht dessen Zustimmung. Außerdem gelten für den Lehrling unter 18 Jahren die Bestimmungen und Ruhezeiten des Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetzes.
Zudem muss beachtet werden, dass das Zusatzeinkommen zur Lehrlingsentschädigung dazugerechnet wird. Das bedeutet, dass eventuell Lohnsteuer bezahlt werden muss. 
In diesem Fall gilt es abzuwägen, ob sich eine Nebenbeschäftigung einkommens­mäßig überhaupt lohnt. 

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